Schwanzmeise – Aegithalos caudatus

Die Schwanzmeise (lat. Aegithalos caudatus) gehört zu den kleinsten Vogelarten. Durch den langen Schwanz sowie das aufgeplusterte Gefieder erscheint sie größer. Ihrem sehr langen Schwanz verdankt sie auch ihren Namen, denn im lateinischen bedeutet cauda der Schwanz.

Außer auf Island sieht man sie überall in Europa in Wäldern, an Waldrändern und in Parks. Obwohl es der Name vermuten lässt, ist sie nicht wirklich mit den echten Meisen, wie der Blaumeise oder der Kohlmeise verwandt.

Aussehen und Merkmale der Schwanzmeise

Schwanzmeise - Aegithalos caudatus
Schwanzmeise direkt aus meinem Fenster fotografiert

Ihren Namen bekam sie durch den etwa elf cm langen Schwanz. Du unterscheidest vier Unterarten der Schwanzmeise:

  • Der Typ EE ist der Aegithalos caudatus europaeus und hat einen schwarzgezeichneten Kopf.
  • Der Typ EC ist dem europaeus ähnlich und hat an seinem schwarzgezeichneten Kopf einen höherem Weißanteil.
  • Der Typ CE ist der Aegithalos caudatus caudatus hat dunkle Einsprengsel sowie einzelne schwarze Federn am Kopf.
  • Der Typ CC ist der Aegithalos caudatus hat einen reinweißen Kopf.

Die Unterart Aegithalos caudatus europaeus zeigt an den Seiten seines Kopfes einen dunklen Streifen. Er beginnt vor dem Auge. Lässt einen hellen Bereich aus darüber und reicht in den Nacken in einem Bogen. Dort verbindet er sich mit seinem dunklen Rücken.

Der Streifen ist unterschiedlich breit, kräftig und manchmal verwaschen oder gar nicht vorhanden sein. Ein dunkler Kehlfleck deutet sich gelegentlich an. Die Wangen, Kehle und Halsseiten kommen wie verschmutzt weiß, genauso wie die Unterseite.

An Flanken und Bauch siehst Du einen rötlichen, rötlich braunen sowie weinroten Anflug. Die Unterschwanzdecken sind ziegelrot gedeckt . Die Oberseite ist schwarz und zeigt ein ausgedehntes rosa Feld am Schultergefieder.

Am unteren Rand geht das Rosa gelegentlich in Weiß über. Die dunkelgraubraun Handschwingen weisen einen hellen Saum auf. Die Armschwingen haben bei gleicher dunkler Grundfärbung einen breiten weißen Saum. Er ist innen breit ist und insgesamt helle.

Die schwarzbraun Handdecken zeigen einen deutlichen, weißen Saum. Der Stoß kommt schmal, ist sehr lang und schwarz mit weißen Außenfahnen. Die Schwanzmeise steht auf dunkelbraunen Füßen.

Am oberen Augenlid siehst Du einen farbigen, verdickten Rand. Die Farbe sich unterscheidet sich mit der Unterart. Beim Typ EE ist er zitronengelb mit brauner Iris.

Jungvögel haben einen weißen, ovalen Scheitelfleck und einen schwarzbraunen Kopf. Die weitere Oberseite ist braun ohne rosa Schultern. Der Augenring ist rötlich, später rot gefärbt. Sie stehen auf sind fleischfarbenen Füßen.

Lebensraum

In Mitteleuropa lebt überwiegend die dunkelköpfige Unterart (EE). Die weißköpfige Form ersetzt sie zunehmend von West nach Ost. Der Lebensraum erstreckt sich über Misch- sowie Laubwälder bei uns. Du siehst sie in Parks, Gärten, Friedhöfen oder in Heckenlandschaften.

In Mitteleuropa siedelt sie in lichten Laub- und Mischwäldern und in feuchten Habitaten sowie in Heckenlandschaften oder verbuschten Ruderalflächen. Seit mehreren Jahrzehnten findest Du sie in städtischen Biotopen wie Parks, Grünanlagen und Friedhöfen sowie verwilderten Gärten. Vom innerem geschlossener, einförmiger Forste hält sie sich weitgehend fern.

In Nordeuropa siehst Du sie sie oft in Sümpfen brüten, in Mooren oder am Rand der Kulturlandschaft. In der Zone borealen Nadelwalds bevölkert sie bevorzugt Birkenbestände.

In Westeuropa belebt die Schanzmeise außerhalb von Wäldern vermehrt die Heckenlandschaft, Wacholderheiden sowie Trockenhänge mit Ginster. Im Mittelmeerraum kolonisiert sie die dichte Macchie und in Kleinasien trockene Kiefernwälder sowie Olivenhaine.

Sie meidet im Allgemeinen ausgedehnte reine Nadelwälder. In Mittelsibirien siedelt sie in Nadelmischwäldern aus Fichte und Tanne, Lärche sowie sibirischer Zirbelkiefer. Ebenfalls mag sie Waldrandhabitate mit gemischt mit Laubhölzern. In Südwestchina (Provinz Yunnan)lässt sie sich sie auch Kiefernwäldern nieder.

Nahrung und Nahrungserwerb

Die Schwanzmeise verzehrt zum größten Teil kleine Insekten, andere Arthropoden und deren Larven und Eier. Vor allem kleine und kleinste Insekten nimmt die Schwanzmeise gern als Nahrung an wie Blattläuse oder Schildläuse. Sie liest sie von den äußeren Zweigen der Bäume ab. Sie hat sich nicht erkennbar spezialisiert. Durch saisonale und lokale Gegebenheiten kommt es dazu, dass sie bestimmte Arten ausschließlich zu ihrer Nahrungsquelle macht.

Pflanzliche Nahrung wie Knospen, Sämereien, kleinen Beeren oder Saft von Bäumen sowie Flechten und Algen an Zweigen ist nicht die Hauptnahrung. Sie spielt allerdings eine Rolle zur kalten Jahreszeit. Dann bilden die Pflanzen eine wertvolle Ergänzung im Nahrungsspektrum der Schwanzmeise.

Sie nimmt an Winterfütterungen im Vogelfutterhaus kleine Stücke von Nüssen und Talg, Brotkrumen und Käse sowie sonstigen Kleinigkeiten an.

Das zeigt Dir, dass Schwanzmeisen nicht spezialisiert sind. Weil Schwanzmeisen den Winter meist hier verbringen, erleichterst Du ihnen die Nahrungssuche am besten mit einem Kleie-Fettgemisch.

Die Nestlingsnahrung ist unwesentlich verschieden von der sonstigen. Die Jungvogel bevorzugen gern größere Beute wie Raupen von Schmetterlingen, zum Beispiel von Eichenwicklern, Schwammspinnern oder Nonne als Futter.

Schwanzmeise im Baum
Schanzmeise mit meiner Nikon P900 aus dem Fenster fotografiert

Brutverhalten bei Schwanzmeisen

Schwanzmeisen sind geschlechtsreif mit Ende des ersten Lebensjahres. Sie führen in der Regel eine monogame Saisonehe. Ein Partnerwechsel sowie über die Brutsaison eine Bindung sind bisher nicht belegt.

Von April bis Juni haben Schwanzmeisen eine Jahresbrut. Zweitbruten hat man bisher nicht zweifelsfrei nachgewiesen.

Die Schwanzmeise fertigt ein geschlossenes Nest, das aus Moos, Flechten, Tierhaaren sowie Pflanzenwolle besteht. Das Nest polstert sie mit Federn aus. Sie lässt einen seitlichen Eingang. Es entsteht auf einem stabilen Untergrund wie einer Astgabel und im Unterholz.

Die Schwanzmeisen legen 8-12 Eier, die sie in 14 Tagen ausbrüten. Die kleinen Nesthocker versorgen beide Eltern 16 Tage mit Nahrung, bis sie ausfliegen. Die Jungvögel wohnen eine ganze Weile mit ihren Eltern zusammen.

Schwanzmeisen füttern ihre Jungen am Greifensee

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