Blaumeise – Parus caeruleus

Wer im Winter Vögel füttert, bekommt die geschickte und lebhafte Blaumeise, lateinisch Parus caeruleus genannt, oft zu Gesicht. An Futterstellen erscheinen sie in der kalten Jahreszeit oft und streiten sich mit anderen Vögeln um die besten Körnchen. Die Blaumeise gehört zu der Familie der Meisen. Die Bestimmung ist dank dem blau-gelben Federkleid einfach.

Sie bevorzugen als Lebensraum Laubwälder und Mischwälder, die einen hohen Anteil an Eichen aufweisen. Doch auch in Parkanlagen und in Gärten sind sie häufig anzutreffen.

Aussehen und Merkmale der Blaumeise

Blaumeise - Parus caeruleus

Die Blaumeise ist knapp zwölf Zentimeter groß. Sie sind bekannt wegen dem hellblauen Gefieder auf der Oberseite und am Kopf.

Das Gefieder der Blaumeise hat im Kopfbereich eine ihnen typische Musterung. Die weiße Stirn reicht vom Schnabelansatz bis zum Augenwinkel. Dieses weiß Gefieder geht in eine hellblaue Kopfplatte über.

Auch die Wangen der Blaumeise sind weiß. Vom Schnabelansatz bis zum dunkelblauen Nackenband ist ein schmaler, schwarzer Streifen zu sehen.

Auffällig sind auch die hellblauen Steuerfedern und die Färbung der Bauchseiten, Flanken sowie der Brust in leuchtendem Gelb. Der Rücken und die Schultern sind grünlich.

Die ultraviolette Musterung des Gefieders kann vom menschlichen Auge nicht wahrgenommen werden, spielen aber bei der Partnerwahl eine große Rolle.

Der Schnabel der Blaumeisen ist von einem dunklen Hornbraun. Er ist kürzer und höher als der anderer Meisenarten. Die Augen sind braun. Die dunklen blau-grauen Füße haben graue Krallen.

Jungvögel haben bis zum Herbst in ihrem ersten Lebensjahr eine blassgelbe Färbung im Bereich des Kopfes, da dieses Gefieder erst nach der Jugendmauser die typische Färbung der Blaumeisen annimmt.

Die weiblichen und männlichen Tiere können durch äußere Merkmale kaum voneinander unterschieden werden.

Lebensraum

Die Blaumeisen werden in 14 bis 16 Unterarten eingeteilt, diese wiederum werden in zwei Gruppen aufgeteilt.

Eine Gruppe der Blaumeisen, sind jene, die in fast ganz Europa vorkommen. Nur ganz im Norden und in den hohen Lagen in den Alpen fehlen sie. Auch rund um das Schwarze Meer bis hin zum Kaspischen Meer sind sie zu Hause.

Die Blaumeisen, die in der Küstenregion von Marokko, Algerien und Tunesien sowie auf den Balearen heimisch sind, gehören zur zweiten Gruppe der Blaumeisen.

Hierzulande können Blaumeisen in Laub- und Mischwäldern, in denen viele Eichen stehen, selten in reinen Eichenwäldern gefunden werden. Aber auch in den Gärten und in Parks ist die Blaumeise häufig zu beobachten.

Die Blaumeise kommt vor allem im Flachland vor. Im Gebirge ist sie fast nur in den Tälern anzutreffen. Gerade in Mitteleuropa, aber auch in Ost- und Nordeuropa gibt es Blaumeisen, die lange in ihrem Brutgebiet bleiben, aber auch andere, die als Zugvögel leben.

Nahrung und Nahrungserwerb

Eigentlich bevorzugen die Blaumeisen tierische Kost in Form von Spinnen und Insekten. Auch Blattläuse sind eine wichtige Beute für Blattläuse. Doch außerhalb der Fortpflanzungsperiode nehmen sich auch gerne Sämereien und andere pflanzliche Kost zu sich. Deren Bedeutung nimmt im Herbst und im Winter zu. Im Winter fressen Blaumeisen häufig an von Menschen zur Verfügung gestellten Futterstellen. Diese werden, wenn sie dann vorhanden sind, auch während der Brutsaison gerne genutzt.

Beim Nahrungserwerb kommt ihnen ihre Geschicklichkeit entgegen. Sie können sich an äußerste Zweige klammern und die Nahrung auch kopfüber hängend suchen. Den kurzen Schnabel nutzen sie, um kleine Objekte und Tiere aus Spalten hervorzuholen.

Das richtige Futter für Blaumeisen und Co.

Brutverhalten der Blaumeise

Meistens brüten die Blaumeisen in Baumhöhlen, nehmen aber häufig auch angebotene Nistkästen an. Sowohl in Bezug auf ihre Bruthöhle, als auch bei der Futtersuche stellt die deutlich größere Kohlmeise die größte Konkurrenz für Blaumeise dar.

Den Winter verbringen Blaumeisen häufig in gemischten Schwärmen. Doch schon Mitte Januar fangen diese an, sich aufzulösen und die Blaumeisen Männchen beginnen, mögliche Konkurrenten aus der Nähe der Weibchen zu vertreiben. Die Umwerbung und Paarfindung kann bis zum März dauern.

Blaumeisen bauen aufwendige Nester und investieren viel Zeit darin. Sie verwenden dafür fast nur bereits vorhandene Höhlen. Danach beginnen die ersten Kopulationen und danach die Eiablage der Weibchen.

Ein mittleres Gelege hat 6 bis 12 Eier. Bebrütet werden die Eier fast ausschließlich von den Weibchen. Währenddessen kümmert sich das Männchen um die Revierverteidigung.

Die Eier werden 12 bis 17 Tage bebrütet. Danach beginnt der Schlupf, der sich über zwei bis drei Tage hinzieht.

Die Nestlinge verbleiben 16 bis 22 Tage im Nest. Das Männchen kümmert sich in dieser Phase um die Futtersuche.

Anfangs übergibt das Männchen dem Weibchen häufig das Futter, welches dann die Jungvögel füttert. Je älter die Jungvögel sind, desto mehr füttert das Männchen die Kleinen auch selber.

Auch nachdem die Jungvögel das Nest verlassen haben, werden sie weiter durch die Elterntiere gefüttert, bis die Jungvögel allmählich anfangen, sich ihr Futter selber zu suchen.

Aus dem Familienleben der Blaumeisen (Parus Caeruleus)

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