Saatkrähe – Corvus frugilegus

Die Saatkrähe (lat. Corvus frugilegus) ist, neben der Aaskrähe, eine weitere Vertreterin der Rabenvögel. In Europa sind insgesamt nur vier Arten der Gattung Corvus anzutreffen. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich in einem breiten Streifen von Westeuropa bis zum Altaigebiet.

Aussehen und Merkmale der Saatkrähe

Saatkrähe - Corvus frugilegus
Bild von Kathy Büscher auf Pixabay

Mit rund 46 cm erreicht die Saatkrähe schon eine stattliche Größe. Ihr gleichmäßig schwarzes Federkleid glänzt leicht rötlich. Am Scheitel und im Nacken kann das Federkleid sogar, je nach Lichteinfall,  grünlich- oder violett-metallisch schimmern.

Der Schnabel der Saatkrähe ist sehr markant und wirkt sogar etwas zu groß für den kleinen Kopf. Er ist spitz und schlanker als der Schnabel der Aaskrähe.

Bei den Saatkrähen gibt es zwischen Männchen und Weibchen keinerlei Unterschiede in der Optik. Die Jungvögel unterscheiden sich natürlich zunächst von den Eltern. Aber nach rund 8 Monaten erhalten auch sie das Federkleid der erwachsenen Vögel.

Wie auch andere Krähenvögel sind die Saatkrähen sehr neugierige Tiere. Man hat sogar beobachtet, wie sie „Werkzeuge“ benutzt haben, um an Futter zu kommen oder sich andere Vorteile zu verschaffen.

Lebensraum

Wie bereits erwähnt, ist die Saatkrähe in weiten Teilen Europas vertreten. Ihr Lebensraum reicht im Osten bis in die Altairegion. Nördlich reicht ihr Verbreitungsgebiet bis nach Dänemark und sogar Süd-Schweden. Interessanterweise gibt es keine Saarkrähen in der südlichen Schweiz, in großen Teilen von Österreich und in Italien.

Die Saatkrähe bevorzugt offenes Weide- und Ackerland auf dem Gehölze, Wäldchen oder Baumreihen zu finden sind. Sie ist regelrecht auf vom Menschen umgewandeltes Kulturland spezialisiert. Insbesondere Grünlandgebietet mit Ackerflächen sind die bevorzugten Aufenthaltsorte. Auch die Nähe des Menschen scheuen Saatkrähen nicht.

So sind sie auch häufig als Schwärme in Parkanlagen oder sogar in Hinterhöfen zu finden. Und bleiben dabei auch recht ortstreu.

Saatkrähen sind sowohl Standvögel als auch Zugvögel, abhängig von ihrem Brutgebiet. Während die Vögel in den westlichen Brutgebieten eher zu den Standvögeln gehören und dort auch überwintern, ziehen die Vögel aus den östlichen Gebieten im Winter in wärmere Regionen. Dabei werden Entfernungen zwischen 1000 und 3000 km zurückgelegt.

Nahrung und Nahrungserwerb

Die Saatkrähe ist, was die Nahrung angeht, nicht sonderlich wählerisch. Sowohl tierische als auch pflanzliche Nahrung seht auf dem Speiseplan. Regenwürmer, Nacktschnecken, Käfer oder auch Schnaken werden hierbei bevorzugt. Aber auch kleinere Säugetiere wie z.B. Spitz- oder Feldmäuse werden hin und wieder erbeutet.

Was die pflanzlichen Nahrungsanteile angeht, stehen hier vor allem Getreidesamen auf dem Speiseplan. Hin und wieder ergänzt durch Nüsse oder Eicheln. Seltener werden Früchte gefressen.

Im Winter, wenn das Nahrungsangebot abnimmt, wird die Saarkrähe auch hin und wieder zum Aasfresser. Allerdings ist dieses Verhalten nicht so ausgeprägt, wie bei der Aaskrähe.

Ein interessantes Verhalten ist auch die Art der Nahrungssuche. Während morgens nur an der Oberfläche gesucht wird, gehen die Saatkrähen dann im Verlauf des Tages mit ihrem spitzen Schnabel zum Graben und Stochern über. Das geht dann wiederum in das Absuchen von weiten Flächen über.

Saatkrähe im Gras auf Nahrungssuche
Bild von Ewa Urban auf Pixabay

Brutverhalten bei der Saatkrähe

Saatkrähen werden erst gegen Ende des zweiten Lebensjahres geschlechtsreif. Hat man einmal einen passenden Partner gefunden, führen sie eine monogame, dauerhafte Verbindung. Die Nester werden meist in Kronen von Laubbäumen oder Feldgehölzen gebaut. Baubeginn ist meist Anfang März.

Häufig bauen verschiedene Paar ihre Nester relativ dich nebeneinander. Allerdings wird dabei ein Mindestabstand von 1 m eingehalten.

Beide Partner bauen gemeinsam das Nest. Als Material dienen hauptsächlich dünne Zweige. Ausgepolstert wird das Innere dann mit verschiedenen, weichen Materialien. Innerhalb der Kolonien und sogar zwischen verschiedenen Kolonien wird gern Baumaterial für das Nest geklaut.

Die Weibchen legen in der Regel 3 bis 6 Eier. Hin und wieder können es sogar bis zu neun Eier sein. Für 16 bis 19 Tage wird das Gelege vom Weibchen bebrütet. In dieser Zeit versorgt das Männchen seine Partnerin mit Futter.

In den ersten 10 Tagen nach dem Schlüpfen sorgt das Männchen allein für den Nahrungsnachschub. Danach werden die Jungvögel von beiden Eltern versorgt. Nach etwa einem Monat sind ist der Nachwuchs soweit das Nest zu verlassen. Und auch in dieser Zeit werden sie zunächst noch von den Altvögeln versorgt, ehe sie ihre eigenen Wege gehen.

Saatkrähen brüten, bis auf sehr wenige Ausnahmen, nur einmal pro Jahr.

02.03.2019 Beginn des Nestbau

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.