Amsel – Turdus merula

Gerade in unserer Gegend ist die Amsel, lateinisch auch Turdus merula, wohl der bekannteste Vogel überhaupt. Sie gehört zu den Drosseln und ist in Europa recht weit verbreitet. Männchen und Weibchen kann man bei den Amseln sehr gut unterscheiden: Die Amsel-Männchen sind schwarz und haben den markanten gelben Schnabel. Die Weibchen hingegen sind meist dunkelbraun.

Typisch für diese Vogelart ist die Futtersuche auf dem Boden, denn Regenwürmer und Käfer stehen ganz oben auf dem Speiseplan. Aber auch Beeren und Früchte werden gern genommen.

Aussehen und Merkmale der Amsel

Amsel (Turdus merula)

Wie bereits erwähnt kann man Männchen und Weibchen bei den Amseln sehr gut unterscheiden. Wie auf dem Bild zu sehen, ist das Männchen komplett schwarz mit einem leuchtend gelben Schnabel.

Die Weibchen hingegen sind überwiegend dunkelbraun. Das Gefieder kann aber auch grau oder rötlichbraun sein. Die Unterseite ist nicht bei allen Weibchen gleich gefärbt, sondern individuell mehr oder weniger gefleckt. Dieser Effekt entsteht durch eine andere Färbung der Federenden.

Die Jungtiere sehen zunächst aus wie die Weibchen. Im Verlauf der Mauser nehmen sie dann ihre endgültige Färbungen an.

Im Normalfall schwankt die Größe der Amseln zwischen 24 und 27 cm. Wie bei den meisten Tierarten sind die Männchen etwas größer als die Weibchen. Beim Gewicht liegen diese Vögel bei rund 100 g.

Lebensraum

Amseln sind in Europa überall vertreten. Aber nicht nur hier. Selbst in Asien, Neuseeland, Australien und Nordafrika sind sie inzwischen zu finden. Dort aber bei weitem nicht so häufig, wie es bei uns der Fall ist, sondern eher regional.

In Australien und Neuseeland wurde die Amsel gezielt eingebürgert. 1857 wurden erste Vögel in Melbourne freigelassen, die nun nach und nach den australischen Kontinent erobern. Ähnlich lief es in Neuseeland. Hier wurden um 1860 erste Vögel freigelassen. Und auch hier hat die Ansiedlung funktioniert, so dass es diese Art inzwischen flächendeckend vertreten ist.

Gescheitert sind aber die Versuche diese Vogelart in Nord- und Südamerika anzusiedeln.

Nahrung und Nahrungserwerb

Bei der Nahrungssuche sind Amseln nicht besonders wählerisch. Obwohl sie Allesfresser sind, muss hin und wieder trotzdem tierische Nahrung auf dem Speiseplan stehen. Dazu zählen in erster Linie natürlich Würmer oder Käfer. Aber auch Spinnen, Schnecken, Tausendfüßler und Insekten werden gern genommen.

Wird die tierische Nahrung knapp, greifen die Vögel auch auf Beeren und Früchte zurück. Wobei man sogar einen Wandel der Nahrungszusammenstellung im Verlauf des Jahres beobachten kann. Gerade in der Brutzeit greift die Amsel häufiger auf tierische Nahrung zurück. Im Verlauf des Jahres kommen dann häufiger Beeren und Früchte dazu.

Im Winter, bei Nahrungsmangel, kann man auch die Amsel mit der Fütterung am Vogelhäuschen unterstützen.

Amsel weiblich

Brutverhalten der Amsel

Amseln gehören zu den frühen Brütern. Ende Februar bis Anfang März geht die Brutzeit los. Die Vögel brüten 2- bis 3-mal pro Jahr. Die Brutzeit endet dann Ende August.

Nach einem Jahr werden Amseln geschlechtsreif. Sie bleiben für eine Brutzeit in einer monogamen Beziehung. Das heißt das gleiche Paar kann zweimal oder dreimal pro Jahr Nachwuchs aufziehen.

In unseren Breiten beginnen die Männchen bereits im November mit der Suche nach einem passenden Revier. Gerade in der Stadt kann es sogar schon zu ersten Paarbildungen kommen. Normalerweise finden sich die Paar aber erst am Ende des Winters oder zu Frühlingsbeginn.

Die Nester werden in Sträuchern, Bäumen oder sogar auf dem Boden gebaut. Immergrüne Gehölze, wie Nadelbäume, werden bevorzugt bei der Auswahl der richtigen Stelle für das Nest. Das Nest wird auch komplett allein vom Weibchen gebaut. Ist das Nest fertig erfolgt nach ca. 1-3 Tagen die Eiablage. Meist werden 4-5 Eier im Abstand von 24 Stunden gelegt.

Auch das Brüten ist Sache der Amsel-Frau. Das Männchen bewacht das Gelege höchstens mal in der Abwesenheit des Weibchens.

Während des Brütens wird das Weibchen auch nicht vom Männchen gefüttert, sondern muss selbst für Nahrung sorgen.

Nach 10 bis 19 Tagen ist es dann soweit und die Jungen beginnen zu schlüpfen. Ab diesem Zeitpunkt kümmern sich beide Elternteile um die Nahrungsversorgung. Nach 13-15 Tagen verlassen die Jungvögel das Nest ohne aber richtig fliegen zu können. Dementsprechend verstecken sie sich die nächsten Tage am Boden, während sie von den Eltern weiterhin gefüttert werden.

Nach rund 18 Tagen sollten sie dann auch selbst fliegen können und spätestens nach 32 Tagen sind die jungen Amseln dann selbstständig.

Amsel - Steckbrief [Aussehen, Nahrung, Verbreitung und mehr]

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