Geier in Deutschland: Artenvielfalt, Lebensweise und Schutzmaßnahmen

Heute möchte ich über ein faszinierendes Tier sprechen, das in Deutschland lebt: den Geier. Obwohl Geier oft mit düsteren Vorstellungen in Verbindung gebracht werden, spielen sie eine wichtige Rolle in unserem Ökosystem. Sie sind die „Müllabfuhr“ unserer Natur und halten die Umwelt sauber. Leider sind die Geierarten in Deutschland bedroht und brauchen unseren Schutz.

In diesem Beitrag erfährst du alles über die verschiedenen Geierarten in Deutschland, ihre Lebensweise, ihre Verbreitung und wie wir sie schützen können. Also, schnapp dir eine Tasse Tee und lies weiter!

Welche Arten von Geiern kommen in Deutschland vor?

Gänsegeier als Geier in Deutschland
Gänsegeier

Okay, sprechen wir zunächst über die in Deutschland vorkommenden Geierarten. Insgesamt gibt es zwei Geierarten, die man in Deutschland regelmäßig beobachten kann: den Gänsegeier und den Mönchsgeier.

Der Gänsegeier (Gyps fulvus) ist ein großer Vertreter der Altweltgeier und gehört zur Familie der Aegypiinae. Die Körperlänge ausgewachsener Tiere beträgt 93 bis 110 cm, die Flügelspannweite 234 bis 269 cm. Das Gewicht liegt zwischen 6,2 und 11,3 kg. Männchen und Weibchen sehen gleich aus und zeigen keinen Geschlechtsdimorphismus in Färbung, Größe oder Gewicht.

Der Gänsegeier hat einen hellbraunen bis hellrotbraunen Rumpf mit ausgeprägten hellbeigen Stricheln, vor allem auf der Unterseite. Die Beinbefiederung sowie die kleinen und mittleren Unter- und Oberflügeldecken sind ebenfalls hellbraun bis hellrotbraun. Handschwingen, Armschwingen und Schwanzfedern sind schwarz. Die Füße und Zehen sind dunkelgrau mit scharfen Krallen.

Auffällig beim Gänsegeier sind die hellen Hals- und kurzen Schwanzfedern sowie die schmalen hellen Bänder auf den Unterflügeln.

Der Mönchsgeier (Aegypius monachus) ist eine der größten Geierarten Europas und gehört zu den Altweltgeiern. Er hat ein dunkelbraunes Gefieder, das aus der Ferne schwarz erscheint. Der Oberkopf ist hell, die Augen sind dunkel, er hat eine dunkle Gesichtsmaske und einen kräftigen Schnabel mit einem schwarzen Haken an der Spitze.

Die kräftigen Beine und Zehen sind fleischfarben, die Krallen schwarz. Männchen und Weibchen sehen aus der Ferne gleich aus, aber das Weibchen ist größer und schwerer als das Männchen. Der Mönchsgeier erreicht ein Körpergewicht von 7 bis 12 kg und eine Flügelspannweite von 250 bis 295 cm.

Der Mönchsgeier ist seltener als der Gänsegeier und kommt vor allem in den Pyrenäen und Alpen vor.

Wichtig zu wissen ist, dass beide Geierarten in Deutschland vom Aussterben bedroht sind und deshalb unter strengem Schutz stehen. Aber keine Sorge, es gibt Schutzprogramme und Maßnahmen, um die Bestände zu erhalten und wieder aufzubauen.

Gehören Geier zu den Greifvögeln?

Ja, Geier gehören zur Familie der Greifvögel. Geier sind eine Gruppe von Greifvogelarten, die sich in ihrer Lebensweise und Anatomie stark voneinander unterscheiden und verschiedenen Familien angehören. Es gibt etwa 20 Arten von Altweltgeiern (Aegypiinae), z. B. den Mönchsgeier, den Sperbergeier und den Gänsegeier.

Zu den Neuweltgeiern (Cathartidae) gehören sieben Arten, darunter der Königsgeier und der Andenkondor. Der Andenkondor gilt mit einer Flügelspannweite von 3 Metern und einem Gewicht von bis zu 15 kg als der größte Greifvogel.

Greifvögel, zu denen ja auch der Turmfalke, Rotmilan, Sperber oder Habicht gehören, sind Spitzenprädatoren, die sich von anderen Tieren wie Vögeln, Hasen, Nagetieren, Fischen und Eidechsen ernähren. Die meisten Raubvögel sind Einzelgänger. Sie sind auf allen Kontinenten mit Ausnahme der Antarktis verbreitet.

Ihre Flugweise hilft ihnen bei der Jagd. Im Gleitflug erspähen sie ihre Beute, die sie dann im Sturzflug und mit wendigen Manövern erbeuten. Als Spitzenprädatoren sind Greifvögel für das Gleichgewicht ihres Lebensraumes von großer Bedeutung, da sie alte, kranke und schwache Tiere erbeuten und durch ihren Beitrag die Bestände von Beute- und Mesoprädatorenarten unter Kontrolle halten.

Wo kann man Geier in Deutschland beobachten?

In Deutschland sind Gänsegeier in den südlichen Regionen des Landes zu finden. In den letzten Jahren hat die Zahl der Gänsegeier-Sichtungen in Mitteleuropa, einschließlich Deutschland, zugenommen. Dies ist auf eine starke Zunahme der Gänsegeierpopulation in Südwesteuropa zurückzuführen.

Von 1800 bis 1997 wurden zum Beispiel nur 11 Individuen in den Niederlanden beobachtet. Seit 1997 wird die Art dort jedoch jährlich beobachtet. Die Herkunft dieser Vögel, die nach Mitteleuropa fliegen, wurde durch farblich markierte Tiere bestätigt.

Laut einem Bericht des NABU SH (Naturschutzbund Schleswig-Holstein) ist zu erwarten, dass mit der zunehmenden Population der Gänsegeier in den südlichen Nachbarländern diese in den kommenden Jahren häufiger nach Deutschland einfliegen werden.

In dem Bericht heißt es außerdem, dass Änderungen an den bestehenden Gesetzen notwendig sind, um die Entsorgung von Tierkadavern auf offenen Flächen zu ermöglichen. Dies würde Aasfressern wie dem Gänsegeier eine Nahrungsquelle bieten und ihnen helfen, während ihrer Wanderung zu überleben.

Insgesamt hat die Zahl der Gänsegeier-Sichtungen in ganz Mitteleuropa aufgrund ihrer wachsenden Population und ihres Wanderverhaltens zugenommen. Obwohl sie vor allem in Süddeutschland vorkommen, ist zu erwarten, dass sie mit der wachsenden Population und den veränderten Wanderungsmustern im ganzen Land häufiger zu sehen sein werden.

Mönchsgeier beim Fressen
Mönchsgeier beim Fressen

Wie leben Geier in Deutschland?

Geier sind im Allgemeinen sehr soziale Tiere und leben häufig in Gruppen. In Deutschland leben Gänse- und Mönchsgeier meist paarweise oder in kleinen Familienverbänden. Sie bevorzugen die Nähe von Felsen und Schluchten, die ihnen Schutz und Brutplätze bieten.

Geier sind Aasfresser und spielen daher eine wichtige Rolle im Ökosystem, indem sie den Kreislauf von Leben und Tod aufrechterhalten. Sie ernähren sich von toten Tieren und können Kadaver in kurzer Zeit vollständig vertilgen. Durch die schnelle Entfernung von Tierkadavern aus der Umgebung tragen sie zur Minimierung von Krankheiten und Infektionen bei.

Obwohl Geier Aasfresser sind, können sie aufgrund ihrer Größe und Stärke auch andere Tiere jagen, wenn diese hungrig sind oder keinen Zugang zu Aas haben. In der Regel greifen sie jedoch nur kranke oder schwache Tiere an, um das Gleichgewicht in der Natur zu erhalten.

Es ist wichtig zu betonen, dass Geier in Deutschland unter strengem Schutz stehen und weder bejagt noch gestört werden dürfen. Um ihre Bestände zu erhalten und wieder aufzubauen, ist es wichtig, ihre natürlichen Lebensräume zu schützen und zu erhalten. Indem wir uns bewusst für den Schutz dieser majestätischen Tiere einsetzen, können wir dazu beitragen, dass Geier auch in Zukunft in Deutschland leben können.

Welche Bedeutung haben Geier für das Ökosystem?

Geier spielen eine wichtige Rolle im Ökosystem, indem sie den Kreislauf von Leben und Tod aufrechterhalten. Als Aasfresser ernähren sie sich von toten Tieren und können Kadaver in kurzer Zeit vollständig vertilgen. Dadurch verhindern sie die Ausbreitung von Krankheiten und Infektionen, die durch den Verwesungsprozess von Tierkadavern entstehen können.

Geier sind auch wichtig für die Erhaltung des Gleichgewichts in der Natur. Indem sie Kadaver fressen, tragen sie dazu bei, die Ausbreitung von Krankheiten zu minimieren und das Ökosystem in einem gesunden Gleichgewicht zu halten. Darüber hinaus können sie auch andere Tiere jagen, insbesondere kranke oder schwache Tiere, um das Gleichgewicht in der Tierwelt aufrechtzuerhalten.

Da Geier eine so wichtige Rolle im Ökosystem spielen, wirkt sich ihre Rückkehr und ihr Schutz in Deutschland und anderen Ländern positiv auf die Umwelt und die Menschen aus. Es ist wichtig, sich für den Schutz dieser majestätischen Tiere einzusetzen, damit sie auch in Zukunft eine wichtige Rolle im Ökosystem spielen können.

Wie werden Geier in Deutschland geschützt?

In Deutschland kommen verschiedene Geierarten vor, darunter der Gänsegeier und der Bartgeier. Greifvögel sind in Deutschland geschützt und im Anhang 1 des Bundesnaturschutzgesetzes aufgeführt. Zum Schutz der Geier ist es wichtig, ihre Lebensräume zu erhalten und zu verbessern.

In Nationalparks wie dem Nationalpark Berchtesgaden wird seit Jahren ausschließlich mit bleifreier Munition gejagt, um die Vögel vor Vergiftungen durch bleihaltige Munition zu schützen.

Um die weltweit bedrohten Geierarten zu schützen, haben Regierungsvertreter und Geier-Experten aus allen betroffenen Regionen bei einem Expertentreffen in Toledo einen Aktionsplan beschlossen.

Der Plan sieht unter anderem strengere Gesetze und deren Kontrolle vor, um den illegalen Handel mit Geiern und die Wilderei einzudämmen.

In Deutschland kommt es immer wieder zu Sichtungen von Gänse- und Bartgeiern. Damit die Vögel keine Bleivergiftungen erleiden, ist es wichtig, dass sie nur Kadaver fressen, die nicht mit bleihaltiger Munition erlegt wurden.

Gibt es Konflikte zwischen Geiern und Menschen in Deutschland?

In Deutschland gibt es keine nennenswerten Konflikte zwischen Geiern und Menschen. Da Geier hauptsächlich Aasfresser sind, haben sie in der Regel keine direkte Interaktion mit Menschen. Wichtig ist jedoch, dass Geier Wildtiere sind und nicht unnötig gestört oder gefüttert werden sollten.

Dennoch ist es in der Vergangenheit zu Konflikten zwischen Geiern und Landwirten gekommen. Geier können gelegentlich Nutztiere angreifen, insbesondere Schafe und Ziegen, die in den Bergen weiden. Dies kann zu Konflikten mit Landwirten führen, die um ihre Tiere besorgt sind. Solche Vorfälle sind in Deutschland jedoch sehr selten und es gibt Maßnahmen, um solche Konflikte zu vermeiden oder zu lösen.

Insgesamt sind Konflikte zwischen Geiern und Menschen in Deutschland nicht zu befürchten. Wichtig ist jedoch ein respektvoller Umgang mit diesen Wildtieren und das Bewusstsein, dass sie eine wichtige Rolle im Ökosystem spielen.

Kann man etwas tun, um den Schutz von Geiern in Deutschland zu unterstützen?

Ja, es gibt verschiedene Möglichkeiten, den Geierschutz in Deutschland zu unterstützen. Hier sind einige Möglichkeiten:

  • Informiere dich über Geier und ihren Lebensraum in Deutschland. Je mehr du über diese Tiere weißt, desto besser kannst du ihre Bedürfnisse verstehen und dich für ihren Schutz einsetzen.
  • Unterstütze Organisationen, die sich für den Schutz von Geiern und anderen bedrohten Arten in Deutschland einsetzen. Es gibt viele Organisationen, die sich für den Schutz der Geier und ihrer Lebensräume einsetzen. Du kannst sie durch Spenden oder ehrenamtliche Mitarbeit unterstützen.
  • Achte darauf, dass du keinen Müll in der Natur hinterlässt. Geier ernähren sich von Aas und können durch Giftstoffe aus menschlichen Abfällen geschädigt werden.
  • Melde den Behörden verdächtige Aktivitäten oder Vorfälle, die den Schutz der Geier gefährden könnten.
  • Besuchen Sie Geierbeobachtungspunkte oder nehmen Sie an geführten Touren teil, um diese Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum zu beobachten. Dies trägt nicht nur dazu bei, das Bewusstsein für den Schutz der Geier zu schärfen, sondern kann auch dazu beitragen, dass der Tourismus in Gebieten mit Geiervorkommen eine wirtschaftliche Grundlage bietet, die sich positiv auf den Schutz der Geier auswirkt.

Mit diesen und weiteren Maßnahmen können wir dazu beitragen, dass Geier auch in Zukunft in Deutschland leben können und ihre wichtige Rolle im Ökosystem erhalten bleibt.

Fazit: Geier in Deutschland

In Deutschland leben mehrere Geierarten, die eine wichtige Rolle im Ökosystem spielen. Leider sind viele Arten bedroht und es gibt zahlreiche Herausforderungen für ihren Schutz, wie Lebensraumverlust, Vergiftungen und illegale Verfolgung.

Es gibt aber auch viele positive Entwicklungen, wie die Wiederansiedlung von Geiern in einigen Gebieten und die Bemühungen von Organisationen und Behörden, den Schutz dieser Tiere zu verbessern.

Jeder von uns kann dazu beitragen, indem er sich informiert, unterstützende Maßnahmen ergreift und sein Verhalten in der Natur anpasst.

Mit gemeinsamen Anstrengungen können wir dazu beitragen, dass Geier auch in Zukunft in Deutschland leben und ihren wichtigen Platz in unserem Ökosystem einnehmen können.

Quellen:

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