Schwalbenarten bestimmen, erkennen und unterscheiden

Tierarten werden anhand bestimmter Merkmale zugeordnet. Diese Merkmale müssen, wie bei jeder Wissenschaft, eindeutig sein. Möchte man die unterschiedlichen Schwalbenarten bestimmen, betrachtet man bestimmte Kennzeichen, das Vorkommen, das Nest und die Nahrung. Es ist zudem auch hilfreich, wenn man Bilder der einzelnen Arten bei sich hat.

Wichtig ist auch, die Unterschiede von Erwachsenen zu Jungtieren der verschiedenen Schwalbenarten zu kennen. Im Folgenden werden verschiedene Schwalben und ihre Bestimmungsmerkmale betrachtet.

Mehlschwalben

Die Mehlschwalbe befindet sich auf der roten Liste. Sie gehört zu den Schwalbenarten, die als gefährdet gelten. Sie hat weitere Namen wie Steierling, Haus- und Fensterschwalbe. Ihre Kennzeichen sind, dass die Unterseite und der Bürzel schneeweiß sind. Ihr Schwanz ist gegabelt, hat aber keine Spieße. Der Gesang ist ohne Triller. Er ist ein schwätzendes Gezwitscher, das recht leise ist. Gesungen wird im Flug oder auf einer Warte.

Mehlschwalbe - Delichon urbica eine der Schwalbenarten in menschlicher Nähe

Man kann sie von April bis Oktober beobachten. Meist auf offenen Landschaften zur Nahrungssuche, da diese eine Fülle an Fluginsekten aufweisen. Aber auch in den Städten sind die Mehlschwalben vertreten. Dort sieht man sie meist zwischen hohen Gebäuden. Zum Überwintern fliegen sie in den Süden, in die Sahara oder nach Südafrika.

Die Mehlschwalbe hat ursprünglich an steilen Felsen und Klippen gebrütet. Das Nest wird aus Lehm gebaut und ist geschlossen. Ein schmaler Einschlupf ist vorhanden. Gebrütet wird meist in Kolonien, außerhalb von Gebäuden. Hat sich die Mehlschwalbe einmal einen Brutort ausgesucht, kehrt sie immer wieder dorthin zurück.

Zur Nahrungsaufnahme fängt die Mehlschwalbe Insekten im Flug. Wie die Insekten auch, fliegen die Schwalben bei schönem Wetter hoch und bei schlechtem Wetter niedrig. Die Jungen werden auch mit Insekten gefüttert. Das Elterntier formt aus ihnen Futterballen.

Rauchschwalben

Rauchschwalbe - Hirundo rustica

Will man die Rauchschwalbe bestimmen, sollte man auch ihre anderen Namen kennen. Ihre weiteren Namen hat sie auf Grund ihrer Nistplätze erhalten. Diese lauten Küchen-, Schornstein-, Schlot-, Feuer- und Bauernschwalbe.

Ihre körperlichen Merkmale sind ihr weißer Bauch. Der Schwanz ist sehr charakteristisch, da er tief gegabelt ist. Ihr Rücken ist blauschwarz und ihre Kehle ist braun. Die Rauchschwalben bewegen sich schnell und wendig durch die Lüfte.

Von April bis Oktober, kann man sie beobachten. Überwiegend in ländlichen Strukturen wie kleinen Bauernbetrieben. Während der anderen Monate, zieht sie, wie andere Schwalbenarten auch, in wärmere Regionen wie Afrika. Sie ist also ein typischer Langstreckenzieher, also ein Zugvogel. Pro Tag kann sie 300 Kilometer zurücklegen.

Ihr Nest ist schalenförmig. Das heißt, es ist nach oben offen. Gebaut werden diese meistens in Ställen. Dort findet sie alles, was sie für den Nestbau benötigt. Eingesetzt werden Stroh und Schlamm. Angebracht wird das Nest an Mauern oder Wänden.

Sie ernährt sich von kleinen Fluginsekten, jeglicher Art. Zur Aufzucht ihrer Jungen, benötigt die Rauchschwalbe circa 12.000 Insekten.

Mauersegler

Mauersegler - Apus apus

Die Mauersegler werden gerne mit den Schwalben verwechselt, da man sie im Flug verwechseln kann. Aber genaugenommen ist er nicht mit ihnen verwandt. Mauersegler gehören also nicht zu den Schwalbenarten. Trotzdem habe ich ihn hier mal mit aufgeführt. Der Mauersegler sitzt gerne auf Türmen oder anderen hohen Gebäuden.

Der Mauersegler hat eine Flügelspannweite von 40 Zentimetern. Damit sind sie wesentlich größer als die Schwalben. Die Flügel haben eine Sichel Form und sind sehr lang. Der Schwanz hingegen ist kurz und gegabelt. Das gesamte Gefieder ist bräunlich, allerdings hat die Kehle eine grauweiße Färbung. Bezüglich dem Farbverlauf gibt es keine Unterschiede zwischen männlichen und weiblichen Exemplaren. Jungtiere hingegen haben eine weiß geschubbte Stirn und einen größeren Kehlfleck. Sowohl der Schnabel als auch die Füße sind schwarz, die Iris jedoch ist tiefbraun. Der Gesang ist schrill, mit gezogenen, hohen Rufen.

Zu finden ist der Mauersegler in Einzelhöfen, Dörfern und Städten mit Hochhäusern. Dort lässt er sich auf Türmen oder Fabriken nieder. Verbreitet ist er in Europa, Nordafrika und in der Mongolei. Aber auch in Skandinavien, bei dem 70. Breitengrad ist er vertreten, gerade zur Brutzeit. Gebrütet wird vorzugsweise unter 1.00 Höhenmetern. Allerdings wurden auch schon Brutplätze in den Alpen auf 2.260 Höhenmetern gefunden.

In Europa wird der Bestand auf 3,9 bis 4,8 Millionen Brutpaare geschätzt. Der Anteil in Deutschland liegt bei 450.000 bis 900.000. Gebrütet wird in einer Kolonie. Lokal kann es zu drastischen Einbrüchen bei den Beständen kommen. Das liegt daran, dass viele Brutplätze verloren gehen.

Als Nahrung dienen dem Mauersegler Insekten, die in der Luft schweben oder Spinnen. Diese werden gezielt angeflogen und dann gefangen. Der Schnabel wird erst geöffnet, wenn sie zugreifen. Gejagt wird in einer Flughöhe von 3.000 Metern. Ist das Nahrungsangebot in tieferen Lagen fülliger, so wird in der Höhenlage gejagt. Besonders gerne fressen sie Käfer, Blattläuse, Bienen, Wespen, Ameisen oder Fliegen. In Afrika wurde beobachtet, dass schwärmende Termiten auch auf dem Speiseplan stehen. Die Flüssigkeitsaufnahme erfolgt im geraden Gleitflug direkt aus Gewässern.

Viele Brutplätze oder Nistmöglichkeiten sind bereits verloren gegangen. Das hängt mit Renovierungsarbeiten und Neubauten zusammen. Neubauten haben selten Nischen und Spalten, in denen die Brutplätze gebaut werden können.

Auch die moderne Forstwirtschaft zerstört Brutplätze, da sie Alt- und Totholz vernichtet. Gerade die kleineren Populationen, die in Bäumen brüten, leiden darunter. Auch die modernen, sterilen Gärten zerstören den Bestand. Sie bieten kein Nahrungsangebot. Auf einem Kunstrasen oder Steinbeet gibt es so gut wie keine Insekten.

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