Hausrotschwanz – Phoenicurus ochruros

Der Hausrotschwanz (lat. Phoenicurus ochruros) gehört zur Familie der Fliegenschnäpper (Muscicaidea). Er ist etwas kleiner als der Haussperling, den ja wohl jeder kennt. Man kann ihn an seinem rostorangen Schwanz und dem dunklen Gefieder ganz gut erkennen. Er ernährt sich in erster Linie von Insekten, die er am Boden und auch in der Luft fängt. Die Art wird als ungefährdet betrachtet und die Population ist stabil.

Aussehen und Merkmale beim Hausrotschwanz

Hausrotschwanz - Phoenicurus ochruros
Bild von Wolfgang Vogt auf Pixabay

Den Hausrotschwanz kann man vor allem an seinem namengebendem Merkmal, dem roten Schwanz erkennen. Allerdings ist sind die mittleren Steuerfedern dunkelbraun gefärbt. Dieser besonders gefärbten Schwanz ziert Männchen und Weibchen und gemeinsam.

Genau wie beim Gartenrotschwanz auch, sind beim Hausrotschwanz Männchen und Weibchen farblich gut zu unterscheiden. Während das Männchen sehr dunkel gefärbt ist, wenn man von dem weißen Saum auf den mittleren Armschwingen absieht.

Das Weibchen ist im Gegenteil dazu eher unscheinbar. Die Oberseite ist meist graubraun, die Unterseite etwas heller.

Der muntere Vogel ist ständig in Bewegung, er zittert häufig mit dem Schwanz und knickt ständig in den Beinen ein.

Mit seinen 14-15 cm Körperlänge ist er etwas kleiner als der Haussperling, wie ich ja bereits eingangs erwähnte. Dafür hat er die etwas größere Flügelspannweite von bis zu 26 cm. Sein Gewicht schwankt um die 16 g.

Verbreitung, Wanderung und Lebensraum

Das Verbreitungsgebiet des Hausrotschwanzes ist größer als bei jeder anderen Rotschwanzart. Man kann den kleinen Singvogel von den zentralasiatischen Gebirgsregionen im Osten bis in die Bergregionen des Mittelmeerraums und Europas finden. Auch in den Tieflandregionen in Nordosteuropa, Mitteleuropa und Westeuropa ist der Hausrotschwanz zu finden.

Die Hausrotschwänze aus unseren Regionen sind sogenannte Kurzzieher. Sie verbringen die Winterzeit meist im Mittelmeerraum oder bis an den Nordrand der Sahara. Vögel aus wärmeren Regionen können aber auch durchaus Standvögel sein und den Winter in ihren Brutgebieten verbringen.

Ende Februar sind die ersten Vögel dann wieder in unseren Gärten (wenn man Glück hat) zu finden. Der Großteil trifft aber dann im März wieder hier ein.

Nahrung und Nahrungserwerb

Spezialisiert ist der Hausrotschwanz bei der Nahrung auf wirbellosen Kleintieren und hin und wieder auch Beeren. Bei der tierischen Nahrung ist der Vogel aber nicht so wählerisch. So stehen verschiedene Spinnenarten, Schmetterlingsraupen und Schnecken auf dem Speiseplan.

Der Hausrotschwanz ist ein sogenannter Wartenjäger. Das heißt erlauert auf Steinen, Pfosten oder Dächern auf seine Beute am Boden. Interessanterweise werden Bäume oder Sträucher eher selbsten als Beobachtungsposten genutzt.

Aber auch am Boden direkt wird regelmäßig nach Nahrung gesucht. Dabei bewegt sich der kleine Singvogel meist hüpfend fort.

Hausrotschwanz Nahrung
Bild von Eckehard Jagdmann auf Pixabay

Brutverhalten des Hausrotschwanz

Mit einem Jahr werden die Hausrotschwänze geschlechtsreif. Sie bilden für eine Brutsaison eine monogame Saisonehe. Das die Vögel aber recht reviertreu sind, kann es sein, dass die gleichen Paare sich auch im nächsten Jahr wieder zur Brut treffen.

Gerade in Süd- und Mitteleuropa schaffen die Hausrotschwänze zwei, manchmal sogar drei Bruten in einer Saison.

Hier bei uns in Mitteleuropa treffen die Weibchen in der Regel etwas später als die Männchen ein. Bevor sich ein Weibchen aber für ein bestimmtes Männchen entscheidet, sondiert sie zunächst mal die Lage. Das kann mehrere Tage dauern.

Der Hausrotschwanz ist ein Nischenbrüter. Felsspalten oder Nischen sind also die bevorzugten Plätze für das Nest. Da er sich auch immer häufiger in unserer Nähe aufhält, hat sich auch die Vorliebe der Neststandorte etwas verändert. Hauptsache etwas dämmrig, gut geschützt und überdacht sollte es sein. Auch Nistkästen werden angenommen aber eher selten.

Die Wahl des richtigen Standorts und der Nestbau selbst sind dabei ausschließlich Sache des Weibchens.

Im Durchschnitt legt das Weibchen fünf Eier. Wie häufig bei Singvögeln erfolgt die Eiablage früh morgens und zwar jeden Tag nur ein Ei. Mit dem Brüten wird dann meist nach der Ablage des letzten Ei begonnen. Gebrütet wird bei den Hausrotschwänzen zwischen 12 und 17 Tagen und zwar fast nur vom Weibchen.

Das Schlüpfen der Jungen erfolgt zeitnah hintereinander. Nach rund 11 Tagen ist das Gefieder der Jungen vollständig. Im Normalfall bleiben die Jungvögel zwischen 15 und 17 Tagen im Nest, ehe sie ausfliegen.

Aber auch dann werden sie noch von den Eltern mit Futter versorgt. Meist für die nächsten 10 Tage.

Hausrotschwanz und Gartenrotschwanz sicher und einfach unterscheiden

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