Fasan – Aussehen, Lebensraum, Nahrung, Brutverhalten

Ein überraschender Gast im eigenen Garten ist der Fasan (Phasianus colchicus). Gerade die männlichen Fasane sind natürlich optisch sehr schick anzusehen. Fasane gehören zur Ordnung der Hühnervögel und dort ist es ja eigentlich immer so, dass das Männchen deutlich auffälliger gefärbt ist als das Weibchen.

Obwohl er eigentlich aus Mittelasien stammt, ist er doch auch in West- und Mitteleuropa inzwischen recht weit verbreitet.

Systematik

  • Ordnung: Hühnervögel (Galliformes)
  • Familie: Fasanenartige (Phasianidae)
  • Gattung: Edelfasanen (Phasianus)
  • Art: Fasan

Wie sieht ein Fasan aus?

Aussehen und Merkmale beim Fasan

Von den 70 bis 90 cm Körperlänge bei männlichen Fasanen darf man sich nicht täuschen lassen, denn auf den Schwanz allein fallen schon zwischen 45 und 60 cm. Auch bei den Weibchen täuscht die Körperlänge von 55 bis 70 cm etwas übe die tatsächliche Größe hinweg. Allerdings muss man hier nur 20 bis 25 cm für den Schwanz abziehen.

Die Flügelspannweite erreicht bei den Männchen 230 – 267 cm und bei den Weibchen 218 – 237 cm. Und auch beim Gewicht hat der Hahn mit rund 1,5 kg die Nase leicht vorn, denn die Hennen erreichen nur zwischen 1,1 und 1,4 kg.

Damit ist schon mal von den reinen Daten her klar, dass ich die beiden Geschlechter beim Fasan unterscheiden. Besonders deutlich wird dieser Unterschied aber beim Gefieder.

Wie man auf den Bildern vom Fasan sehen kann, ist das Fasanen-Männchen, also der Hahn, deutlich auffälliger im Erscheinungsbild, als das Weibchen, also die Henne.

Natürlich ist das bunte Federkleid des Fasanenmännchens an sich schon sehr auffällig. Aber besonders markant sind natürlich der lange Schwanz. Insbesondere die mittleren Schwanzfedern sind deutlich länger. Aber auch die nackten Kopfseiten in rot sind schon aus der Ferne gut erkennbar.

Das Fasanen-Weibchen ist das komplette Gegenteil. Relativ unscheinbar ist das Gefieder der Henne in einem bräunlichen Farbton gehalten und dient in erster Linie der Tarnung.

Fasan weiblich mit unscheinbarem Gefieder

Wo leben Fasane?

Wie bereits eingangs erwähnt, stammt der Fasan eigentlich aus Mittelasien. Allerdings ist er durch Aussetzungen inzwischen in Mittel- und Westeuropa weit verbreitet. Er bevorzugt weite Flächen für die Nahrungssuche, benötigt aber auch Hecken oder ähnliches als Versteckmöglichkeiten. Allerdings findet man den Hühnervogel nicht in Höhen über 150 m. In den Mittelgebirgen fehlt er daher fast vollständig.

Wichtig ist natürlich auch das Trinkwasser in ausreichendem Maße zur Verfügung steht.

Es kann sogar sein, dass der Fasan sein Sommerrevier zum Winter verlässt, falls es nicht genügend Deckung bietet. Allerdings befindet sich das Winterrevier meist noch nur wenige Kilometer vom Sommerrevier entfernt.

Dementsprechend ist der Fasan ein Standvogel und bleibt das ganze Jahr in seinem Brutgebiet.

Was frisst ein Fasan?

Fasanen sind fast ausschließlich Pflanzenfresser. Körner und Samen stehen dabei genauso auf dem Speiseplan wie z.B. Eicheln und Beeren. Aber auch unterirdische Pflanzenteile wie Zwiebeln und Wurzeln, sowie grüne Pflanzenteile werden von den erwachsenen Vögeln verzehrt.

Lediglich die Jungvögel ernähren sich in der ersten Zeit (bis zu 4 Wochen) von tierischer Nahrung wie Kleininsekten und deren Larven, Regenwürmern und Schnecken.

Die Nahrung wird dabei meist auf dem Boden gesucht oder mit dem Schnabel ausgegraben. Beeren werden durch Hochspringen oder auf dem Ast sitzend „geerntet“.

männlicher Fasan im Feld

Brutverhalten und Fortpflanzung der Fasane

Das Fasanen-Männchen besetzt nach dem Winter ein Revier und versucht Hennen, die sein Revier durchqueren, an sich zu binden. Sein Harem besteht meist aus 1 bis 2, manchmal auch mehr Hennen. War die Paarung erfolgreich, sondert sich die Henne ab und kümmert sich um das Brutgeschäft. Wenn sich der Hahn mit allen Hennen seines Harems erfolgreich gepaart hat, verliert er sprichwörtlich die Lust an seinem Revier und kümmert sich nicht weiter.

In unseren Gegenden liegt de Fortpflanzungszeit zwischen Mitte März und Ende Mai.

Im Normalfall wird nur einmal im Jahr gebrütet. Nur wenn es zu einem Gelegeverlust kommt, wird im August oder September erneut gebrütet.

Fasanen sind Bodenbrüter. Das Nest wird in einer flachen Mulde gebaut, die entweder schon vorhanden ist oder vom Weibchen gescharrt wird.  Im Normalfall hat sie einen Durchmesser von 12 bis 27 cm und eine Tiefe von 2 bis 12 cm. Ausgepolstert wird das Nest nur sehr spärlich mit Gräsern und Halmen.

Das Nest ist meist unter einer Krautschicht gut versteckt und befindet sich meist an Rändern von Hecken oder Dickichten.

Das Weibchen legt zwischen 8 und 12 Eiern, meist in der Mittagzeit im Abstand von 24 Stunden. Ausnahmen nach unten oder oben sind aber durchaus möglich.

Es passiert sogar recht häufig, dass in einem Nest die Eier von zwei Hennen liegen.

Fasan-Jungen sind Nestflüchter. Sie bleiben wenige Stunden nach dem Schlüpfen im Nest und folgen danach ihrer Mutter bereits auf der Suche nach Futter. Von der Henne lernen sie alles was sie zum Überleben brauchen. Flugfähig sind sie nach 10 bis 12 Tagen. Nach 70 bis 80 Tagen erfolgt dann die komplette Trennung von der Henne und die jungen Fasanen werden selbständig.

Der Fasan im Video

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