Zaunkönig – Troglodytes troglodytes

Der Zaunkönig (lat. Troglodytes troglodytes) sticht vor allem durch seine winzige Körpergröße hervor. Hinter dem Somme- und Wintergoldhähnchen nimmt er seinen Platz als drittkleinster Vogel Europas ein. Sein Körpergewicht beschränkt sich auf gerade einmal 10 Gramm.

Für viele ist er auch unter dem Namen Schneekönig bekannt, da sein Gesang auch im Winter lebhaft erschallt.

Aussehen und Merkmale des Zaunkönigs

Zaunkönig - Troglodytes troglodytes
Bild von marliesplatvoet auf Pixabay

Der Zaunkönig zeichnet sich durch seinen hochgestellten, straffen Schwanz aus. Sein rostbraunes Gefieder ist hervorragend geeignet, um sich im Unterholz zu tarnen. Mit seinem spitzen, leicht gebogenen Schnabel ernährt sich der Zaunkönig vor allem von Insekten.

Männchen und Weibchen lassen sich optisch kaum auseinander halten, jedoch verfügen die Männchen über etwas größere Flügel. Bei den Weibchen weisen die Flügel eine Länge von 45 bis 48 Millimeter auf, bei den Männchen variiert die Flügellänge zwischen 49 und 53 Millimetern.

Lebensraum

Sowohl in Europa als auch in Asien ist der Zaunkönig zu finden. Wie bereits erwähnt bietet sein braunes Gefieder gute Möglichkeiten der Tarnung. Daher ist der Zaunkönig vor allem im Dickicht von Wäldern, sowie in Hecken und Büschen anzufinden.

Schling- und Kletterpflanzen bieten ebenfalls ausreichenden Schutz. Grundsätzlich bevorzugt der Zaunkönig Gebiete, die in der Nähe von Gewässern liegen.

Nahrung und Nahrungserwerb

Bei der Nahrungssuche wird vor allem tierische Nahrung bevorzugt. Der Vogel favorisiert Asseln, Spinnen, Tausendfüßler und Milben. Aber auch Insekten, wie z.B. Nachtfalter, Ameisen und Mücken stehen auf dem Speiseplan.

Lässt sich keine tierische Nahrung erbeuten, so greift der Zaunkönig gelegentlich auch auf kleine Samen oder Holunderbeeren zurück. Sowohl im Wurzelwerk als auch am Gewässerrand geht er gerne auf Beutejagd.

Selbst im Winter ist das Nahrungsangebot am Gewässerrand ausreichend vorhanden. Durch seinen kleinen, spitzen Schnabel kann er in kleinste Baumritze eindringen und das Unterholz nach Insekten oder Spinnen absuchen.

Ansonsten werden Kleintiere aus Gewässern aufgenommen. Weibchen gehen der Nahrungssuche meist auf dem Boden nach. Die Männchen hingegen wagen sich beim Nahrungserwerb auch gerne in höhere Baumkronen vor, um kleine Astlöcher nach Insekten abzusuchen.

Zaunkönig im Maschendrahtzaun
Bild von Kathy Büscher auf Pixabay

Verhalten

Meistens ist der Zaunkönig am Tag und in der Dämmerung aktiv. Dabei versucht er in dichten Sträuchern und Gestrüpp verborgen zu bleiben. Mit seinen kurzen Flügeln ist er ein schlechter Flieger, vielmehr hüpft er von einem Busch zum nächsten.

Kleinere Wasserflächen überquert er im Tiefflug. Während die Weibchen in der Brutzeit im Nest übernachten, bevorzugt das Männchen für seine Ruhephasen die dichte Bodenvegetation. Droht eine Gefahr durch Fressfeinde, weisen Männchen und Weibchen unterschiedliche Verhaltensweisen auf.

Weibchen verhalten sich zurückhaltend und sind stets bedacht, ihre Deckung vollständig auszunutzen. Auf der anderen Seiten versuchen Männchen mit heftigen Ausrufen vor Gefahr zu warnen.

Oftmals können somit Eichhörnchen oder Katzen vertrieben werden.

Brutverhalten beim Zaunkönig

Der Zaunkönig wird im ersten Lebensjahr geschlechtsreif. Das Männchen beginnt im Frühjahr mit der Suche nach einem geeigneten Brutrevier, um dort gleich mehrere Nester anzufertigen. Meist finden sich die Nester unter Baumwurzeln oder engem Buschwerk.

Sobald das Nest fertiggestellt wurde, stimmt das Männchen seinen Gesang an, um potenzielle paarungsbereite Weibchen anzulocken. Signalisiert das Weibchen ihre Paarungsbereitschaft, sucht sie sich unter den gebauten Nestern das geeignetste Werk aus.

Dabei überprüft sie vor allem Stabilität, Aufbau und Größe des Nestes. Nachdem die Kopulation erfolgt ist, versucht das Weibchen, das Nest mit Moos und Federn auszupolstern.

Das erste Ei wird etwa 5 Tage nach der Kopulation gelegt. Die Eier sind etwa 17 mal 12,5 Millimiter groß und wiegen maximal 1,4 Gramm. Während der Brutzeit ist das Weibchen auf sich allein gestellt und muss selber Nahrung beschaffen.

Die Brutzeit beträgt dabei etwa 14 bis 18 Tage. Weitere 10 bis 12 Tage vergehen, bis die neuen jungen das Nest verlassen. Auch nach dem Ausfliegen bleiben die jungen für lange Zeit als Familienverband zusammen.

Die Lebenserwartung eines Zaunkönigs beträgt etwa 3-4 Jahr. Höchstens wird er 7 Jahre alt.

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