Buchfink – Fringilla coelebs

Bei schönem Wetter kann man ihn schon ab Ende Februar mit einem schmetternden Gesang hören: den Buchfink (lat. Fringilla coelebs). Im farbenprächtigen Kleid stellt sich der kleine Vertreter aus der Gattung der Edelfinken gern von erhobenen Plätzen vor. Sein Gesang hat schon die UNESCO interessiert und soll in einer bestimmten Variante sogar Regen ankündigen. Mit verschiedenem Zugverhalten ist der Buchfink ein spannender Sperlingsvogel, der gern beobachtet wird.

Aussehen und Merkmale des Buchfinken

Buchfink - Fringilla coelebs

Wie bei vielen Vogelarten unterscheiden sich männliche und weibliche Buchfinken in ihrem Aussehen stark voneinander.

Das Männchen ist an der Körperunterseite und den Kopfseiten in einem bräunlichen Rosa bis rotem Braun gefärbt. Die Halsseiten, der Oberkopf und Nacken sind im Sommer intensiv graublau. Im Winter wechselt diese Farbe zu einem bräunlichen Grau. Schwarz trägt das Buchfinkenmännchen seine Stirn, den Rücken kastanienbraun. Einen Kontrast hierzu bildet der grünliche Bürzel. In Stahlblau strahlt sein Schnabel nur im Frühjahr. Die restliche Zeit ist er in einer schlichteren Hornfarbe gehalten.

Deutlich bescheidener zeigt sich das Buchfinkenweibchen mit olivgrauer Körperoberseite. Die Körperunterseite ist etwas heller gefärbt. Über das ganze Jahr ist der Schnabel des Weibchens hellbraun bis hornfarben. Bei beiden Geschlechtern findet sich ein markanter weißer Schulterfleck und eine weiße Flügelbinde. Auch die äußeren Steuerfedern sind von weißer Farbe.

Buchfinkenküken haben zunächst auf den Schenkeln, Flügeln, dem Bauch und der Körperoberseite zart rauchgraue Daunen. Ihre Haut ist fleischig rosa und ihr Rachen tiefrosa. Von Weiß über Rahmfarben bis Gelb sind die Schnabelwülste der Küken gefärbt. Den adulten Weibchen ähnlich sind die Jungvögel. Bei ihnen sind jedoch die Federn am Körper weicher und kürzer. Die Steuerfedern laufen spitzer zu und sind schmaler.

Ausgewachsene Buchfinken besitzen einen Körper in der Länge bis zu 18 Zentimeter. Sie wiegen zwischen 18 und 25 Gramm. In wellenartigem Flug bewegt sich der Buchfink. Auf dem Boden laufend nickt er rhythmisch mit dem Kopf.

Der schmetternde Gesang des Buchfinken wird in einem jahrhundertealtem Wettbewerb verglichen. Das Finkenmanöver im Harz ist seit 2014 immaterielles Kulturgut der UNESCO.

Lebensraum

In ganz Europa, außer Island und dem nördlichsten Skandinavien, ist der Buchfink zu finden. Er ist in Mitteleuropa sogar einer der häufigsten Brutvögel. Darüber hinaus ist er in Nordafrika bis zum Iran vertreten. Der Mensch brachte den Buchfinken in die Südafrikanische Republik und nach Neuseeland. Es gibt 19 anerkannte Unterarten, die verschiedene Lebensräume der oben genannten Gebiete bewohnen.

Nord- und osteuropäische Buchfinken sind Zugvögel. Die in Mitteleuropa lebenden Vertreter dieser Singvogelart sind Teilzieher. Die Züge finden vom späten August bis zur Rückkehr von Januar bis in den April statt. Kleine Trupps, meist nur aus einem Geschlecht bestehend, bilden sich im Überwinterungsort Afrika. Oft sind Buchfinken mit Bluthänflingen, Stieglitzen und Grünlingen vergesellschaftet.

In einer Höhe von bis zu 1500 Meter lebt der Buchfink in großen Obstanbauflächen, Gärten, Dickichten, Wäldern und Hecken.

Nahrung und Nahrungsaufnahme

Auf dem Speiseplan der Buchfinken stehen Samen aller Art und Beeren, aber auch Spinnen und Insekten. Insekten und deren Larven werden an die Nestlinge verfüttert. Hierbei scheinen Raupen eine wichtige Rolle zu spielen. Denn in Jahren mit wenig Raupen liegt die Nestlingssterblichkeit besonders hoch.

Nahrung nimmt der Buchfink vorwiegend auf dem Erdboden auf. Bevorzugt werden Stellen, die spärlich bewachsen sind. Bei der Nahrungsaufnahme können schnelle, pickende Bewegungen beobachtet werden.

Buchfink auf Ast sitzend

Brutverhalten bei Buchfinken

Die Brutperiode der Buchfinken findet von April bis Juni statt, manchmal schon ab März. Im südwestlichen Teil der Kapprovinz hingegen von September bis November. Pro Jahr werden ein bis zwei Jahresbruten, je nach Lage und Klima großgezogen.

Durch lautstarken Gesang kennzeichnet das Männchen am Anfang der Fortpflanzungszeit sein Brutrevier. Je nach Verbreitungsgebiet variiert die Größe des Brutreviers. Desto höher im Norden Europas der Buchfink brütet, umso größer ist sein Revier. Beide Vögel eines Paares verteidigen ihr Brutrevier vehement und verjagen Eindringlinge.

Um den Nestbau kümmert sich ausschließlich das Buchfinkenweibchen. Es baut mit großer Sorgfalt das dickwandige Nest. Dieses besteht aus Rindenfasern, Halmen, Wurzeln, Moosen und Flechten. Gepolstert wird es innen mit einzelnen Federn und Haaren. Die Nester des Buchfinken werden in einer Astgabel in Bäumen oder auf Sträuchern gebaut. Gut getarnt werden sie, in zwei bis zehn Metern Höhe, von Flechten und Moosen.

Ein Gelege besteht in der Regel aus vier bis sechs Eiern. Die Eier weisen eine hellbraune oder bläulich-weiße Färbung mit rot- bis dunkelbraunen Flecken und feinen Streifen auf. Teilweise ist die Zeichnung so dicht, dass die Grundfarbe überdeckt wird. In seltenen Fällen kommt die Zeichnung schwach oder gar nicht vor.

Auch die Brut übernimmt das Buchfinkenweibchen allein. Bis zum Schlüpfen vergehen dreizehn bis vierzehn Tage. Ab diesem Zeitpunkt kümmern sich beide Altvögel um die Fütterung. Jedoch übernimmt das Weibchen den größeren Anteil. Gewöhnlich beträgt die Nestlingszeit 11 bis 18 Tage. Die meisten Jungvögel fliegen nach 14 Tagen aus. Nach dem Ausfliegen bilden Jung- und Elterntiere für 20 bis 35 Tage einen Familienverband, obwohl sich die Jungvögel schon nach 14 Tagen selbst versorgen können.

Buchfink, Männchen und Weibchen am Vogelbad. Eifel / Dohr

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