Mäusebussard – Aussehen, Lebensraum, Nahrung, Brutverhalten

Der Mäusebussard, mit wissenschaftlichem Namen Buteo buteo, gehört zur Ordnung der Greifvögel (accipitriformes). Weiterhin gehört er zu der Familie der Habichtartigen (Accipitridae), der Unterfamilie der Bussardartigen (Buteoninae) und der Gattung der Bussarde (Buteo). Er ist ein in Europa heimischer Greifvogel. Er hat eine mittlere Größe und einen kompakten Körperbau. In Deutschland ist er einer der am häufigsten vorkommenden Greifvögel.

Der Mäusebussard kann oft auf Pfählen an Straßenrändern, in Feldern und am Himmel kreisend beobachtet werden. Er ist dunkelbraun bis weiß.

Aussehen und Merkmale des Mäusebussards

Mäusebussard - Buteo buteo

Der Mäusebussard kann 56 cm hoch werden und seine ausgebreiteten Flügel könnten eine Spannweite von 130 cm erreichen. Er hat einen ziemlich kompakten Körperbau. Die Weibchen sind wesentlich größer als die Männchen. Die Vögel haben einen kräftigen, gebogenen Schnabel. Dieser und auch ihre großen Greiffüße sind gelb. Die Spitze des Schnabels und die Enden der Krallen sind schwarz.

Das Federkleid der Mäusebussarde ist meist grau-braun gemustert und hat verschieden hohe Anteile an weißen Federn. Daher gibt es Mäusebussarde, die sehr dunkel erscheinen und solche, die fast weiß sind.

Mäusebussarde können auch im Flug gut erkannt werden. Sie kreisen hoch über den Feldern. Man kann deutlich ihre abgerundeten Schwanzfedern und ihre breiten, ebenfalls abgerundeten Flügel erkennen. Weibliche und männliche Tiere lassen sich nicht an der Färbung des Gefieders unterscheiden. Weibliche Tiere sind jedoch größer und schwerer als die Männchen.

Junge Mäusebussarde sehen, wenn sie das Nest verlassen, ihren Eltern schon sehr ähnlich. Sie unterscheiden sich von den Elterntieren nur dadurch, dass der schwarze Hinterrand an Flügeln und an der Schwanzunterseite fehlt.

Lebensraum des Mäusebussards

Der Mäusebussard lebt in fast ganz Europa mit der Ausnahme von Island und dem Norden von Skandinavien. Nach Osten hin ist er bis nach Zentralasien zu finden. Während der Mäusebussard in unseren Breiten ein Standvogel ist, ziehen die Vögel aus den nördlicheren Gebieten im Winter nach Mitteleuropa, Nordafrika, den Nahen Osten und nach Indien.

Bei uns bevorzugt der Mäusebussard kleine Waldgebiete, die von offenen Feldern umgeben sind. Seine Nahrung sucht er fast ausschließlich auf diesen Feldern. Der Mäusebussard kann oft entlang der Straßen auf Pfosten sitzend gesehen werden. Von hier aus halten sie Ausschau nach Nahrung. Als Nistplätze wählt der Mäusebussard den Rand kleiner Waldbestände. Er nistet selten im Innern geschlossener Wälder.

Nahrung und Nahrungserwerb

Mäusebussarde jagen von der Morgendämmerung bis zu der Abenddämmerung auf offenen Wiesen und Feldern. Sie schlagen ihre Beutetiere am Boten aus dem Gleitflug. Dieser geht von einem Ansitz aus oder beginnt aus einem langsamen Pirschflug. Zu ihren Beutetieren gehören größtenteils Feldmäuse, Wühlmäuse, aber auch kleinere Singvögel, Lurchtiere, Kriechtiere, Insekten und sogar Regenwürmer.

Fortpflanzung

Im Frühjahr finden die Balzflüge der Mäusebussarde statt. Der typische Schrei ist jetzt sehr oft zu hören. Die Nester der Mäusebussarde sind in den Astgabelungen hoher, stabiler Bäume zu finden. Nadelbäume und Laubbäume sind dabei gleichermaßen beliebt. Das Nest befindet sich in einer Höhe von bis zu 25 m. Es besteht aus größeren und kleineren Zweigen und wird mit Blättern ausgelegt.

Bereits benutzt Nester werden wiederverwendet und nur mit mehr Nistmaterial ergänzt. Die Nester sind ziemlich tief und werden der gesamten Brutzeit ausgebessert.

Zwischen März und April legen die weiblichen Mäusebussarde ihre Eier. Die Eier werden bis zu 35 Tage lang ausgebrütet. Während dieser Zeit bringt das Männchen ständig Nahrung und frische Zweige ans Nest. Dann verlassen die jungen Vögel das Ei und beiden Eltern versorgen sie im Nest mit Nahrung. Die Jungvögel bleiben 40 bis 50 Tage im Nest. In dieser Zeit erreichen sie ihr volles Gewicht und sind bereit für erst Flugversuche.

Sie bleiben noch eine Zeitlang nahe beim Nest und werden weiterhin von den Altvögeln gefüttert. Nach zweieinhalb Monaten erlangen die jungen Vögel ihre Selbstständigkeit und verlassen dann das Revier der Eltern.

Die Eier des Mäusebussards haben eine Größe von etwa 5,5 cm. Sie haben eine weißliche Farbe, oft mit wenigen braunen Sprenkeln. Ein Weibchen legt in der Regel zwei bis drei Eier.

Während der Brutzeit verteidigen Mäusebussarde ihr Revier um den Brutbaum. Fremde Mäusebussarde werden durch schnellen Anflug mit kräftigen Flügelschlägen aus dem Revier vertrieben.

Mäusebussard Porträt

Die Stimme des Mäusebussards

Der Mäusebussard kann relativ häufig, meist von sich im Flug befindlichen Tieren, gehört werden. Er klingt wie das Miauen einer Katze. Zusätzlich gibt es einen Alarmruf, der „ärgerlich“ wirkt und sich wie „pil-jää“ anhört. Die Jungtiere betteln ab dem ersten Lebenstag mit „piij piij“ um Futter. Später wird der Ruf lauter und kräftiger und klingt dann wie „Biijüüo, Biijüüo“.

Bestand der Mäusebussarde

Der Bestand der Mäusebussarde gilt zurzeit als nicht gefährdet. In Deutschland leben über 50 Prozent des mitteleuropäischen Mäusebussard-Bestands. Der Bestand hat sich in den letzten Jahren positiv entwickelt. Die Ackerflächenstilllegungen der EU haben die Nahrungsbedingungen der Mäusebussarde durch die Vermehrung der Feldmäuse verbessert.

Gefährdet werden Mäusebussarde durch Pestizide in der Landwirtschaft, durch den Straßenverkehr und durch Windräder.

Mäusebussarde haben eine Lebenserwartung von ungefähr 25 Jahren. Sie werden ab dem zweiten Lebensjahr geschlechtsreif. Sie brüten einmal im Jahr und ziehen dabei zwei bis drei Jungvögel groß.