Beutelmeise – Aussehen, Lebensraum, Nahrung, Brutverhalten

Die Beutelmeise (Remiz pendulinus) gehört zur Familie der Beutelmeisen (Remizidae). Der kleine Vogel kommt in in weiten Teilen Europas vor und ist in erster Linie in der Nähe von Gewässern oder Sumpfgebieten zu beobachten. Da unsere heimischen Beutemeisen den Winter lieber in Südwesteuropa oder im nordwestlichen Mittelmeerraum verbringen, gehören sie zu den Zugvögeln.

Auf Grund der guten Verbreitung gehört die Beutelmeise in Deutschland nicht zu den gefährdeten Vogelarten.

Systematik

  • Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
  • Unterordnung: Singvögel (Passeri)
  • ohne Rang: Passerida
  • Familie: Beutelmeisen (Remizidae)
  • Gattung: Remiz
  • Art: Beutelmeise

Wie sieht eine Beutelmeise aus?

Aussehen und Merkmale der Beutelmeise
Andrzej Rybczynski, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Ich hatte ja eingangs schon vom „kleinen“ Vogel geschrieben. Und mit einer Körperlänge zwischen 10 und 12 cm sind Beutelmeisen wirklich nicht besonders groß. Die Flügellänge erreicht z.B. maximal 60 mm.

Der Kopf der Beutelmeise ist grau gefärbt und das Gesicht ziert eine sehr markante schwarze Maske, die beim Männchen etwas breiter ist, als beim Weibchen. Das Gefieder am Rücken ist überwiegend rostbraun. Die Unterseite ist deutlich heller und geht in Richtung sehr hellem Ocker.

Wenn man sich die kleinen Vögel genau anschaut, sehen Beutelmeisen dem Neuntöter sehr ähnlich.

Wo leben Beutelmeisen?

Das Verbreitungsgebiet der Beutelmeisen reicht vom Westen Europas bis hin nach China. Allerdings sind die Vögel nicht durchgehend vertreten, sondern ein gibt auch immer wieder Regionen, wo die Beutelmeisen nicht zu finden sind.

Als Kurzstreckenzieher überwintern die Beutelmeisen in verschiedenen Regionen im Mittelmeerraum.

Als Lebensraum bevorzugen Beutelmeisen feuchte Gebiete, wie Flussniederungen und Uferlandschaften. Wichtig ist, dass Bäume oder hohe Büsche mit herabhängenden Zweigen vorhanden sind. Besonders wohl fühlen sie sich, wenn es Schilf- oder Rohrkolbenbestände gibt.

Was fressen Beutelmeisen?

Beutelmeisen gehen in erster Linie an Bäumen, Büschen, am Schilf oder Röhricht auf die Jagd. Erbeutet werden dort Raupen, Insekten oder auch Spinnen. Im Winter stehen dann auch Pollen und Samen auf dem Speiseplan.

Beutelmeise im Nest
Bild von SyLaVie auf Pixabay

Brutverhalten und Fortpflanzung bei Beutelmeisen

Schaust du dir das Nest der Beutelmeise an, dann weißt du, woher dieser Vogel seinen Namen hat. Das Nest ist ein echtes Kunstwerk, das von beiden Partnern innerhalb von rund 30 Tagen an einem hängenden Zweig errichtet wird. Das beutelförmige Nest hat eine Größe 17 cm x 11 cm und besteht aus Pflanzenfasern, Spinnenweben und Samenwolle.

Während das Männchen den Großteil des Nestbaus übernimmt, baut das Weibchen dann das Nest allein fertig. Das Männchen macht sich dann schon auf den Weg in ein neues Revier und beginnt ein neues Nest, um sich mit einem weiteren Weibchen zu paaren. Beutelmeisen sind polygam.

Das Weibchen legt dann nach der Fertigstellung des Nests zwischen 5 und 8 Eier. Nach rund 14 Tagen schlüpfen die kleinen Beutelmeisen und werden dann allein vom Weibchen versorgt. Nach 17 bis 20 Tagen verlassen die jungen Beutelmeisen dann das Nest.

Beutelmeise im Video