Vögel bereichern jeden Garten. Ihr feiner Gesang und eleganter Flug verwöhnen von den frühen Morgenstunden bis zum Abend. Das gilt vor allem für die Monate März bis September. In diesem Abschnitt liegt auch die Brutzeit. Es ist immer wieder schön, wenn man sieht, wie die Jungvögel von den Erwachsenen an den ersten Flug gewöhnt werden. Viele Netze entstehen in Hecken, Büschen und Bäumen.

Gerne niesten die unterschiedlichen Vögel in geschützten Bereichen. Überall, wo sich am Haus eine Nische oder ein Vorsprung findet, können sie ihren Nachwuchs großziehen. Auch in den folgenden Jahren nutzen verschiedene Vögel die bereits in den Vorjahren angelegten Brutstätten.

Vögel sind die Endglieder jeden Gartens. Ihre Anwesenheit sowie ihr Verhalten sagen viel über die Qualität des Biotops aus. So ist die Vegetation in Ordnung, wenn Körnerfresser wie der Stieglitz und der Buchfink sich dort wohlfühlen. Während der Wintermonate sollte jedoch über eine Fütterung nachgedacht werden, da die gefiederten Freunde nur bedingt ausreichende Nahrung im Umfeld finden.

Neben einem Vogelhaus bieten sich daher Vogelringe an.

Einige Vogelarten sind auf die Hilfe des Menschen angewiesen. Wer für sie ein Vogelhaus, einen Nistkasten anbringt oder einen Dachvorsprung vogelgerecht ausbaut, findet angenehme Zeitgenossen, die seinen Garten bei jeder Gelegenheit gerne bevölkern.

Welche Vogelarten sind im Garten zuhause?

Wir habe für die häufigsten Vogelarten in unseren heimischen Gärten Steckbriefe erstellt mit umfangreichen Informationen zu Aussehen, Lebensraum, Nahrung und Brutverhalten. So kann man leichter die Vogelart bestimmen, wenn man sie entdeckt.

Das Rotkehlchen – Erithacus rubecula

Rotkehlchen - Erithacus rubecula

Das Rotkehlchen zeigt sich mit ihrer rostroten Kehle, die gut zu ihrer runden Figur passt. Sie nistet gern in dichten Büschen. Zu ihrer Nahrung gehören kleine Insekten und deren Larven.

Damit sie auch im Herbst und im Winter ihre Speise findet, sollten die Gartenfreunde das Laub im Garten liegenlassen.

Im Winter freut sich der Vogel über Weichfresserfutter und Haferflocken, die man in einem geschützten Bereich bereitstellt.

Haus- und Gartenrotschwanz – Phoenicurus ochruros und Phoenicurus phoenicurus

Gartenrotschwanz - Phoenicurus phoenicurus

Sowohl Hausrotschwanz als auch Gartenrotschwanz haben sich ebenfalls auf Insekten spezialisiert. Sie interessieren sich jedoch auch für Beeren aller Art. Ihre Nester errichten sie bevorzugt in kleinen Höhlen oder künstlichen Nistkästen.

Als Halbhöhlenbrüter weichen sie auch auf die Dachbalken eines Gartenhäuschens aus. Mit Hilfe eines Balkens, der den Eingang zum Zwischenraum schützt, lädt man die Vögel liebevoll ein.

Die im Handel erhältlichen Halbhöhlenkästen lassen sich außerdem gut an einer Hauswand befestigen.

Kohl- und Blaumeise – Parus major und Parus caeruleus

Kohlmeise - Parus major

Die Kohlmeise ist ein auffälliger Vogel. Ihr Kopf ist oberhalb der Augen blau bis schwarz. Außerdem verfügt sie über eine gelbe Brust und einen weißen Streifen im Gefieder. Sie brütet in Bäumen, Sträuchern und Nistkästen.

Da sie auf aufgrund ihrer kleinen Gestalt nicht wählerisch ist, kann sie auch in Röhren und Briefkästen ihre Brut heranziehen.

Zu ihre Hauptnahrung zählen beispielsweise Insekten und Spinnen, die sie auch aus ihren Netzen fischt. Ferner schmecken ihr kleine Bodentiere, Früchte und Knospen, für die sie gerne in Sträuchern herumturnt.

Genausooft trifft man die Blaumeise. Man erkennt sie an ihrer mittelblauen Kappe und dem weißen Kopf. Wie die Kohlmeise ist ihre Brust gelb. Für sie sollte auf jeden Fall mindestens ein Nistkasten angelegt werden.

Während der Brutzeit kann das Brutpaar nämlich zwei Gruppen von Jungen in unterschiedlichen Nestern großziehen. Dabei legt das Weibchen meistens neun bis vierzehn Eier, die in ungefähr vierzehn Tagen ausgebrütet werden können.

Im Anschluss haben die Jungen noch ungefähr 20 Tage bis zum entscheidenden ersten Flug. Die Fütterung übernehmen die beiden Erwachsenen, deren Speiseplan dem der Kohlmeise ähnelt.

Der Kleiber – Sitta europaea

Kleiber - Sitta europaea

Wer einen energischen Vogel sucht, liegt beim Kleiber richtig. Sein blaugrauer Rücken ist genauso unauffällig wie sein rostroter Bauch. Der dunkler Augenschweif gibt ihm etwas Mythisches.

Er nistet gerne in Baumhöhlen und Nistkästen. Hier legt das Weibchen sechs bis sieben Eier ab, die im Anschluss in 16 bis 18 Tagen ausgebrütet werden.

Danach benötigen die Jungen noch 23 Tage bis zum ersten Flug. Die Nahrung besteht aus Insekten, Spinnen und Samen. Der Vogel sucht jedoch auch Fleischreste, die er bis zum Winter hortet.

Der Star – Sturnus vulgaris

Star - Sturnus vulgaris

Der Star nistet am liebsten auf großen Flächen, auf denen er seine Nisthöhlen baut. Er fühlt sich jedoch auch in menschlichen Siedlungen und im Garten wohl. Im Winter zieht es ihn jedoch nach West- und Südeuropa.

Für das Brüten der vier bis acht Eier ist in erster Linie die Stärin verantwortlich. Bis zum Schlüpfen vergehen jedoch noch elf bis dreizehn Tage. Nach weiteren zwanzig Tagen verlassen sie dann das Nest.

Neben kleinen Bodentieren spezialisiert sich der Star auf Beeren, Früchte und Obst.

Die verehrte Amsel – Turdus merula

Amsel (Turdus merula)

Sehr beliebt ist die Amsel. Ihr charakteristischer gelber Schnabel ist jedem bekannt. Als Unterart der Drossel hat sie ein dunkelbraunes bis schwarzes Gefieder, das sie am Boden und im Gebüsch vor Feinden schützt.

Sie bleibt auch im Winter in Deutschland und brütet wie viele ihrer Artgenossen im kommenden März. Die vier bis sechs Eier werden innerhalb von sechszehn Tagen ausgebrütet.

Bis zum ersten Flug vergehen noch weitere zehn Tage. Schon während der Aufzucht der Brut, beginnt das Weibchen mit einem neuen Nestbau. In dieses legt sie noch im gleichen Jahr neue Eier, die ebenfalls ausgebrütet werden.

Als Nahrung bevorzugt die Amsel Regenwürmer. Dazu kommen Beeren unterschiedlichster Art.

Haus- und Feldsperling – Passer domesticus und Passer montanus

Haussperling - Passer domesticus

Der Haussperling – Passer domesticus – und sein naher Verwandter, der Feldsperling, zählen zu den anpassungsfähigsten Vögeln, die in einem Garten leben. Beide Arten fressen gerne Insekten und Körner aller Art.

Sein Nest kann sich sowohl in einer Höhlung als auch auf dem freien Feld befinden. Meistens legt das Weibchen vier bis fünf Eier.

Die schlüpfenden Jungen benötigen bis zum Verlassen des Nestes ungefähr achtzehn Tage.