Kranich – Aussehen, Lebensraum, Nahrung, Brutverhalten

Der Kranich (Grus grus) bzw. Eurasischer Kranich wird auch wegen der Farbe seines Gefieders Grauer Kranich genannt. Er gehört natürlich zur Familie der Kraniche (Gruidae). Wie der Name Eurasischer Kranich schon vermuten lässt, ist er sowohl in Europa und auch einigen Regionen Asiens zu finden.

Glücklicherweise haben sich die Bestände in den letzten Jahren erholt, so dass die Art nicht mehr als gefährdet gilt.

Systematik

  • Ordnung: Kranichvögel (Gruiformes)
  • Familie: Kraniche (Gruidae)
  • Unterfamilie: Echte Kraniche (Gruinae)
  • Gattung: Grus
  • Art: Kranich

Wie sieht ein Kranich aus?

Aussehen und Merkmale bei der Kraniche

Der Kranich, so wie er hier bei uns vorkommt, lässt sich recht einfach beschreiben: lange Beine, langer Hals, überwiegend graues Gefieder in unterschiedlichen Grautönen und schwarz-weiß gefärbter Hals. Markant ist auch die rote Scheitelplatte, also der rote Fleck oben auf dem Kopf.

Die Humeralfedern, also die Randfedern am Oberarm sind verlängert und wirken wie ein Federbusch oder ein Schleppe.

Beim Kranich gibt es zwei verschiedene Augenfarben, Gelb oder Rot. Allerdings steht die Augenfarbe in keinem Zusammenhang mit anderen Merkmalen. Man kann also nicht sagen, warum der Vogel die eine oder andere Augenfarbe hat.

Auch ist es recht schwer, Männchen und Weibchen zu unterscheiden, da es optisch keine wirklichen Unterscheidungsmerkmale gibt. Männchen sind im Schnitt etwas größer und schwerer als die Weibchen.

Ausgewachsene Kraniche können eine Körperhöhe bis zu 130 cm und eine Flügelspannweite bis zu 245 cm erreichen.

Wo leben Kraniche?

Wie bereits eingangs erwähnt, ist der Kranich, also der Grau Kranich, in Europa und Asien beheimatet. Die Brutgebiete liegen dabei insbesondere im Nordosten Europas und im Norden Asiens.

Als Lebensraum benötigen Kraniche eher feuchte Gebiete, wie z.B. Seeränder, Bruchwälder, Feuchtwiesen oder Sumpfgebiete. Bei der Nahrungssuche kann man sie aber auch auf Feldern und Wiesen beobachten. Hin und wieder kann sich ein Kranich auch mal in einen größeren Garten „verirren“.

Als Schlafplätze werden natürlich Orte bevorzugt, an denen nicht mit Störungen zu rechnen ist. Gewässer mit niedrigem Wasserstand bieten sich da natürlich an.

Was fressen Kraniche?

Kraniche fressen sowohl tierische als auch pflanzliche Nahrung. Die tierische Nahrung setzt sich in erster Linie aus größeren Insekten, Reptilien, kleine Fische, Frösche und auch kleinere Säugetiere. Was die pflanzliche Nahrung angeht, stehen Beeren, Getreide, Erbsen, Bohnen und Kartoffeln ganz oben auf dem Speiseplan.

Kranich auf Nahrungssuche

Brutverhalten und Fortpflanzung beim Kranich

Bisher war man davon ausgegangen, dass Kraniche das ganze Leben mit dem gleichen Partner verbringen. Doch neuere Studien zeigen, dass Partnerwechsel durchaus möglich sind.

Kraniche nutzen hier in Deutschland in erster Linie Wälder oder Waldränder für ihr Revier. Als Bodenbrüter wird das Nest am Boden gebaut, am liebsten in feuchtem und sumpfigen Gelände. Wichtig ist, dass der Kranich während des Brütens eine gute Sicht auf die Umgebung hat.

Als Baumaterial werden Schilf, Binsen, Röhricht, Riedgräser und andere Pflanzen verwendet, die in der Umgebung des Nests abgerissen werden. Das Nest kann eine Größe von 100 cm erreichen und liegt 10 bis 20 cm über der Wasseroberfläche. Während der Brut wird das Nest auch immer wieder ausgebaut und repariert.

Zwischen März und Mitte April legen die Weibchen 2 Eier, meist im Abstand von 2 bis 3 Tagen. Sobald das erste Ei gelegt wurde, startet die Brut. Für die nächsten 29 bis 31 Tage wird das Gelege abwechselnd von beiden Altvögeln bebrütet.

Bei den Kranichen gibt es eine Besonderheit, denn die Altvögel leisten quasi Geburtshilfe. Wenn sich ein Küken daran macht zu schlüpfen, tritt der anwesende Altvogel mit seinen Krallen dosiert gegen das Ei, um die Schale zu beschädigen. So wird das Schlüpfen erleichtert.

Als Nestflüchter verlassen die Kranich-Jungen nach ca. 24 Stunden das Nest und begleiten ihre Eltern in die nähere Umgebung. Nach etwa 9 Wochen kann der Nachwuchs bereits kurze Strecken fliegen.

Kranich im Video

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