Gartenbaumläufer – Certhia brachydactyla

Der Gartenbaumläufer (lat. Certhia brachydactyla) ist recht schwer zu entdecken. Er gehört zur Gattung der Eigentlichen Baumläufer (lat. Certhia) und dort zur Familie der Baumläufer (lat. Certhiidae). Der kleine Vogel kommt in weiten Tiefland-Regionen in Mitteleuropa vor. Sollte man mal einen Gartenbaumläufer entdecken, dann kann es auch schnell passieren, dass man ihn mit dem Waldbaumläufer verwechselt. Beide Arten ähneln sich so sehr, dass eine Unterscheidung sehr schwer fällt.

Aussehen und Merkmale des Gartenbaumläufers

Gartenbaumläufer (Certhia brachydactyla)
Foto: Kathy Büscher Rinteln, Deutschland / CC BY (https://creativecommons.org/licenses/by/2.0)

Wie bereits erwähnt, kann man den Gartenbaumläufer sehr schnell mit dem Waldbaumläufer verwechseln. Er wird ca 12 cm lang und wiegt gerade mal rund 11 g. Auffällig ist sein nach unten gebogener Schnabel, der eine Länge von bis zu 12 mm erreichen kann.

Farblich ist der Gartenbaumläufer natürlich perfekt an seine Umgebung angepasst. Während die Unterseite des Vogels hell ist, sind sowohl das Weibchen und das Männchen in verschiedenen Brauntönen gefärbt. Perfekt an die Rinde von Bäumen angepasst.

Der kleine Gartenbaumläufer hat einen relativ langen Schwanz, der beim Klettern als Stütze verwendet. Im Flug wird der Schwanz dann natürlich zum Steuern benutzt.

Lebensraum und Verbreitung

Zu finden ist der Gartenbaumläufer in weiten Teilen von Westeuropa und Mitteleuropa. Geht man in Richtung Osten, dann kann man ihn auch noch an der Ostgrenze von Polen entdecken. Auch in Südeuropa, in den westlichen Gebieten Kleinasiens und auch in Nordafrika brütet der kleine Vogel.

Verbreitung des Gartenbaumläufers
Jimfbleak in der Wikipedia auf Englisch

Zu finden ist der Gartenbaumläufer vor allem in Laubwäldern und Parks. Aber auch in Gärten fühlt er sich zuhause, wenn genügend Obstbäume vorhanden sind.

Wenn es Winter wird verlässt der Gartenbaumläufer sein Brutgebiet. Allerdings ist er kein klassischer Zugvogel, sondern er sucht nur etwas wärmere Landstriche auf. Als Kurzstreckenzieher bleibt er in einem Radius von maximal 2000 km.

Nahrung und Nahrungserwerb

Gartenbaumläufer auf Nahrungssuche

Insekten, Spinnen, Käfern und Larven sind die Hauptspeise des Gartenbaumläufers. Und die findet er bevorzugt an Laubbäumen mit tiefer, borkiger Rinde. Und das sind vor allem Eichen, Eschen und Ulmen.

Um an die Leckerbissen zu kommen, klettert der Gartenbaumläufer in kurzen Sprüngen die Baumstämme hoch.

Er fängt also immer unten an und arbeitet sich dann nach oben. Auf seinem Weg pickt er dann mit seinem gebogenen Schnabel die Insekten und Larven aus den Spalten in der Rinde.

Den Gartenbaumläufer findet man im Winter übrigens so gut wie nie am Vogelfutterhaus.

Brutverhalten beim Gartenbaumläufer

Was den Nestbau angeht, sind sowohl die Weibchen als auch Männchen gleichermaßen beteiligt. Als Baumaterial wird Reisig, Moos, Halmen, Tierhaaren und Federn verwendet. Als Ort für das Nest werden bevorzugt Baumspalten verwendet.

In der Zeit von März bis Juli brüten die Gartenbaumläufer ein- bis zweimal. Das Weibchen legt dabei in der Regel fünf bis sieben Eier. Die Eier sind braun gesprenkelt. Das Brüten übernimmt das Gartenbaumläufer-Weibchen ganz allein und zwar 13 bis 15 Tage.

Die geschlüpften Jungvögel werden dann aber von beiden Elternteilen mit Nahrung versorgt. Nach 14 bis 15 Tagen verlassen die Jungtiere dann das Nest.

Gartenbaumläufer mit Gesang - Short-toed treecreeper singing (1080p HD)

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