Wo kann man in Deutschland Vögel beobachten

Zunächst sei erwähnt, dass die Vogelbeobachtung nicht immer nur ein Hobby sein muss. Der ein oder andere Mitarbeiter einer Universität oder eines Naturschutzbundes ist sogar beruflich mit dieser Aufgabe betraut. Für alle anderen geht es um das Erlebnis in der Natur, Vögel beobachten zu können und vielleicht auch das eine oder andere tolle Foto zu machen.

Damit der Ausflug zur Vogelbeobachtung ein voller Erfolg wird und man am Ende nicht nur Spatzen, Drosseln und Amseln vor der Linse hatte, sollten man sich vorher über die besten Gebiete für Vogelbeobachtungen informieren.

In Deutschland gibt es viele Regionen, in denen Zugvögel Halt machen, um sich auf ihrer langen Reise vom Norden in den Süden und zurück zu erholen. An diesen Orten lässt sich eine besondere Artenvielfalt beobachten. Im Folgenden sollen einige dieser Regionen vorgestellt werden.

Die besten Regionen für die Vogelbeobachtung in Deutschland

Helgoland, Schleswig-Holstein

Vögel beobachten auf Helgoland

Das kleine Eiland erfreut sich großer Beliebtheit bei Urlaubern und bei begeisterten Hobby-Ornithologen. Helgoland ist Deutschlands einzige Hochsee-Insel und kann mit einer besonderen Artenvielfalt überzeugen. Viele Seevögel nutzen Helgoland als Brutplatz. Etwa 10.000 Vogelpaare halten sich in der Saison von März bis September auf der Insel auf und kümmern sich um ihren Nachwuchs.

Zu diesen Vogelarten zählen unter anderem die Trottellumme, Tordalk, Basstölpel, Eissturmvogel und Dreizehenmöwe. Besonders lohnend sind der Lummelfelsen und die Lange Anna, bei der es sich um eine freistehende Felsensäule handelt.

Unteres Odertal, Brandenburg

Nationalpark Unteres Odertal bei Schwedt
Segelflieger, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Der Nationalpark Unteres Odertal erstreckt sich über eine Länge von mehr als 10.000 Hektar und bietet vielen Zugvögeln die Gelegenheit, auf ihrer langen Reise Halt zu machen. Zu ihnen gehören viele verschiedene Arten von Gänsen, Enten und Schwänen.

Es sollen bis zu 284 verschiedene Vogelarten pro Jahr im Nationalpark rasten und brüten. Eine Beobachtung der Vögel ist von zwei Aussichtstürmen problemlos möglich.

Zwillbrocker Venn, Nordrhein-Westfalen

Neckende Flamingos im Zwillbrocker Venn
GZagatta, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Auch in Deutschland gibt es Flamingos. Im April und Mai schlagen und brüten in der Regel mehr als 60 von ihnen in Westmünster. In den 1980er Jahren gesellten sich zu den chilenischen Flamingos als erste europäische rosa Flamingos. Auch Lachmöwen sind am Zwillbrocker Venn zu beobachten.

Auf dem Rundwanderweg gibt es zwei Aussichtsplattformen und einen Aussichtsturm. Von der Kanzel des Depots, etwa 300 Meter von den Tieren entfernt, hat man einen besonders guten Blick auf Flamingo Island.

Wollmatinger Ried, Baden-Württemberg

Reiher im Wollmatinger Ried
Chris Danneffel, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Am Bodensee lassen sich Vögel das ganze Jahr über hautnah beobachten. Der Schilfgürtel ist ein beliebter Sitzplatz. Zum Beispiel kehren im Frühjahr einheimische Singvögel zurück und die Paarungsshow des Haubentauchers ist ein Spektakel. Im Herbst suchen Tausende von Staren und Schwalben im Schilf nach Nahrung.

Ein Naturlehrpfad informiert über Lebensraum, Fauna und Flora des Wollmatinger Rieds. Nicht verpassen: die Aussichtsplattform am Reichenauer Damm, die in die Burgruine übergeht. Von dort sieht man gut das Ermatinger Becken und den Gnadensee.

Fazit: Vögel beobachten in Deutschland

Diese Vogelgebiete sind nur eine kleine Auswahl der Vielzahl an Plätzen, die sich hervorragend für die Beobachtung von Vögeln eignen. Um diese Plätze auch weiterhin für die Vögel attraktiv zu halten, ist es besonders wichtig sie nicht beim Brüten zu stören.

Besucher sollten sich ruhig Verhalten und immer einen angemessenen Abstand zu Gelegen und Tieren halten. So können sich auch in den nächsten Jahren viele Vogelbegeisterte an dem Anblick der vielen Vögel erfreuen.