Wacholderdrossel – Aussehen, Lebensraum, Nahrung, Brutverhalten

Die Wacholderdrossel (Turdus pilaris) gehört zur Familie der Drosseln (Turdidae). In Deutschland kommt sie vor allem in westlichen und südlichen Regionen vor und ist dort auch regelmäßiger Brutvogel. Allerdings verlässt sie im Herbst ihre Brutgebiete, um als Kurzstreckenzieher, den Winter in Mittel- und Südwesteuropa oder im Mittelmeerraum zu verbringen. Bei uns kann man die Wacholderdrossel also meist das ganze Jahr beobachten.

Früher hatte die Wacholderdrossel auch noch die Bezeichnung Krammetsvogel. Abgeleitet ist dieser Name vom alten Namen Krammet für den Wacholder.

Systematik

  • Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
  • Unterordnung: Singvögel (Passeri)
  • Familie: Drosseln (Turdidae)
  • Unterfamilie: Turdinae
  • Gattung: Echte Drosseln (Turdus)
  • Art: Wacholderdrossel

Wie sieht eine Wacholderdrossel aus?

Aussehen und Merkmale der Wacholderdrossel

Bei der Größe liegt die Wacholderdrossel mit ihren 22 bis 27 cm auf dem Niveau einer Amsel. Allerdingt hat sie etwas längere Flügel und ist etwas schwerer als die Amsel. Beide Geschlechter unterscheiden sich im Erscheinungsbild nicht.

Schaut man sich andere Drosseln hier in unseren Gegenden an, dann kann man das Gefieder der Wacholderdrossel schon als sehr bunt bezeichnen. Das ist auf den Bildern auch ganz gut zu erkennen.

Der obere Rücken, die Schulterfedern und die Oberflügeldecken sind bei erwachsenen Vögeln rötlich braun gefärbt. Als Kontrast dazu sind der Kopf, der hintere und seitliche Hals sowie der hintere und untere Rücken hellgrau gefärbt.

Markant ist auch der deutlich sichtbare weiße Überaugenstreif.

Das Gefieder an der Kehle, am Vorderhals und an der oberer Brust sind auf ockerfarbenen Grund schwärzlich gestrichelt.

Wo leben Wacholderdrosseln?

Wacholderdrosseln bevorzugen als Lebensraum lichte Laub- und Mischwälder. Aber auch in großen Parks und Gärten kann man die Vögel häufig beobachten. Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich über fast ganz Europa bis tief nach Asien. Wie bereits erwähnt ist der Vogel ein typischer Kurzstreckenzieher.

Ende September starten die ersten Wacholderdrosseln ihre Wanderung in die Winterquartiere, die meist in Mittel- und Südwesteuropa oder im Mittelmeerraum liegen. Gezogen wird in kleineren Schwärmen, da Wacholderdrosseln gesellige Vögel sind.

Die Rückkehr in die Brutgebiete startet dann Mitte Februar, so dass die Brutgebiete zwischen März und April wieder erreicht werden.

Wir in Deutschland haben das Glück die Wacholderdrossel das ganze Jahr beobachten zu können. Jedenfalls in den Regionen, wo sie als Brutvogel auch vorkommt.

Was fressen Wacholderdrosseln?

Wacholderdrosseln suchen ihre Nahrung fast ausschließlich auf den Boden. Auf dem Speiseplan steht sowohl tierische, als auch pflanzliche Nahrung. Dabei ändert sich der Speiseplan, je nach Jahreszeit.

Während im Frühjahr und Sommer vor allem Regenwürmer, Schnecken und Insekten auf dem Speiseplan stehen, werden im Spätsommer und Herbst gern Früchte und Beeren gefressen. Häufig kann man sie auch beim Verzehr von Fallobst beobachten.

Wacholderdrossel auf Nahrungssuche

Brutverhalten und Fortpflanzung der Wacholderdrossel

Ich hatte ja bereits erwähnt, dass Wacholderdrosseln recht gesellige Vögel sind. Daher kommt es vor, dass sie nicht nur allein, sondern auch in kleineren Gruppen brüten. Gemeinsam wird dann das Gebiet um die Neste gegen Raben oder Greifvögel verteidigt.

Gebaut werden die Nester in Bäumen oder hohen Sträuchern. Der Rohbau besteht aus Grashalmen und Blättern, der dann mit feuchter Erde ausgekleidet wird. Als Polsterung innen werden dann feine Grashalme verwendet.

Meist im April startet das Weibchen dann mit der Eiablage. Bei uns hier brüten Wacholderdrosseln Ende Juni ein zweites Mal. Ein Gelege besteht aus 5 – 6 Eiern. Hin und wieder können es auch mal etwas weniger oder mehr sein.

Zwischen 10 und 13 Tagen werden die Eier vom Weibchen bebrütet. Nach dem Schlüpfen der Küken werden diese in den ersten 9 bis 10 Tagen ausschließlich vom Weibchen gehudert. Anschließend wird der Nachwuchs von beiden Elternteilen mit Futter versorgt.

Schon nach rund 18 Tagen können die jungen Wacholderdrosseln recht gut fliegen und mit etwa 30 Tagen sind sie dann schon selbständig.

Wacholderdrossel im Video

Bildquellen:

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