Wendehals – Aussehen, Lebensraum, Nahrung, Brutverhalten

Obwohl er nicht so aussieht, gehört der Wendehals (Jynx torquilla) tatsächlich zu den Spechtvögeln. Leider wird er gerade in unseren Regionen immer seltener. Beobachten kann man den Wendehals nur zwischen Mitte April und Ende September. Als einziger Zugvogel unter den Spechten, überwintert er südlich der Sahara und gehört somit sogar zu den Langstreckenziehern.

Systematik

  • Ordnung: Spechtvögel (Piciformes)
  • Familie: Spechte (Picidae)
  • Unterfamilie: Wendehälse (Jynginae)
  • Gattung: Wendehälse (Jynx)
  • Art: Wendehals

Wie sieht ein Wendehals aus?

Aussehen und Merkmale beim Wendehals

Optisch sieht der Wendehals ja nicht gerade wie ein Specht aus. Die Körperlänge ausgewachsener Vögel beträgt rund 17 cm. Damit ist er sogar um einiges kleiner als eine Singdrossel, um mal einen Vergleich zu haben.

Das Gewicht der erwachsenen Vögel liegt in etwa bei 50 g.

Das Gefieder ist in der Färbung optimal an die Rinde von Bäumen angepasst. Es ist auf der Oberseite graubraun. Der Schwanz ist recht lang und genauso gefärbt wie die restliche Oberseite. Markant sind nur die drei dunkelbraunen Querbinden.

Die Vögel besitzen kurze helle Beine und einen kurzen spitzen Schnabel. Vom Oberkopf bis zum Rücken besitzen die Altvögel ein dunkelbraunes Band.

Männchen und Weibchen unterscheiden sich im Gefieder kaum, die Weibchen sind insgesamt etwas matter gefärbt.

Wo leben Wendehälse

Der Wendehals bevorzugt offene Landschaften wo aber auch zumindest vereinzelte Bäume vorhanden sein müssen. Parks, Streuobstwiesen oder große Gärten werden sehr gern als Lebensraum angenommen.

Als Brutmöglichkeit müssen Spechthöhlen, Nistkästen oder andere natürlich Baumhöhlen vorhanden sein. Auch das ist ein Voraussetzung für ein Gebiet in dem sich ein Wendehals niederlassen würde.

Eher selten ist der Wendehals in Höhen über 1000 m zu finden. Er fühlt sich eher in Niederungen wohl.

Insgesamt haben diese Vögel ein sehr weites Verbreitungsgebiet. Sie sind in nahezu ganz Europa, Nordafrika bis hin nach Nordkorea und Hokkaido.

Was frisst ein Wendehals?

Der Wendehals ist sehr speziell, wenn es um seine Nahrung geht. Spezialisiert ist er auf Ameisen. Aber nicht jede Ameisenart steht auch wirklich auf dem Speiseplan. Rasenameisen, Wiesenameisen und Wegameisen werden sehr gern verspeist. Die roten Waldameisen werden aber z.B. komplett gemieden.

In erster Linie frisst der Wendehals die Larven und Puppen. Aber auch ausgewachsene Ameisen werden gefressen.

Ergänzend fressen diese Vögel aber auch Blattläuse, Raupen und Käfer. Sogar Früchte und Beeren stehen hin und wieder auf dem Speiseplan.

Die Nahrungssuche erfolgt meist am Boden, denn anders als die anderen Spechte, können Wendehälse mit ihrem Schnabel keine Rinde von Bäumen lösen.

Wendehals (Jynx torquilla)

Brutverhalten und Fortpflanzung bei Wendehälsen

Wendehälse gehen für die Brut eine Brutsaisonehe ein. In dem Moment wo die Jungen flügge werden, trennen sich die Partner auch wieder. Da sie keine eigenen Höhlen anlegen können, sind die Vögel auf bereits vorhandene Bruthöhlen (anderer Spechte oder natürlichen Ursprungs) oder auf Nistkästen angewiesen.

Es kommt sogar vor, dass er die Bruthöhlen anderer Vögel einfach übernimmt und deren Nest, samt Eier oder Jungen entfernt. Im Gegenzug werden aber auch Wendehalsnester hin und wieder durch Buntspechte oder Blutspechte entfernt.

Wie andere Spechte auch, braucht der Wendehals nicht viel Nestmaterial. Das Weibchen legt 6 bis 10 mattweiße Eier. Natürlich kann es auch mal zu Ausnahmen kommen. Es wurde schon beobachtet, dass es auch mal bis zu 14 Eier geben kann.

Das hängt so ein wenig vom Nahrungsangebot ab. Ist weniger Nahrung vorhanden, werden die Gelege kleiner, gibt es viel Nahrung, dann wird auch mal das eine oder andere Ei mehr gelegt.

Die Eiablage erfolgt täglich und bis das letzte Ei gelegt wurde, werden sie vom Weibchen auch nur gewärmt und nicht richtig bebrütet. Ist das letzte Ei gelegt, beginnen beide Altvögel mit dem Brüten. Gebrütet wird in der Regel zwischen 11 und 14 Tagen. Danach schlüpfen die Jungen relativ gleichmäßig hintereinander.

Die Nestlingszeit beträgt zwischen 20 und 22 Tagen. Für den nötigen Futternachschub sorgen beide Elternteile gleichermaßen. Nach dem Verlassen des Nests werden die Jungvögel noch bis zu zwei Wochen gefüttert, ehe die jungen Wendehälse dann ihre eigenen Wege gehen.

Wendehals im Video

Bildquellen:

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