Waldlaubsänger – Aussehen, Lebensraum, Nahrung, Brutverhalten

Der kleine Waldlaubsänger ist ein eher unscheinbarer Genosse, der dank seines grünlichen Gefieders oft mit seiner Umgebung verschmilzt. Aber sein auffälliger Gesang ist vor allem im Frühling und Sommer beim Waldspaziergang häufig zu hören. Der Waldlaubsänger gehört zu der Familie der Laubsängerartigen, und sein lateinischer Name ist Phylloscopus sibilatrix.

Man findet ihn vor allem in feuchten, lichten Laub- aber auch Mischwäldern, wobei er hier Buchenwälder bevorzugt. Er ist ein Zugvogel, und im Frühling und Sommer kann man ihn in weiten Teilen Europas finden. Sein Winterquartier hat er im tropischen Afrika.

Systematik

  • Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
  • Unterordnung: Singvögel (Passeri)
  • Überfamilie: Sylvioidea
  • Familie: Laubsängerartige (Phylloscopidae)
  • Gattung: Laubsänger (Phylloscopus)
  • Art: Waldlaubsänger

Wie erkennt man einen Waldlaubsänger?

Waldlaubsänger auf Ast
Steve Garvie from Dunfermline, Fife, Scotland, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons

Waldlaubsänger sind für ihren Lebensraum im Wald gut getarnt. Sowohl Männchen als auch Weibchen tragen ein grünliches Obergefieder und helle Schirmfederräder. Das Bauchgefieder ist weiß, abgesehen auf die Brustseiten, welche ebenfalls grünlich gefärbt sind. An der Kehle geht die weiße Farbe in ein Zitronengelb über. Und das Gesicht ist bis auf einen dunklen Streif am Auge gelblich.

Seine Größe variiert zwischen 11 und 13cm, und er hat eine Flügelspannweite von etwa 19 bis 24cm. Das Gewicht liegt zwischen 7 und 14g.

Durch sein äußeres Erscheinungsbild kann der Waldlaubsänger sehr leicht mit dem Fitis und dem Zilpzalp verwechselt werden.

Wo leben Waldlaubsänger?

Zwischen April und September ist der Waldlaubsänger in Europa weit verbreitet. Man findet ihn fast im gesamten europäischen Raum bis zum westlichen Rand Sibiriens. Nur in den nördlichen Teilen Skandinaviens und im Mittelmeerraum ist er nicht beheimatet. Dabei bevorzugt er lichte Laub- und Mischwälder mit wenig oder gar keinem Unterholz.

Da der Waldlaubsänger allerdings ein Langstreckenzieher ist, verbringt er die Wintermonate in den Regenwäldern und Feuchtsavannen, die in der Äquatorzone Afrikas zu finden sind. Er ist damit einer der wenigen Kleinvogelarten, die für ihre Überwinterung über die Sahara ziehen.

Was frisst der Waldlaubsänger?

Das Hauptnahrungsmittel für den Waldlaubsänger sind Spinnen, kleine Weichtiere, Insekten und deren Larven. Zu große Anstrengungen macht sich der Waldlaubsänger bei seiner Jagd nicht. Meist findet er seine Beute hüpfend auf Ästen, oder er sammelt sie in schnellen Schwirrflügen von Blättern und Zweigen. Und manchmal macht er auch kurze Jagdflüge und fängt sich seine Nahrung am offenen Stammraum. In den Herbstmonaten ergänzt er seine Ernährung auch ab und zu durch Beeren.

Waldlaubsänger Küken im Nest
Algirdas, CC BY-SA 3.0 Unported, via Wikimedia Commons

Was ist das Brutverhalten des Waldlaubsängers?

Die Männchen kehren um 1 bis 2 Wochen früher als die Weibchen aus der Überwinterung zurück. So haben sie etwas Zeit um ein Revier zu finden, bevor die Weibchen ebenfalls zurückkommen. Dann besetzen auch sie ein Revier und finden ihre Niststandorte.

Geschlechtsreif sind Waldlaubsänger nach einem Jahr. Über eine Brutsaison sind sie vorwiegend monogam, aber es kann auch vorkommen, dass Männchen sich ein kleineres Zweitrevier suchen, und um ein zweites Weibchen werben. Weibchen legen ihre Eier zwischen Ende April und Juli. Für gewöhnlich besteht eine Brut zwischen 4 und 7 Eiern, und das Weibchen legt ein Ei pro Tag bis ihr Gelege komplett ist.

Ihr Nest bauen die Weibchen am Boden, und es wird gut in seiner Umgebung getarnt. Es ist rundlich und wird meist aus Halmen, kleinen Zweigen, Gras, Moos und Laub gebaut. Federn werden beim Nestbau nicht eingesetzt.

Das Ausbrüten der Eier übernimmt das Weibchen, und dauert meist zwischen 12 und 14 Tagen. Die Eier sind ebenfalls getarnt durch ihre fleckige Zeichnung. Wenn die Jungen geschlüpft sind, kümmern sich beide Elternteile um die Fütterung der Küken. Die Jungvögel bleiben um die 12 bis 13 Tage im Nest.

Nach etwa weiteren 14 Tagen, in denen sie von ihren Eltern geführt werden, machen sich die Jungvögel dann selbstständig.

Sind Waldlaubsänger gefährdet?

Waldlaubsänger gelten im Moment als ungefährdet. Allerdings sind sie wie auch viele andere Vogelarten von einem zunehmenden Verlust ihres Lebensraums betroffen. Das ist vor allem auf eine intensivere Forstwirtschaft zurückzuführen. Auch der stetige Rückgang des Anteils an Buchen in Wäldern spielt eine Rolle.

Für einen weiteren gesunden Bestand an Waldlaubsängern wäre also der Schutz von Buchenwäldern, aber auch eine vermehrte Bepflanzung von Buchen empfehlenswert.

Waldlaubsänger-Steckbrief im Video

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