Star – Sturnus vulgaris

Der Star (lat. Sturnus vulgaris) zählt zu den beliebtesten Vogelarten. So gilt er als wunderbarer Sänger und vermag, andere Vögel ausgezeichnet zu imitieren. Außerdem gehört der Star zu den weltweit am häufigsten vorkommenden Vogelarten.

Aussehen und Merkmale beim Star

Star - Sturnus vulgaris
Bild von 11066063 auf Pixabay

Der Sturnus vulgaris wird auch als Gemeiner Star bezeichnet. Er erreicht eine Körperlänge von 19 bis 22 Zentimetern. Verglichen mit anderen Vogelarten wie der Amsel fällt sein Schwanz wesentlich kürzer aus. Beim Fliegen nehmen die Flügel des Stars eine spitze, dreieckige Form an.

Das Gewicht des Stars richtet sich nach seinem Geschlecht. Während weibliche Stare es im Durchschnitt auf 76 Gramm bringen, erreichen männliche Exemplare rund 81 Gramm.

Der Star verfügt außerdem über einen langen, kräftigen Schnabel. Seine schwarzen Körperfedern weisen einen purpurfarbenen oder metallgrünen Glanz auf. Die Federspitzen sind weiß bis beige. Der Körper des Stars wirkt, als besäße er helle Punkte. Die Schwingen und Steuerfedern des Vogels weisen eine schwarzbraune Färbung auf und sind hellbraun gesäumt.

Im Frühling bildet der Star sein Prachtkleid. Dabei nutzen sich die hellen Spitzenflecken am Gefieder ab. Der Vogel erhält dadurch einen metallischen und schwarzen Glanz. Während der Schnabel des Stars im Schlichtkleid schwarz gefärbt ist, nimmt er im Prachtkleid eine gelbe Färbung an. Die Farbe der Vogelbeine ist rotbraun. Eine dunkelbraune Färbung weisen die Staraugen auf.

Äußerliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern gibt es beim Star nur wenige. Die Körperfärbung der Weibchen ist im Vergleich zum Männchen weniger metallglänzend ausgeprägt. Im Prachtkleid sind die Punkte auf dem Körper bei dem Weibchen meist deutlicher zu erkennen. Während der Unterbau ihres Schnabels im Prachtkleid eine weiße Färbung annimmt, ist er bei den Männchen blaugrau gefärbt.

Der Star kann ein Alter von mehr als 20 Jahren erreichen. Ein besonderes Merkmal des Sturnus vulgaris ist sein Gesang. Mit seiner melodischen Tonabfolge schafft er es sogar andere Vogelstimmen sowie Geräusche aus der Umgebung hervorragend zu imitieren, wobei er sie in seinen Gesang integriert.

Lebensraum

Der ursprüngliche Lebensraum des Stars lag in den Randgebieten von Laubwäldern. In der heutigen Zeit ist die Vogelart jedoch in zahlreichen Regionen zu finden, die der Mensch für landwirtschaftliche Zwecke nutzt. In Deutschland kommt der Star flächendeckend vor. Zahlreich vertreten ist die Spezies in den Landwirtschaftsgebieten von Sachsen-Anhalt und Nordsachsen sowie in Baden-Württemberg.

Küstengebiete mit wenigen Bäumen und nadelholzreiche Wälder werden von den Staren dagegen seltener besiedelt. Sind jedoch künstliche Möglichkeiten zum Nisten vorhanden, tummeln sie sich in der Brutzeit auch an den Küsten von Ostsee und Nordsee oder an anderen Gewässern. Aber auch in den Städten fühlt sich der Star heimisch.

Verbreitet ist der Star beinahe auf der ganzen Welt. So ist er in Neuseeland, im südlichen Australien, Nordamerika, Südafrika, Asien und natürlich auch in Europa zu finden. Vor allem ein gemäßigtes Klima wird von den Staren geschätzt. Ihr Lebensraum reicht von Nordwesteuropa bis nach Zentralasien. Im Westen sind sie außerdem auf Inseln wie Island, den Kanarischen Inseln und den Azoren unterwegs. Im Osten erstrecken sich ihre Gebiete bis nach Nordindien und die Nordwestmongolei.

Nahrung und Nahrungserwerb

Grundsätzlich handelt es sich beim Star um einen Allesfresser. Seine Nahrung hängt jedoch von den Jahreszeiten ab. So dienen ihm im Frühling Schnecken, Spinnen und Regenwürmer als Nahrungsquelle. In den Sommermonaten bevorzugt der Vogel Beeren, Samen und Früchte. Darüber hinaus hilft er Weidetieren dabei, sich von lästigen Zecken oder Fliegen zu befreien.

Weil die Jungstare Proteine benötigen, werden sie von ihren Eltern mit allerlei Insekten wie Tausendfüßlern, Heuschrecken, Käfern oder Würmern versorgt. Außerdem mögen die Stare sehr gerne Weintrauben und Kirschen. Wenn die Vögel in Deutschland überwintern, greifen sie auch auf Weichfutter oder Nüsse zurück.

Stare am Nistkasten
Bild von Gerhard G. auf Pixabay

Brutverhalten beim Star

Von den Staren wird eine Brutehe geführt. In dieser Zeit verhalten sich die Männchen mitunter sogar durchaus monogam. Nicht selten kommt es aber auch zu gleichzeitigen Paarungen mit weiteren Weibchen. Zum Bau des Nestes für die Brut verwenden die Vögel allerlei Materialien wie Stroh, getrocknete Blätter, Federn, Wolle oder Wurzeln. Für die Nester werden in der Regel Baumhöhlen, Felsspalten oder Hohlräume an Gebäuden benutzt.

In der Regel brütet der Star zwei Mal jährlich, was besonders dann geschieht, wenn die erste Brut nicht erfolgreich verläuft. Weil die Vögel überaus gesellig sind, suchen sie oft gemeinsam in den Wiesen nach Nahrung.

Viele Stare wechseln nach der Brut ihren Partner. Ist die Paarung erfolgt, hält sich das Männchen dicht beim Weibchen. Dabei möchte das Männchen auch verhindern, dass eine Paarung des Weibchens mit einem anderen Exemplar stattfindet.

Eigene Reviere besitzen die Stare nicht. Sie brüten gern dort, wo sich schon andere Starpaare befinden. Der eigene Brutplatz wird vom Starpaar verteidigt. Die Höhle zum Nisten beziehen die Stare im März. Ab April werden die Jungen dann vom Weibchen allein ausgebrütet.

Nach 12 bis 13 Tagen schlüpfen die Jungen aus vier bis sechs Eiern. Rund drei Wochen lang werden sie von ihren Eltern mit Nahrung versorgt, bis sie flügge werden. Die Brutzeit des Stars geht im Juli zu Ende.

Vogel des Jahres 2018. Der Star (Starendoku) | Gamander López

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