Gimpel oder Dompfaff – Pyrrhula pyrrhula

Der Gimpel (lat. Pyrrhula pyrrhula) ist ein Singvogel aus der Familie der Finken. Wenn man sich den Vogel anschaut, fällt das auch auf den ersten Blick auf. Wer sich nicht so mit den Vögeln im Garten auskennt, könnte den Gimpel auf den ersten Blick vielleicht auch mit dem Rotkehlchen verwechseln. Aber wenn man genauer hinschaut, gibt es doch deutliche Unterschiede.

Bevorzugt lebt der Gimpel, häufig auch Dompfaff genannt, im Nadelwald. Am liebsten in Fichtenschonungen. Aber auch in Mischwäldern kann man die kräftig gefärbten Vogel entdecken.

Was die Nahrung angeht, bevorzugt der Gimpel Samen von Wildkräutern und Knospen. Glücklicherweise gilt die Art zurzeit nicht als gefährdet.

Aussehen und Merkmale des Gimpel oder Dompfaff

Gimpel oder Dompfaff - Pyrrhula pyrrhula
Bild von Oldiefan auf Pixabay

Als Vertreter der Gattung Eigentliche Gimpel (lat. Pyrrhula) hat auch der Dompfaff eine eher gedrungene Gestallt und recht dünne Beine. Die Kopfplatte und das Kinn, sowie der kräftige Kegelschnabel sind schwarz gefärbt, ebenso wie der Schwanz.

Die dunklen Flügel besitzen einen weißen Streifen, die sogenannte Binde. Auch der Bürzel ist weiß. Das ist der hintere obere Bereich vor dem Schwanz.

Gimpel erreichen eine Körperlänge zwischen 15 und 19 cm und eine Flügelspannweite von 22 bis 26 cm. Er wird rund 26 g schwer oder eher leicht.

Männchen und Weibchen unterscheiden sich auch beim Gimpel recht deutlich. Das Männchen ist dabei deutlich farbiger als das Weibchen.

Wangen, Brust, Flanken und Oberbauch sind rot gefärbt, der Rücken meist blaugrau. Flügelbinden, Unterbauch, Unterschwanz und Bürzel bilden mit ihrer weißen Färbung einen deutlichen Kontrast.

Das Gimpel-Weibchen hat meist einen bräunlichgrauen Rücken. Brust, Flanken und Unterseite hingegen haben eine helle graubraune Färbung.

Lebensraum

Der Gimpel ist in Europa und Vorderasien vertreten. Selbst in Ostasien, Japan und Sibirien ist er zu finden. Wie bereits eingangs erwähnt, bevorzugt der Gimpel die Nadelwälder. Allerdings ist er nicht oberhalb der Waldzone in etwa 2000 m zu finden.

Aber auch in Parkanlagen und Gärten ist der Gimpel häufig zu finden. Aber hier sollten Nadelbäume zu finden sein.

Anders als z.B. die Gartengrasmücke ist der Gimpel kein Zugvogel, sondern ein sogenannter Standvogel bzw. Strichvogel. Das heißt er zieht im Winter nicht nach Süden, sondern er verlässt nur sein Brutgebiet und überwintert in etwas südlicheren Landstrichen.

Nahrung und Nahrungserwerb

Auf dem Speiseplan des Gimpels stehen Samen von Wildkräutern und Bäumen aber auch Knospen. Seltener werden auch Beeren oder Insekten gefressen. Bei den Samen ist der Dompfaff durchaus wählerisch. So werden vor allem die Samen von Birken und Fichten sowie Brennnesselgewächsen und Brombeeren bevorzugt.

Im Sommer stehen vor allem die Samen des Löwenzahns und der Vogelmiere auf dem Speiseplan des Vogels. Im Frühjahr und Winter greift er auch auf die Knospen von Obstbäumen zurück.

Gimpel mit Nahrung im Schnabel
Bild von JacekBen auf Pixabay

Brutverhalten beim Gimpel oder Dompfaff

Gebrütet wird zwischen April und August. Dabei führt der Gimpel in dieser Zeit eine monogame Brutehe. Ob es eine lebenslange Partnerschaft gibt, ist bis heute noch nicht sicher geklärt.

Bei diesen Vögeln gibt es ein interessantes Verhalten. Treffen sich nach der Jungmauser zwei unbekannte Vögel unterschiedlichen Geschlechts, wird ein bestimmtes Ritual ausgelöst. Das Weibchen fliegt mit aufgeblähtem Brustgefieder und weit offenen Schnabel auf das Männchen zu.

Da das Männchen den Instinkt hat das Weibchen nicht anzugreifen, bleiben noch zwei Möglichkeiten: Flucht oder Imponieren. Bleibt es sitzen ohne mit dem Imponieren zu beginnen, wird es vom Weibchen angegriffen. Das kann zu Verletzungen und sogar zum Tod führen.

Durch sein Imponierverhalten versucht das Männchen das Weibchen zu beruhigen und für sich zu gewinnen. Hat es Erfolg beginnen beide mit der Suche nach einem geeigneten Platz für das Nest. Hat das Männchen einen passenden Platz entdeckt, muss das Weibchen noch sein o.k. geben.

Wenn alles passt, beginnt das Gimpel-Weibchen mit dem Nestbau. Üblicherweise wird das Nest in einer Höhe von 120 bis 180 cm einer dichten Fichte, einem anderen dichten Nadelbaum oder dichten Gebüsch gebaut.

Die Eiablage, meist 4 bis 6 Eier, erfolgt täglich in den Morgenstunden. Das Weibchen beginnt aber erst mit dem Bebrüten, wenn auch das letzte Ei gelegt wurde. So wird verhindert, das die Jungen zeitversetzt schlüpfen.

Die Brutzeit dauert etwa 13 bis 14 Tage. In dieser Zeit versorgt das Männchen sein brütendes Weibchen regelmäßig mit Futter. Ab dem 20. Tag nach dem Schlüpfen nehmen die Jungvögel selbständig Nahrung auf und ab dem 35. Tag verlassen sie das Nest und die Nähe der Eltern.

Gimpel (Pyrrhula pyrrhula), oder auch Dompfaff

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