Grauammer – Aussehen, Lebensweise, Brutverhalten

Die Grauammer (Emberiza calandra) ist ein Singvogel und gehört zur Familie der Ammern (Emberizidae). Bevorzugt werden von Grauammern offene Landschaften mit einzelnen Bäumen oder Büschen. Aber auch Ackerränder, Grünflächen und Brachen werden als Lebensraum gern genutzt.

Auf Grund der rückläufigen Zahlen wird diese Vogelart auf der Vorwarnliste der Roten Liste der Brutvögel Deutschlands von 2015 geführt. In der Fassung von 2016 ist die Grauammer nicht mehr aufgeführt.

Systematik

  • Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
  • Unterordnung: Singvögel (Passeri)
  • Überfamilie: Passeroidea
  • Familie: Ammern (Emberizidae)
  • Gattung: Ammern (Emberiza)
  • Art: Grauammer

Wie sieht eine Grauammer aus?

Aussehen und Merkmale bei der Grauammer
Bild von Vasil Tanev

Die Grauammer, oder „Emberiza calandra“, ist ein faszinierender Vogel, den du in offenen Landschaften Europas, Nordafrikas und Teilen von Asien antreffen kannst. Diese Vögel sind durchschnittlich etwa 18 cm groß und wiegen ungefähr 25-35 Gramm. Ihr Gefieder ist in erster Linie graubraun, wobei die Männchen eine auffällige schwarze Kehle haben, die sich stark von ihrem weißen Bauch abhebt. Die Weibchen ähneln den Männchen, sind jedoch weniger kontrastreich gefärbt.

Ein charakteristisches Merkmal der Grauammer ist ihr konisches, spitz zulaufendes Schnabel, der perfekt auf ihre Ernährungsgewohnheiten abgestimmt ist. Diese Vögel sind Allesfresser und ernähren sich von einer Vielzahl von Nahrungsmitteln, darunter Samen, Getreide und Insekten.

Insgesamt hat die Grauammer ein unauffälliges, aber gut angepasstes Erscheinungsbild, das es ihr ermöglicht, sich in ihren Lebensräumen zu tarnen und Nahrung zu finden. Ihre Anpassungsfähigkeit und ihr Verhalten machen sie zu einem interessanten Vogel, den es zu beobachten lohnt.

Wo leben Grauammern?

Grauammern, oder wissenschaftlich Emberiza calandra genannt, sind Vögel, die hauptsächlich in offenen Agrarlandschaften, Grasländern und Steppen zu finden sind. Diese Lebensräume bieten ihnen ideale Bedingungen für ihre Nahrungssuche und Fortpflanzung.

Du kannst Grauammern in verschiedenen Teilen Europas entdecken, von Westeuropa bis in den Osten und bis nach Russland hinein. Sie sind auch in Nordafrika und einigen Teilen Asiens vertreten. In diesen Regionen bewohnen sie häufig Felder, Wiesen, Brachland und Weiden. Sie fühlen sich besonders in Gebieten wohl, wo es genügend niedriges Gras und Getreide gibt, da sie sich dort leichter vor Feinden verstecken können.

Ein interessantes Merkmal der Grauammer ist ihre Fähigkeit zur Anpassung an menschlich veränderte Lebensräume. Sie haben sich erfolgreich in landwirtschaftlich genutzten Gebieten angesiedelt, wo es Feldfrüchte und Ackerland gibt. Das macht sie oft zu einem vertrauten Anblick für Landwirte und Naturfreunde in ländlichen Regionen.

Während der Brutzeit bauen Grauammern ihre Nester normalerweise am Boden, gut versteckt im Gras oder in anderen Pflanzen. Dies hilft ihnen, ihre Eier und Jungen vor Raubtieren zu schützen. Wenn du also in offenen, landwirtschaftlich geprägten Gebieten unterwegs bist, halte die Augen offen, denn du könntest die Grauammer in ihrem natürlichen Lebensraum entdecken.

Was fressen Grauammern?

Grauammern sind Allesfresser und haben eine vielfältige Ernährung. Ihre Nahrung besteht hauptsächlich aus Samen, Getreide und Insekten.

Während des Großteils des Jahres ernähren sich Grauammern hauptsächlich von Samen und Getreide, die sie auf landwirtschaftlichen Feldern, in Wiesen oder auf Brachland finden. Dies kann Getreidesorten wie Weizen, Gerste, Hafer und Hirse einschließen. Sie sind besonders geschickt darin, die Samen aus den reifen Ähren oder Pflanzen zu extrahieren.

Im Frühling und Sommer, während der Brutzeit, nehmen Grauammern auch vermehrt Insekten in ihre Ernährung auf. Dies hilft ihnen, ihren Jungen eine proteinreiche Nahrung zu bieten, die für deren Wachstum und Entwicklung wichtig ist. Zu den Insekten, die sie fressen, gehören Heuschrecken, Käfer, Ameisen und andere wirbellose Tiere.

Grauammern sind auch bekannt dafür, gelegentlich Beeren und andere Pflanzenteile zu sich zu nehmen, insbesondere wenn Samen und Insekten knapp sind. Ihre Anpassungsfähigkeit bei der Nahrungssuche hat es ihnen ermöglicht, in verschiedenen Lebensräumen zu überleben und zu gedeihen.

Wenn du Grauammern beobachtest, wirst du feststellen, dass sie oft auf dem Boden nach Nahrung suchen, insbesondere in offenen Flächen. Ihre vielfältige Ernährung macht sie zu wichtigen Akteuren im Ökosystem und zeigt, wie sie sich an unterschiedliche Umweltbedingungen anpassen können.

Grauammer mit Nahrung im Schnabel
Bild von Marc Pascual

Brutverhalten und Fortpflanzung bei Grauammern

Die Brutzeit für Grauammern erstreckt sich in der Regel von Frühling bis Sommer. Während dieser Zeit suchen die Männchen aktiv nach geeigneten Brutplätzen, um die Weibchen anzulocken. Sie führen oft beeindruckende Balztänze auf und singen melodische Lieder, um ihre Bereitschaft zur Paarung zu zeigen und ihr Revier zu verteidigen. Die charakteristischen Rufe der Männchen sind ein wichtiger Bestandteil dieses Werbungsprozesses.

Sobald ein Weibchen einen geeigneten Partner ausgewählt hat, beginnen sie mit dem Nestbau. Grauammern bauen in der Regel Bodennester, die gut versteckt sind, um ihre Eier und Jungen vor Raubtieren zu schützen. Das Nest wird aus Grashalmen und anderen Pflanzenmaterialien gewoben und mit Federn ausgekleidet, um einen gemütlichen Unterschlupf zu schaffen.

Die Weibchen legen normalerweise 4-6 Eier, die grünlich mit braunen Flecken versehen sind. Die Brutdauer beträgt etwa 12-14 Tage, während der das Weibchen die Eier bebrütet. In dieser Zeit bringt das Männchen Futter für das Weibchen, um sie bei der Versorgung zu unterstützen.

Nach dem Schlüpfen kümmern sich beide Elternteile gemeinsam um die Fütterung der Jungen. Die Küken sind zunächst hilflos und nackt, aber sie wachsen schnell heran. Die Eltern sorgen dafür, dass sie mit Insekten und Samen gefüttert werden, um ihr Wachstum zu fördern. Nach einigen Wochen sind die Jungvögel flügge und beginnen, das Nest zu verlassen.

Das Brutverhalten und die Fortpflanzung bei Grauammern sind beeindruckende Prozesse, die zeigen, wie diese Vögel sich an ihre Umgebung anpassen und ihren Nachwuchs erfolgreich aufziehen. Beobachten, wie Grauammerfamilien zusammenarbeiten, kann eine faszinierende Erfahrung sein.

Haben Grauammern Feinde?

singende Grauammer
caroline legg, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

Wie viele andere Vögel haben auch Grauammern natürliche Feinde, die sie in ihrer Umwelt beachten müssen.

Zu den potenziellen Feinden der Grauammern gehören in erster Linie Raubvögel wie Eulen, Falken und Bussarde. Diese Greifvögel sind geschickt darin, kleine Vögel wie Grauammern zu jagen und zu erbeuten. Die Grauammern sind jedoch nicht wehrlos und haben verschiedene Tarn- und Fluchtstrategien entwickelt, um sich vor diesen Gefahren zu schützen. Wenn sie Gefahr wittern, fliegen sie oft auf und verstecken sich im hohen Gras oder in Büschen, um sich vor Raubvögeln zu verbergen.

Ein weiterer potenzieller Feind sind landwirtschaftliche Aktivitäten und die Veränderung von Lebensräumen. Der Verlust von Brachland und Grasflächen durch den Menschen kann die Lebensräume der Grauammern beeinflussen und ihren Lebensraum verringern. Pestizideinsatz in der Landwirtschaft kann auch die Verfügbarkeit von Insekten, einer wichtigen Nahrungsquelle, reduzieren und somit die Nahrungsversorgung der Grauammern beeinträchtigen.

Zu den Bodenfeinden von Grauammern gehören auch Raubtiere wie Füchse und Marder, die in der Lage sind, die Nester zu erreichen und Eier oder Jungvögel zu fressen. Deshalb ist die Wahl eines gut versteckten Neststandorts von entscheidender Bedeutung für den Schutz ihres Nachwuchses.

Insgesamt haben Grauammern, wie viele andere Tierarten, im Laufe der Evolution Anpassungen entwickelt, um mit ihren natürlichen Feinden umzugehen. Ihre Fähigkeit, sich unauffällig zu verhalten und ihre Jungen gut zu schützen, hilft ihnen, trotz dieser Herausforderungen in ihren Lebensräumen zu überleben.

Steckbrief der Grauammer

MerkmalInformationen
Wissenschaftlicher NameEmberiza calandra
VerbreitungEuropa, Nordafrika und Teile von Asien
LebensraumOffene Agrarflächen, Grasland und Steppen
GrößeDurchschnittlich 18 cm
GewichtEtwa 25-35 Gramm
GefiederMännchen: Graubraun mit schwarzer Kehle und
einem weißen Bauch; Weibchen ähnlich, aber
weniger kontrastreich
NahrungSamen, Getreide und Insekten
BrutzeitFrühling bis Sommer
NestBodennest, oft gut versteckt im Gras
Gelege4-6 Eier, grünlich mit braunen Flecken
BrutdauerEtwa 12-14 Tage
FlugfähigkeitFlugfähig, aber eher kurzstrecken- und
bodenorientiert
ZugverhaltenTeilzieher, einige Vögel überwintern in
wärmeren Regionen
SchutzstatusNicht gefährdet (LC – Least Concern)

Grauammer im Video

Bildquellen:

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