Vögel im Sommer füttern – ja oder nein?

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Sollte man Vögel im Sommer füttern? Bei dieser Frage sind die Experten geteilter Meinung. Große Naturschutzorganisationen wie NABU lehnen eine ganzjährige Fütterung ab. Wenn das Nahrungsangebot zu knapp ist, wie im Winter, ist eine Zufütterung aber durchaus sinnvoll und wünschenswert. Es gibt mehrere Argumente, die gegen eine ganzjährige Fütterung sprechen.

Ein unterschätztes Risiko bei der Sommerfütterung für Vögel liegt in der leichteren Verbreitung von ansteckenden Krankheiten. Im Winter werden in der Regel an den Futterstellen nur wenige Krankheiten wie Salmonellen oder Vogelpocken übertragen. Im Sommer kommen weitere gefährliche Krankheiten hinzu.

Jüngstes Beispiel ist das Bakterium Suttonella ornithocola, welches 2020 zu einem ersten großen Blaumeisensterben geführt hat. Da an den Futterstellen hauptsächlich vegetarisches Futter gereicht wird, schadet ein Zufüttern im Sommer außerdem der Artenvielfalt.

Häufige Vogelarten, wie Meisen, Finken, Rotkehlchen, Haussperlinge und Amseln gewinnen einen Konkurrenzvorteil gegenüber den selteneren und stärker gefährdeten Zugvögeln, wie Mauersegler und Schwalben, die meist reine Insektenfresser sind.

Hinzu kommt, dass auch die Vogelbrut proteinreiches Insektenfutter benötigt. Es wurde aber schon beobachtet, dass die Vogeleltern auch das an den Futterstellen ausliegende Körnerfutter an ihre Jungen verfüttern. Auch größere Samen (Sonnenblumenkerne) oder Nüsse können bei Jungvögeln zu tödlichen Magen- und Darmverschlüssen führen.

Besser als eine ganzjährige Zufütterung ist eine vogelfreundliche Gartengestaltung mit heimischen Gartensträuchern, Nistplätzen, Verstecken und natürlichen Nahrungsquellen.

Was fressen unsere heimischen Wildvögel am liebsten?

Vögel im Sommer füttern – ja oder nein

Die Futterbedürfnisse unserer Vogelarten sind unterschiedlich. Weichfutterfresser wie Rotkehlchen, Zaunkönig, Amsel oder Star fressen am liebsten Haferflocken, Mohn, Kleie, Rosinen und Obst. Die Körnerfresser unter den Vögeln wie Fink, Sperling, Zeisig oder Dompfaff bevorzugen harte Körner z. B. Sonnenblumenkerne. Meisen, Spechte und Kleiber hingegen sind Allesfresser.

Was dürfen Wildvögel nicht fressen?

Manche Nahrungsmittel sind für Vögel schädlich oder sogar giftig. Bei anderen Nahrungsmitteln wiederum gilt, die Menge machts. Um nichts falsch zu machen, lautet die einfache Lösung: Vogelfutter kaufen. Um Vergiftungen und andere Erkrankungen zu vermeiden, lassen Sie am besten die Finger von den unten aufgeführten Lebensmitteln.

  • Salz: salzhaltige Lebensmittel sind schädlich, in hohen Dosen sogar tödlich. Salz ist Gift für Vögel, es kann zur Austrocknung und schweren Nierenschäden führen. Vogelnahrung darf weder gesalzen noch gewürzt sein.
  • Zucker: Süßigkeiten in jeglicher Form sind als Nahrungsmittel für Vögel gänzlich ungeeignet. Auf Kekse und Kuchen, besser noch auf alle süßen Backwaren sollte man verzichten.
  • Brot ist ungeeignet, da es im Magen der Vögel aufquillt. Die Einschränkung gilt generell für alle Lebensmittel, die im Magen der Vögel aufquellen können. Dazu zählen z. B. auch Grieß, Reis, Kokosraspeln oder Leinsamen.
  • Milch und Milchprodukte: Die meisten Vögel sind laktoseintolerant und vertragen keine Milch. Eine Magenverstimmung oder sogar ernsthaftere Magenprobleme sind die Folge. Schokolade ist ein Milchprodukt und wird gerne gefressen, ist aber giftig. Schokolade enthält Theobromin und Koffein, Stoffe, die bei Vögeln Durchfall und Krampfanfälle verursachen können und schlimmstenfalls mit dem Tod enden.
  • Obstkerne oder Samen: Obst wird gerne gefressen, doch die Kerne der meisten heimischen Obstsorten, wie Pfirsiche, Kirschen, Pflaumen und Äpfeln enthalten Blausäure und führen nicht nur bei Vögeln zu Vergiftungen. Also wenn Obst, dann Kerne vorher entfernen.
  • Avocado: was viele nicht wissen, die Frucht enthält Persin, eine fetthaltige, saure Substanz, die bei Vögeln unter anderem schwere Atemnot bis hin zum Ersticken auslösen kann.
  • kohlensäurehaltige Getränke: Wildvögel sollten auf keinen Fall Wasser mit Kohlensäure trinken. Kohlensäurehaltiges Wasser kann schwere Magen-Darmprobleme verursachen.
  • Verschimmelte Nahrungsmittel: das im Schimmelpilz enthalten Pilzgift (Mykotoxine) schädigt die Leber. Der Vogel kann daran sterben. Auch leicht angeschimmelte oder nach Schimmel riechende Nahrung lieber entsorgen.
  • Alkohol: Wildvögel vertragen Alkohol ohne Probleme. Schließlich fressen sie ja auch vergorene Früchte und durch Frost alkoholisch gewordene Beeren ohne schädliche Folgen. Das liegt an der Alkoholdehydrogenase, einem Leberenzym, das Alkohol abbaut. Bei Wildvögeln z. B. dem Star ist dieses Enzym in 14-mal höherer Konzentration vorhanden als beim Menschen, wodurch Alkohol im Vogelkörper sehr viel schneller wieder abgebaut wird als bei uns.
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Fazit: Vögel im Sommer füttern – ja oder nein?

Wer die heimische Vogelwelt bei der Nahrungssuche unterstützen will, kann im Winter eine Futterstation bereitstellen. Wichtig ist dabei, die Futterstationen täglich zu reinigen, das Futter täglich frisch bereitstellen und nur bewährte Futtermischungen für Körnerfresser bzw. Weichfresser anzubieten.

Tipp: Statt fertiges Vogelfutter zu kaufen, kann man es einfach auch selbst herstellen.