Habicht – Aussehen, Lebensraum, Nahrung, Brutverhalten

Der Habicht (Accipiter gentilis) ist ein bei uns sehr bekannter Greifvogel, der zur Familie der sogenannten Habichtartigen gehört. Eine ausgedehnte Habichtpopulation kannst du in weiten Teilen Europas, Afrika, Asien und Amerika finden. Habichtmännchen und -weibchen sehen sich vom äußeren Erscheinungsbild her sehr ähnlich. Sie unterscheiden sich allein aufgrund von Größe und Gewicht, wobei die weiblichen Tiere normalerweise größer und schwerer sind.

Da sich diese Greifvögel überwiegend von kleinen bis mittelgroßen Säugern bzw. Vögeln ernähren, sind sie vor allem unter Geflügel- und Taubenzüchtern sehr gefürchtet.

Systematik

  • Klasse: Vögel (Aves)
  • Ordnung: Greifvögel (Accipitriformes)
  • Familie: Habichtartige (Accipitridae)
  • Gattung: Habichte und Sperber (Accipiter)
  • Art: Habicht

Wie sieht ein Habicht aus?

Aussehen und Merkmale beim Habicht
Bild von bhossfeld auf Pixabay

Die Tiere verfügen über relativ kurze, breite und an den Spitzen abgerundete Flügel, die bei ausgewachsenen Tieren grau gefärbt sind. Im Flug ist er gut an seinen relativ langen Schwanzfedern zu erkennen, die an der Unterseite weiß gefärbt sind. Durch diese Konstellation erreicht er zwar keine hohen Fluggeschwindigkeiten, erlaubt ihm aber eine hohe Wendigkeit auf engstem Raum. Die Oberseite des Gefieders von erwachsenen Tieren ist schiefergraubraun gefärbt.

Charakteristisch ist vor allem seine weiße Unterseite, die mit einer feinen braunen Querbänderung versehen ist. Sein dunkler Oberkopf wird von einem klar erkennbaren hellen Überaugenstrich gekennzeichnet und er verfügt über gelblich bis orange gefärbte Augen. Der kräftige Schnabel ist an der Spitze dunkel gefärbt. An seinen gelben Beinen befinden sich die kräftigen Krallen, mit denen er seine Beute greifen kann.

Seine Körperlänge beträgt meist zwischen 46 und 63 cm und seine Flügelspannweite kann von 89 bis zu 122 cm variieren. Ebenso wie bei der Körpergröße setzen auch in der Kategorie Körpergewicht die Weibchen die Maßstäbe. So können die größten Weibchen ein Körpergewicht von bis zu 2,2 kg und die kleinsten Männchen ein Gewicht von rund 0,5 kg auf die Waage bringen.

Wo leben Habichte?

Sein Lebensraum ist vorwiegend in Wäldern jeglicher Art und Größe, offenen Kulturlandschaften oder Parks. Er kann aber auch im urbanen Umfeld von Dörfern oder Städten beispielsweise in Friedhöfen auftauchen, sofern er dort einzelne Feldgehölze vorfinden kann. Diese urbanen Populationen sind allerdings bisher nur ein Phänomen, was im europäischen Raum beobachtet werden konnte.

In anderen Verbreitungsgebieten wie der mediterranen Zone der Paläarktis und vor allem Nordamerika beschränkt sich seine Population allerdings eher auf naturnahe Wälder.

Wichtig ist vor allem, dass genügend Kleinsäuger und Vögel vorhanden sind. Zu den für den Habicht ebenfalls zwingend vorhandenen Habitatvoraussetzungen zählen neben dem Nahrungsangebot auch ein Bestand geeigneter Bäume. Diese sollten über eine zur Errichtung einer Horstanlage ausreichenden Höhe verfügen.

Was frisst ein Habicht?

Auf dem Speiseplan des Habichts befinden sich im gesamten Populationsgebiet nahezu ausschließlich kleine bis mittelgroße Säugetiere und Vögel. Nur in Ausnahmefällen, meist im Winter, ernährt er sich von Aas. So jagt er vor allem in unseren Gefilden beispielsweise Hühner, Gänse, Tauben, junge Uhus, Drosseln, Eichhörnchen, Mäuse, Kaninchen, während er beispielsweise in den südlichen Verbreitungsgebieten auch Reptilien erbeutet.

Der Habicht setzt beim Erwerb seiner Nahrung überwiegend auf die Jagd aus dem bodennahen Flug oder direkt aus dem Ansitz heraus. Erfolgt der Angriff aus dem Ansitz, dann folgt meist ein kurzer Verfolgungsflug im bodennahen Luftraum oder direkt am Boden, der vor allem durch die Schnelligkeit und Wendigkeit des Habichts diktiert wird.

Sobald der Habicht die Beute zu greifen bekommt, fixiert er diese mit seinen kräftigen Krallen. Mit den Krallen seiner kräftigen ersten beiden Zehen bohrt er schließlich so lange in das Opfer, bis es tot ist. Gerade in den Frühlings- und Sommermonaten setzt der Habicht auch auf etwas höher gelegene Jagdregionen, um hierbei nach nestjungen Vögeln Ausschau zu halten.

Für den gedeckten Anflug nutzt er vor allem natürliche Strukturen wie Sträucher, Hecken oder Bäume. Doch auch Gebäude wie Häuser oder Hütten in siedlungsnahen Lebensräumen setzt er gezielt zur Deckung bei der Jagd ein. In manchen Situationen kann die Jagd auch zu Fuß erfolgen – hierbei erbeutet er dann beispielsweise Maulwürfe oder brütende Entenvögel.

Habicht im Porträt

Fortpflanzung und Brutverhalten bei Habichten

Habichte gelten als monogam und sehr territorial ausgerichtet. So verteidigt und markiert er sein Revier durch ein charakteristisches „Gickern“ sowie zahlreiche Schauflüge. Die Jahresbrut haben die Tiere in den Monaten März bis Juni. Die großen, voluminösen Nester werden ausschließlich auf Bäumen mit einem Mindestalter von 60 Jahren erbaut. Das Errichten des Nestes erfolgt mit Beginn der Balz mit meist frischen, grünen Ästen. Nach Fertigstellung des Nestes erfolgt die Eiablage meist Mitte März bis Anfang April.

In Abständen von zwei Tagen legt ein Weibchen meist zwei bis vier – in Ausnahmefällen auch fünf – Eier. Die bläulichen Eier werden dabei direkt nach der Ablage ausgebrütet, weshalb auch die Küken zeitversetzt zur Welt kommen. Muss das Weibchen das Nest zum Koten oder zur Nahrungssuche verlassen, dann übernimmt das Männchen das Brutgeschäft.

Die Brutzeit des Habichts beträgt in der Regel rund 38 Tage und die Nestlingszeit der Küken weitere 42 Tage. Während der Anfangszeit beschützt das Weibchen die Küken vor Feinden und hudert sie. Das Männchen dagegen kümmert sich um die Nahrungsbeschaffung. Mit zunehmenden Alter der Küken beteiligt sich auch das Weibchen an der Jagd, allerdings nur in unmittelbarer Nähe zum Horst.

Obwohl der Habicht zu den nicht gefährdeten Greifvogelarten gehört, werden jährlich zahlreiche Bruten durch Kartierungen von Naturschutzverbänden zerstört. Da durch die dabei entstehenden Störungen die Alttiere das Nest kurzzeitig verlassen, wird dies meist von Rabenvögeln zerstört. Zudem findet durch die Veröffentlichung der Horstplätze (z. B. in Social-Media-Kanälen) ein regelrechter Tourismus rund um den Habicht statt.

Um die Tiere und deren Brut zu schützen, sollte man sich deshalb lieber von seinem Horst fernhalten.

Habicht im Video