Nestflüchter und Nesthocker bei Vögeln

Der Vogel schlüpft aus dem Ei. Soweit ist noch alles bei den verschiedenen Vogelarten gleich. Doch es gibt auch Unterschiede. Und zwar unterscheidet man zwischen Nesthocker und Nestflüchter. Dieser Unterschied macht sich auch schon bei der Entwicklung im Ei bemerkbar.

Schauen wir uns also mal an, worin sich Nestflüchter und Nesthocker voneinander unterscheiden und welche bekannten Vogelarten sich der einen oder anderen Gruppe zuordnen lassen.

Nestflüchter haben es sehr eilig

Stockenten-Küken als typische Nestflüchter

Wie bereits erwähnt, unterscheiden sich Nestflüchter schon in der Entwicklung im Ei von den Nesthockern. Die Nestflüchter schlüpfen schon viel weiter entwickelt aus dem Ei. Und das ist auch nötig, da sie schon innerhalb weniger Minuten selbständig herumlaufen.

Und das geht nur, wenn Augen und Ohren bereits offen sind. Außerdem sind sie auch bereits mit einem vollständigen Daunenfederkleid bedenkt.

Auch beim Fressen unterscheiden sie sich. Die kleinen Nestflüchter, wie z.B. die Stockenten-Küken auf dem oberen Bild, werden nicht durch die Eltern gefüttert, sondern fressen selbständig.

Aber natürlich kümmern sich die Altvögel trotzdem rührend um ihren Nachwuchs. Ich denke jeder hat schon mal die Familienverbände im Wasser oder auf der Wiese beobachten können.

Neben den gerade erwähnten Stockenten gehören natürlich auch noch die anderen Entenarten, sowie Gänse, Schwäne oder Kraniche zu den Nestflüchtern, um nur einige Beispiele zu nennen.

Nesthocker mögen es gemütlich

Amsel-Küken als typische Nesthocker

Bei den Nesthockern läuft die gesamte Entwicklung etwas anders ab. Schon beim Schlüpfen gibt es erste Unterschiede. Sie kämpfen sich aus dem Ei, obwohl sie von der Entwicklung her noch eher unreif sind. Augen und Ohren sind meist noch nicht geöffnet und auch von einem wärmenden Federkleid ist noch fast nichts zu sehen.

Daher sind Nesthocker sehr stark von ihren Altvögeln abhängig. Die gesamte Zeit, bis zum ersten Ausflug, werden die kleinen Nesthocker von den Eltern gefüttert und in der ersten Zeit auch noch gewärmt (das sogenannte hudern). So entwickelt sich auch ein stärkeres Verhältnis zwischen Mutter-Vogel und Küken.

Die noch blinden Jungvögel erkennen übrigens an der feinen Erschütterung, wenn sich ein Altvogel auf dem Nestrand niederlässt. Instinktiv reißen sie daraufhin die Schnäbel auf, um gefüttert zu werden.

Und eben diese weit geöffneten Schnäbel, meist kräftig rot gefärbt, lösen bei den Eltern wieder einen Reiz aus das Futter in diese Schnäbel zu stopfen.

Zu den Nesthockern gehören, unter anderem, alle Singvogel-Arten, Störche, Tauben und Greifvögel.