Eichelhäher – Garrulus glandarius

In der Ornithologie als Garrulus glandarius bezeichnet, ist der Eichelhäher ein weltweit weit verbreiteter Singvogel und gehört zur Familie der Rabenvögel. Eichelhäher aus dem Süden und Westen Europas sind in der Regel Standvögel, das heißt, sie verlassen ihr bevorzugtes Gebiet nicht. Die Eichelhäher aus dem Osten, dem Norden und der Mitte Europas sind wiederum Teilzieher.

Hierbei verlassen nur Teile der Population das Brutgebiet und nehmen am Vogelzug teil und fliegen in den Süden. Lediglich einige Vögel der nördlichen Regionen verlassen ihr Brutgebiet komplett.

Aussehen und Merkmale des Eichelhähers

Eichelhäher - Garrulus glandarius

Der Eichelhäher ist zwischen 32 und 35 cm groß und besticht mit einem auffälligen Äußeren. Sein Körper hat eine rotbraune Farbe. Sein Schwanz ist schwarz, von dem ein weißer Bürzel absteht. Dieser ist vor allem während des Fluges gut zu erkennen.

Auffällig ist ein weißer Fleck am Flügel sowie die blau-schwarzen Flügeldecken. Die Scheitelfedern sind hingegen in schwarz-weiß gestreift. Bezüglich der Färbung des Gefieders besteht jedoch kein Unterschied zwischen Männchen und Weibchen, was bei Vögeln eher unüblich ist.

Mit einer Flügelspannweite von 53 Zentimetern und einem Gewicht von 170 Gramm gehört der Eichelhäher zu den mittelgroßen Rabenvögeln. Häufig leben die Vögel in kleineren Gruppen zusammen und gehen gemeinsam auf Nahrungssuche. Ebenfalls auffällig ist der Flug des Tieres. Dieser ist äußerst schwerfällig, was aber charakteristisch für den Eichelhäher ist.

Lebensraum

Der Eichelhäher besiedelt in der Regel alle Waldtypen. Aufgrund dieser Tatsache und seiner Wichtigkeit für das Ökosystem des Waldes wurde er als „Waldvogel des 20. Jahrhunderts“ ausgezeichnet.

Während der Brutzeit lässt sich der Eichelhäher in Mitteleuropa sowohl in Laubwäldern als auch in Nadelwäldern wieder. Mischwälder werden von ihm jedoch ebenso besiedelt. Obwohl sich der Vogel in unterschiedlichen Waldtypen niederlässt, ist er dennoch häufig in Wäldern mit lichteren Beständen anzutreffen. Bevorzugt bestehen die Wälder aus verschiedenen Altersstufen, einigen Lichtungen und Schlägen.

In Wäldern mit Monokulturen, in denen lediglich Kiefernbäume oder nur Buchen stehen, kommt der Eichelhäher nur in seltenen Fällen vor. Wenn er sich in diesen Gebieten ansiedelt, hält er sich am Waldrand oder an Lichtungen auf.

Landschaften, die eine ähnliche Vegetation wie Wälder aufweisen, sind auch typischer Lebensraum des Eichelhähers geworden. In großflächigen Gärten, in der Nähe von Parks oder auch an Friedhöfen brütet der Vögel ebenfalls. Während der Futtersuche ist er auch immer wieder in offenen Landschaften anzutreffen, vor allem an Haselsträuchern oder alleinstehenden Eichen.

Nahrung und Nahrungserwerb

Der Speiseplan des Eichelhähers ist sehr umfangreich und umfasst ein großes Nahrungsspektrum. Unter pflanzliche Kost fallen etwa Eichen, Bucheckern oder Nüsse. Des Weiteren frisst er Erbsen, Kartoffeln aber auch Beeren und Getreide. Außerdem wird sein Speiseplan mit tierischer Nahrung ergänzt. Dazu gehören Mäuse sowie große Insekten und deren Larven. Bei der Nahrungssuche dienen gelegentlich auch Nestlinge oder Vogeleier als Futter für den Eichelhäher.

Wenn die pflanzliche Komponente in der Nahrung überwiegt, geht der Vogel häufig zu Fuß auf Futtersuche. Hierbei durchwühlt er Laubschichten, sucht hinter Rinden nach Nahrung oder stochert mit dem Schnabel zwischen Baumwurzeln herum. Während der Brutzeit dehnt sich sein Suchgebiet jedoch überwiegend auf die Baumkronen aus.

Ab Herbst beginnt der Eichelhäher einen Vorrat für den Winter anzulegen. Dafür sammelt er Nüsse, Bucheckern und Eicheln. Diese versteckt er schließlich in Baumrinde, in Baumstümpfen oder einfach im Boden. Die so in den Boden gelangenden Eicheln, von denen in Folge einige vergessen werden, tragen maßgeblich zur Verbreitung der Eiche bei.

Eichelhäher auf Ast

Brutverhalten beim Eichelhäher

Die Eichelhäher brüten lediglich einmal pro Jahr. Die Paarungszeit findet zwischen April und Juni statt. Falls das Gelege verloren geht, gibt es in der Regel eine zweite Brut. Das Gelege umfasst zwischen drei und sechs Eiern. Ungefähr 16 Tage dauert es, bis die Eier ausgebrütet sind.

Die Tiere führen während des Jahres eine monogame Ehe, die aber nur für eine Brutsaison zustande kommt. Obwohl davon auszugehen ist, dass Eichelhäher bereits ab dem ersten Jahr geschlechtsreif sind, haben die meisten der Vögel erst ab dem zweiten Lebensjahr ihre erste Brut.

EICHELHÄHER UND SEIN RUF Garrulus glandarius

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