Tierschutz von Vögeln

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Vögel im Garten sind eine wahre Bereicherung. Die Wohlfühloase ist mit Leben erfüllt. Heimische Wildvögel können ganzjährig beobachtet und gefüttert werden. Die beste Zeit hierfür sind die Morgen- und Abendstunden. Wenn Sie Maßnahmen ergreifen, um Vögel zu schützen, werden sich diese vermehrt antreffen lassen und mit etwas Glück sogar ihr Quartier in Ihrem Garten aufschlagen.

Warum sollten Vögel geschützt werden?

Tierschutz von Vögeln

Heimische Wildvögel sind zunehmend gefährdet, denn ihr natürlicher Lebensraum geht vermehrt verloren. Vögel reagieren sensibel auf Veränderungen unseres Ökosystems. 

Gründe für die Gefährdung des natürlichen Lebensraumes gibt es viele:

  • Verschmutzung der Böden
  • Verschmutzung des Wassers
  • Verschmutzung der Luft
  • Zerstörung der Wälder 
  • Urbanisierung der Lebensräume

In einem vogelfreundlichen Garten finden unsere gefiederten Freunde Zuflucht. Wer mit entsprechenden Maßnahmen heimische Vögel schützt, sorgt für eine Belebung innerstädtischer Flächen und hilft den Vögeln, ihren natürlichen Lebensraum zu erhalten.

Auch Interessant: ein Ratgeber zu den Bußgeldern bei Verletzung oder Tötung von geschützten Vögeln: https://www.bussgeldkatalog.org/tierschutz-voegel/

So lässt sich der Garten vogelfreundlich gestalten

Damit sich mehr Vögel im heimischen Garten einfinden, bedarf es keiner großen Anstrengung. Es genügt bereits, wenn Sie durch die Anpflanzung heimischer Sträucher den Tieren einen Unterschlupf bieten. 

Wilde Hecken aus mit Stacheln und Dornen besetzten Sträuchern bieten auch Vögeln, die ihre Nester in Bodennähe anlegen Sicherheit. Wer dazu eine „wilde Hecke“ aus Brennnesseln anlegt, wird durch das vermehrte Auftreten von Raupen und Faltern den Vögeln natürliche Nahrungsquellen anbieten können. 

Nistgelegenheiten bieten auch Fassadenbegrünungen, ausgehöhlte Baumstämme oder immergrüne Gehölze. Das Vorhandensein von stacheligen Hecken schützt die brütenden Vögel nicht nur vor Fressfeinden, sondern die Früchte stellen auch eine zusätzliche Nahrungsquelle dar.

Diese Wildsträucher eignen sich für den vogelfreundlichen Garten:

  • Berberitze
  • Besenginster
  • Faulbaum
  • Roter Hartriegel
  • Schwarzer Holunder
  • Himbeeren
  • Schlehe
  • Kornelkirsche

Auch der Rosengarten trägt zum aktiven Vogelschutz bei. Die Blumen werden von Bienen und Faltern aufgesucht und bieten mit ihren Früchten, den Hagebutten, eine wichtige Nahrungsquelle für Vögel, welche im Winter nicht in den Süden fliegen. 

Fehlt es an natürlichen Nistplätzen, können Sie auch künstliche Brutplätze schaffen. Das Anbringen von Nistkästen bietet sich in Gärten an, wo keine natürlichen Baumhöhlen anzutreffen sind.

Anbringen von Nistkästen im Garten für den Tierschutz

Totholz nutzen statt entsorgen

Abgestorbene Bäume müssen nicht zwingend entfernt werden. Stellt es keine Gefahrenquelle dar, bereichert Totholz den vogelfreundlichen Garten. Die Vögel finden hier Unterschlupf und Nahrung, denn zahlreiche Käfer fressen totes und absterbendes Holz. 

Beim jährlichen Rückschnitt der Bäume und Sträucher fällt vermehrt Astmaterial an. Daraus lässt sich eine vogelfreundliche Totholzhecke anlegen. Eine sogenannte Benjeshecke ist zwar zunächst wenig ansehnlich, doch dies ändert sich schnell. Vögel brüten nicht nur im Astwerk, sie tragen auch Samen heran und sorgen so für die natürliche Begrünung der Hecke. Mit der Zeit entsteht ein wertvolles Kleinbiotop.

Tipp: Wenn Sie keine Hecke anlegen möchten, schichten Sie Totholz einfach zu einem Haufen auf.

Fenster nicht zur Falle werden lassen

Zum aktiven Vogelschutz gehört nicht nur der Garten selbst, sondern auch das umliegende Terrain. Halten sich vermehrt Vögel im Garten auf, besteht die Gefahr, dass diese Ihre Fensterscheiben nicht als Hindernis wahrnehmen und mit dem Glas kollidieren. Dies führt nicht selten zum Tod der Tiere. 

Am schnellsten übersehen werden weitläufige Glasfronten, wie etwa die Terrassentür oder der Wintergarten. Fenster, die mit Vorhängen oder Jalousien versehen sind, können die Tiere als Hindernisse wahrnehmen. Ist dies nicht der Fall, hilft es, die Glasfronten mit Fensterabziehbildern zu versehen oder selbst kreativ zu werden und zu Window Color zu greifen.

Futterhäuschen aufstellen – aber richtig 

Das Aufstellen von Futterhäuschen sorgt dafür, dass bald reges Treiben in Ihrem Garten herrscht. Ganz gleich, ob Futterhaus, Futtersäule oder Meisenknödel, die an den Ästen der Bäume aufgehängt werden, die Vögel werden in großer Schar anzutreffen sein. Besonders im Winter sind die Tiere auf das zusätzliche Nahrungsangebot angewiesen.

Tipp: Es spricht nichts dagegen, Wildvögeln, die in städtische Lebensräume vordringen, ganzjährig spezielles Vogelfutter anzubieten. 

Wichtig ist der richtige Aufstellort der Futterstelle. Die Vögel sind beim Fressen abgelenkt und könnten schnell Fressfeinden zum Opfer fallen. Futterhäuschen sind in ausreichender Höhe anzubringen. Eine Höhe von etwa zwei Metern ist ideal, damit die Futterstelle von Katzen nicht erreicht werden kann. 

Wählen Sie einen ruhigen Platz für die Futterstelle aus und lassen den Tieren mit Hecken und Bäumen in unmittelbarer Nähe natürliche Fluchtmöglichkeiten offen. 

Dünger aus der Natur, anstatt dem Chemielabor

Damit es im Garten grünt und blüht, scheuen viele Hobbygärtner nicht den Griff zu chemischen Pestiziden. Diese vertreiben nicht nur Schädlinge, sondern schaden auch den Vögeln und unserem Ökosystem. 

Es gibt eine ganze Reihe von natürlichen Alternativen, welche für eine wirkungsvolle Düngung und die Vertreibung von Schädlingen zu sorgen:

  • Kieselgur
  • Seifenlauge
  • Knoblauch-Sud 
  • Brennnessel-Jauche 
  • Ackerschachtelhalm-Brühe 

Besonders gefährlich sind Vernebler, da sich die giftigen Stoffe in der Luft verteilen und auf den Pflanzen ablagern.

Tipp: Blattläuse zählen zu den häufigsten Schädlingen an Gartenpflanzen. Werden die Pflanzen häufiger mit einem harten Wasserstrahl besprüht, können Sie für eine natürliche Schädlingsbekämpfung sorgen, ohne auf gesundheitlich bedenkliche Substanzen zurückgreifen zu müssen.  

Stubentiger nicht zu Raubtieren werden lassen

Auch wenn es so scheinen mag, als könnte Ihre Katze keiner Fliege etwas zuleide tun, der Schein trügt. In unseren zahmen Haustieren schlummert ein unbändiger Jagdtrieb. Katzen werden zu Vogel-Jägern, auch wenn der Fressnapf gut gefüllt ist und kein Hunger verspürt wird. 

Damit die Vögel im Garten nicht gefährdet sind, sollten die Tiere während der Brutzeit der Vögel möglichst im Haus gehalten werden. Abgeschirmte Bereiche auf Balkon oder Terrasse können eine Alternative bieten. 

Damit die Vögel den Übergriffen der Tiere nicht schonungslos ausgeliefert sind, bieten sich Halsbänder für Freigänger-Katzen an. Die meisten Halsbänder sind mit einer kleinen Glocke versehen. Bewegt sich die Katze auf die Vögel zu, dient die Glocke den Vögeln als Warnung und sie können sich rechtzeitig in Sicherheit bringen.