Pirol – Aussehen, Lebensraum, Nahrung, Brutverhalten

Seinen Ruf hast du bestimmt schon einmal auf einem Spaziergang oder im Garten gehört, aber ob du ihn schon einmal gesehen hast? Denn obwohl er ein so farbenfrohes Gefieder hat, ist er kaum zu sehen. Das liegt daran, dass sein Gefieder die perfekte Tarnung in seinem bevorzugten Lebensraum darstellt. Die Rede ist vom Pirol (Oriolus oriolus).

Systematik

  • Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
  • Unterordnung: Singvögel (Passeri)
  • Überfamilie: Rabenähnliche (Corvoidea)
  • Familie: Pirole (Oriolidae)
  • Gattung: Oriolus
  • Art: Pirol (Oriolus oriolus)

Es gibt 28 Arten der Gattung Oriolus, aber nur eine Art lebt in Europa. Der in Europa vorkommende Pirol ist ein Zugvogel, der den Winter in Afrika verbringt.

Wie sieht ein Pirol aus?

Pirol Aussehen und Merkmale

Das Männchen und das Weibchen lassen sich gut voneinander unterscheiden. Obwohl das Männchen deutlich auffälliger ist, sind beide recht farbenfroh. Das Männchen ist überwiegend gelb gefiedert. Die Nuancen reichen von Zitronengelb bis Sattgelb. Die Flügel und die Schwanzfedern sind bis auf den Ansatz und einzelnen Flecken am Rand schwarz gefärbt. Die Flecken zeigen alle Farben zwischen weiß, hellgelb und knallgelb.

Sie sind wie Sonnenflecken. Und das macht auch Sinn, denn der Pirol hält sich gern in den Baumkronen auf. Man schaut in den Himmel, wenn man ihn sucht. Bei diesem Blick nach oben verschmelzen die Farben des Gefieders mit den Blättern und den Sonnenstrahlen.

Das Weibchen ist etwas schlichter gefärbt. Statt der gelben Federn hat es blasse grasgrüne Federn. Brust und Bauch können mehr oder weniger stark gesprenkelt sein. Während bei Weibchen mit zunehmendem Alter die Färbung kräftiger und gelblicher werden kann, können noch junge Männchen noch sehr blasse Federfarben zeigen. Deshalb ist die Unterscheidung nicht immer ganz einfach.

Jungvögel ähneln den Weibchen im Aussehen sehr stark. Nur sind die Sprenkel auf Brust und Bauch kräftiger. Der Schnabel ist blassrot gefärbt, die Füße grau. Der Körperbau ähnelt der der Amsel, der Pirol ist etwa 24 cm groß und um die 70 g schwer.

Wo lebt der Pirol?

Zur Familie des Pirols gehören 28, neuerlich 30, Arten, die weit verbreitet leben. Pirolarten kommen in Afrika, Asien, Australien und Europa vor. In Europäischen Gärten und Gehölzen ist allerdings nur eine Art anzutreffen. Der Pirol ist ein Zugvogel, der den Winter in Ost- oder Südafrika verbringt und im mitteleuropäischen Flachland brütet. Selten kommt er auch in Mittelgebirgslage vor.

Als Brutgebiet liebt der Pirol offene Gehölze wie Streuobstwiesen, Alleen oder Windschutzgürtel.

Aber auch gewässernähe liebt der Pirol. Also kann man ihn neben Mischwäldern und Gärten auch in Auwäldern finden. Da er sein Nest in den Baumkronen baut, sind für den Pirol hohe Laub- und Obstbäume, die in offener Landschaft stehen, wichtig.

Was frisst der Pirol?

Die Liebe zu gewässernahen Gehölzen ist leicht nachzuvollziehen, denn in natürlichen Seen und Teichen kommt die Hauptnahrung des Pirols reichlich vor. Viele Insekten und besonders deren Larven benötigen Wasser für ihre Entwicklung.

Hauptnahrung sind verschiedene Schmetterlingsraupen und, je nach Reifezeit, Obst und Beeren. Beliebt sind Kirschen, Trauben und Fallobst.

Da sie Zugvögel sind, unterscheidet sich ihre Nahrung je nach Aufenthaltsort.

Pirol Oriolus oriolus
Kookaburra 81, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Brutverhalten und Fortpflanzung

Der Heimflug nach Europa beginnt Ende Januar, Höhepunkt ist aber der März. Dementsprechend sind im März die allerersten Pirole in Mitteleuropa angekommen, und im Mai kann man mit allen zurückgekehrten Pirolen rechnen. Dann beginnt die Brutzeit.

In das in der Baumkrone gelegene Nest werden drei bis fünf gesprenkelte Eier gelegt. Die dunklen Sprenkel tarnen die cremefarbenen oder rosagetönten Eier gut.

Die Brutzeit beträgt rund sechzehn Tage. Bis zu zwanzig Tage werden die Jungen jetzt im Nest gefüttert und gehudert.

Zunehmend werden die Nestlinge flügge, klettern auf den Nestrand herum, bis der Zeitpunkt gekommen ist, das Nest zu verlassen. Aber auch dann bleiben sie noch in der Obhut der Eltern, denn anfangs können sie noch nicht richtig fliegen.

Langsam lässt die Fürsorge der Eltern nach. Die Verbindung bleibt aber bis zum Endes des Sommers. Dann, ab Ende August, beginnt der Rückflug in die Winterquartiere, zusammen mit den Jungtieren. Der Rückflug beginnt zögerlich Ende Juli, beginnt die Hauptsaison Mitte und Ende August, und einige Nachzügler folgen im Oktober.

Der Gesang des Pirol im Video

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