Zugvögel, Strichvögel und Standvögel

Ich glaube jedem sind im Herbst schon die Vogelschwärme am Himmel aufgefallen, die in Richtung Süden fliegen. Das gleiche Schauspiel gibt es dann im Frühjahr wieder, nur in der anderen Richtung. Doch was unterscheidet Zugvögel und Standvögel voneinander und welche heimischen Vögel gehören eigentlich zu welcher Gruppe?

Genau darauf möchte ich hier mal etwas genauer eingehen. Was sind eigentlich Zugvögel und was sind die sogenannten Standvögel? Wo liegen die Unterschiede und wohin geht es eigentlich genau?

Zugvögel – Kurzstreckenzieher und Langstreckenzieher

Zugvögel am Himmel
Zugvögel am Himmel

Beginnen wir mit den Zugvögeln. Hier unterscheidet man zwischen Kurzstreckenzieher und Langstreckenzieher. Aus dem Namen lässt sich dabei schon schließen, wo der Unterschied bei diesen Zugvögeln liegt. Die Langstreckenzieher legen eine weite Strecke zu ihren Winterquartieren zurück. Meist geht es für die Vögel bis in die Mitte oder auch den Süden Afrikas oder bis nach Südostasien.

Beispiele für Langstreckenzieher aus unseren Gärten und Wäldern sind der Kuckuck, der Gartenrotschwanz, der Fitis und der Storch.

Kurzstreckenzieher hingegen legen nicht so weiter Strecken zurück und überwintern meist in etwas wärmeren Gebieten wie z.B. Westeuropa, Südeuropa oder den Gebieten rund um das Mittelmeer.

Auch hier habe ich natürlich wieder einige Beispiele: Singdrossel, Hausrotschwanz, Star und Kiebitz.

Strichvögel – weg aber nicht so richtig

Strichvogel wie der Buchfink
Strichvogel wie der Buchfink

Strichvögel sind eigentlich Standvögel aber nicht so ganz richtig. Sie machen sich vor dem Wintereinbruch nicht auf den Weg in den Süden, sondern sie wechseln nur in etwas wärmere Gebiete in den gleichen Breiten oder auch in die menschlichen Siedlungen.

Dort sind sie dann auch häufig Gast am Vogelfutterhaus.

Tipp:  Vögel in den Garten locken: Wie bekomme ich das hin?

Zu den Strichvögeln gehören verschiedene Finken oder z.B. die Goldammer.

Standvögel – das ganze Jahr vor Ort

Kohlmeise als Standvogel
Kohlmeise als Standvogel

Standvögel sind das ganze Jahr bei uns in den Gärten, Feldern oder Wäldern zu beobachten. Egal wie kalt es wird, sie bleiben hier vor Ort. Standvögel werden auch als Jahresvögel bezeichnet.

Auch saisonale Wanderungen, wie es z.B. die Vertreter der Strichvögel machen, fallen bei ihnen komplett aus.

Beispiele für Standvögel aus unseren Breiten wären z.B.: die Kohlmeise (siehe Bild oben), die Blaumeise, der Haussperling (Spatz) aber auch die Elster oder Tauben.

Globale Erwärmung bringt alles durcheinander

Nichts bleibt so wie es war. Die weltweite Erwärmung macht sich natürlich auch in unserer Region bemerkbar. Und das geht ja schon ein paar Jahre so. Und die Tierwelt passt sich an. Das ist auch bei den Vögeln so. Aus diesem Grund gibt es immer weniger „klassische“ Zugvögel.

Gerade bei den Kurzstreckenziehern ist es seit einiger Zeit zu beobachten, das bestimmte Arten das ganze Jahr in ihren Brutgebieten verbringen. Dazu zählen z.B. die Rotkehlchen oder die Stare.

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