Stockente – Aussehen, Lebensraum, Nahrung, Brutverhalten

Die Stockente (Anas platyrhynchos) gehört, wie wohl jeder direkt weiß, zur Familie der Entenvögel (Anatidae). In Europa ist sie sogar die größte und am häufigsten vorkommende Schwimmente. Es gibt wohl kaum einen See, Fluss oder Bach, wo man diese Vögel nicht beobachten kann.

Stockenten sind quasi in ganz Europa, in großen Teilen Asiens, in Nordamerika und auch in Australien oder den nördlichen Regionen Afrikas beheimatet. Bei uns sind sie, als Standvögel, fas ganze Jahr zu beobachten.

Systematik

  • Ordnung: Gänsevögel (Anseriformes)
  • Familie: Entenvögel (Anatidae)
  • Unterfamilie: Anatinae
  • Tribus: Schwimmenten (Anatini)
  • Gattung: Eigentliche Enten (Anas)
  • Art: Stockente

Wie sieht eine Stockente aus?

Aussehen und Merkmale der Stockente

Wie bereits erwähnt, ist die Stockente die größte Schwimmente in Europa. Erwachsene Vögel erreichen eine Körperlänge von rund 58 cm und eine Flügelspannweite von bis zu 95 cm. Trägt das Männchen, also der Erpel, sein Prachtkleid, dann ist es sehr gut vom Weibchen zu unterscheiden. Und das ist auch die meiste Zeit des Jahres der Fall.

Die Grundfarbe des Gefieders ist dann grau. Ober- und Unterschwanzdecken sind bräunlich gefärbt. Der Kopf ist, sehr markant, metallisch grün gefärbt und um den Hals verläuft ein weißer Halsring. Sehr auffällig ist auch der blaue Flügelspiegel mit schwarz-weißem Rand.

Zwischen Juli und August trägt der Erpel sein Schlichtkleid und sieht dann einer weiblichen Stockente sehr ähnlich. Das Gefieder hat dann eine grau-braun gesprenkelte Färbung, wobei die Brauntöne überwiegen.

Nur der blaue Flügelspiegel mit schwarz-weißem Rand ist bei beiden Geschlechtern immer vorhanden.

Doch wie kann man bei den Stockenten Männchen und Weibchen unterscheiden, wenn er auch sein Schlichtkleid trägt? Die einfache Antwort lautet: Am Schnabel. Beim Männchen ist der Schnabel immer gelb, maximal erhält er einen leichten Stich ins Grüne.

Die Grundfarbe des Schnabel des Weibchens ist hingegen orange und wird, mehr oder weniger, grau bis braun überdeckt.

Wo leben Stockenten?

Stockenten sind quasi auf der ganzen Nordhalbkugel vertreten. Es gibt sie hier in Europa aber auch bis nach Asien und Nordamerika. Nur in höheren Lagen fühlt sie sich nicht so wohl und ist daher dort nicht vertreten.

Da die Stockenten sehr anpassungsfähig sind, kommen sie eigentlich überall vor, wo es ein Gewässer gibt. Dabei spielt es keine große Rolle, ob es sich dabei um einen See, einen Teich, einen Fluss oder einen Bach im Wald handelt.

Was fressen Stockenten?

Auch was die Nahrung angeht, sind Stockenten sehr anpassungsfähig. Im Prinzip wird alles gefressen, was verdaut werden kann und leicht zu haben ist. Dabei besteht ihre Nahrung zwar überwiegend aus pflanzlichen Stoffen, wie Samen, Wasser-, Ufer- und Landpflanzen aber auch tierische Nahrung wie Larven, Würmer, kleine Frösche und Schnecken werden verspeist.

Sehr bekannt bei der Nahrungssuche ist das Gründeln. Die Stockenten tauchen mit dem Kopf voraus unter und nur noch der Bürzel steht senkrecht aus dem Wasser. Unter Wasser wird dann in einer Tiefe bis zu 50 cm nach Nahrung gesucht.

Brutverhalten bei Stockenten

Brutverhalten und Fortpflanzung bei der Stockente

Da Stockenten Standvögel sind, also hier das ganz Jahr vor Ort bleiben, bilden sich die Paare bereits im Herbst. Da es mehr Erpel als Weibchen gibt, ist die Zeit der Balz für diese recht anstrengend.

Januar bis Anfang Februar findet die Partnersuche, die Reihzeit, statt. Der Name Reihzeit kommt daher, dass sich mehrere Erpel hinter dem Weibchen beim Schwimmen einreihen. Selbst Reihflüge kommen häufig vor. In vielen Fällen wird das Weibchen auch von mehr als einem Männchen begattet.

Der Nistplatz wird von den Paaren gemeinsam ausgesucht. Und auch dabei sind die Stockenten äußerst flexibel. Wenn die Möglichkeit besteht, wird in Gewässernähe ein Platz gesucht. Es kann aber auch passieren, das sich das Nest weiter entfernt befindet.

Das Nest ist eine einfache flache Mulde, die vom Weibchen mit Halmen ausgepolstert wird. Ein Gelege besteht meist aus 7 bis 16 Eiern. Mit Beginn der Brut, verlässt der Erpel sein Weibchen, um es durch sein auffälliges Gefieder nicht zu gefährden.

Die ersten vier Eier werden jeweils offen zurückgelassen. Vergehen sich keine Fressfeinde daran, werden weitere Eier in das Nest gelegt und mit dem Brüten begonnen. Wenn die Ente das Nest kurz verlässt, deckt sie die Eier ab.

Nach 25 bis 28 Tagen schlüpfen die Küken. Nachdem sie sich von der Anstrengung des Schlüpfens erholt haben, können sie als Nestflüchter das Nest bereits verlassen und laufen der Mutter nach und können auch, von der ersten Minute an, schwimmen.

In den nächsten Tagen und Wochen lernen die kleinen Küken von ihrer Mutter alles, was sie für das Überleben brauchen. Nach rund acht Wochen sind die jungen Stockenten soweit, dass sie fliegen können.

Insgesamt bleibt die Gelegefamilie dann noch 50 bis 60 Tage als lockerer Verbund zusammen.

Stockente im Video

Bildquellen:

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