Wespenbussard – Aussehen, Lebensraum, Nahrung, Brutverhalten

Der Wespenbussard (lat. Pernis apivorus) gehört zur Ordnung der Greifvögel (Accipitriformes) und dort zur Familieder Habichtartigen (Accipitridae). Von der Größe her ist er dem Mäusebussard sehr ähnlich. Er siedelt hauptsächlich in Europa, ist aber bis in das südwestliche Sibirien hinein zu finden.

Aussehen und Merkmale des Wespenbussards

Wespenbussard - Pernis apivorus
Ssprmannheim, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Der Wespenbussard hat eine Gesamtlänge von 50 bis 60 cm, etwa 20 cm davon entfallen auf den Schwanz. Die Männchen erreichen etwa 94 % der weiblichen Gesamtkörpergröße. Die Flügelspannweite beträgt zwischen 1,18 und 1,44 Meter. Damit ist der Wespenbussard etwas größer, jedoch vom Gewicht her leichter, als der Mäusebussard.

Der Kopf verfügt über taubenähnliche Merkmale, die männlichen Tiere haben eine blaugraue Färbung am Kopf, die Weibchen sind zumeist braun. Der Schnabel ist klein und zierlich, zumeist von schwarzgrauer Farbe. Iris und Beine sind Gelb, die Krallen schwarz. Die erwachsenen Tiere sind an der Oberseite zumeist einheitlich dunkelbraun, die Unterseite weist hingegen geschlechts- und alterstypische Färbungen auf.

In der Regel ist die Unterseite weiß gefiedert mit mittel- bis beigebrauner Streifen, die Schwingen und der Schwanz sind grau. Auffällig beim Wespenbussard sind die schwarzen Binden auf Schwanz und Schwingen.

Jungvögel hingegen weisen deutliche Unterschiede zu adulten Tieren auf, bis zur ersten Mauser ist ihr Rumpf entweder einfarbig oder gefleckt beziehungsweise gestrichelt. Flügel und Schwanz sind den adulten Vögeln entsprechend, jedoch noch deutlich schmaler.

Lebensraum

Der Wespenbussard siedelt zum Großteil auf dem europäischen Kontinent, ist aber auch bis ins südwestliche Sibirien hinein zu finden. Im Westen und Norden Europas ist er nicht verbreitet, seine Brutgebiete finden sich eher östlich. Über den Winter findet sich der Wespenbussard auf dem afrikanischen Kontinent.

Bevorzugter Lebensraum des Vogels sind bewaldete Gebiete, durchsetzt von Lichtungen und Wiesenstücken. Sein regelmäßiger Verbreitungsradius zieht sich vom Flachland bis hin in montane Gebiete, das höchstgelegene Brutvorkommen findet sich auf 1500 Metern Seehöhe.

Nahrung und Nahrungserwerb

In erster Linie ernährt sich der Wespenbussard von der Brut der Faltenwespe, Deutschen Wespe und der Gemeinen Wespe. Durch lange Sitzperioden in lockeren Baum- und Waldstrukturen harrt er auf Beute und beobachtet fliegende Wespen auf ihrem Flug beziehungsweise bei ihrem Verschwinden in den bodennahen Nestern.

Diese gräbt er anschließend auf und sammelt gezielt die Larven und Puppen ein, welche er zu seinem eigenen Gelege transportiert. Dabei raubt er oftmals ganze Wespennester aus, bis sämtliche Waben leer sind. Während der Ausgrabungen verschließt der Wespenbussard seine Augen, um sich vor den Stichen zu schützen.

Neben Wespen sammelt er auch Hummeln ein. Sind die Sommer wespen- und hummelarm, werden auch alternative Nahrungsquellen gesucht und gesammelt. In erster Linie ernährt er sich dann von Grün-, Gras- oder Moorfröschen. Auch frisch geschlüpfte Jungvögel sowie bodennahe Wirbellose zählen zur Nahrung des Wespenbussards. Mäuse und Aas verschmäht er hingegen völlig.

Wespenbussard Porträt Kopf

Fortpflanzung

Im Mai, ab Mitte Juli und im August ist die Balzzeit der männlichen Wespenbussarde. Spektakuläre Balzflüge sollen um die Gunst der Weibchen werben, mit dem sogenannten „Schmetterlingsflug“ versuchen sie, die Paarungsbereitschaft eindeutig und besonders graziös zu signalisieren. Der Balzflug erfolgt dabei über mehrere Kilometer erstreckt bis hin zu den Nachbarrevieren, um so die Paarbindung anzuzeigen.

Die Nester finden sich zumeist in dicht bewaldetem Gebiet, bei der Auswahl des Nestbaumes zeigt der Wespenbussard keinerlei besondere Vorlieben. Das Nest wird in der Baumkrone errichtet, gut geschützt von Blicken und zugänglich von allen Seiten. Vielfach sind die gewählten Bäume eher schwächerer Natur. Dies soll vermutliche Kontrahenten um den besten Brutplatz abschrecken.

Je schmaler der Baum, desto näher liegt das Nest beim Stamm, ansonsten wird es auf einem schmalen, hoch gelegenen Ast errichtet. Das Nest wird von beiden Elterntieren zugleich errichtet. Für die Größe der Jungtiere fällt es klein aus, in der Höhe etwa 25 cm.

Der Durchmesser beträgt maximal 90 cm. Mit Beginn der Brutzeit errichten die Tiere einen Schirm aus belaubten Ästen über dem Nest.

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