Mehlschwalbe – Delichon urbica

Die Mehlschwalbe (lat. Delichon urbicum, Syn.: Delichon urbica) gehört natürlich zur Familie der Schwalben. Sie ist aber auch unter dem Namen Stadtschwalbe oder Kirchschwalbe bekannt. Sie ist an ihrem weißen Bürzel sehr gut zu erkennen, denn den hat sonst keine andere Schwalbenart, die in Europa brütet.

Als Zugvöel überwintern die Mehlschwalben in Afrika, genauer gesagt in einem Gebiet zwischen der Südgrenze der Sahara und der Kapprovinz.

Aussehen und Merkmale der Mehlschwalbe

Mehlschwalbe - Delichon urbica
Bild von Dr. Georg Wietschorke auf Pixabay

Mit ihren rund 13 cm Körperlänge und einem Gewicht zwischen 16 und 25 g ist die Mehlschwalbe etwas kleiner als ein Haussperling. Allerdings ist sie innerhalb der Schwalbenfamilie nicht die kleinste Art, sondern zählt zu den mittelgroßen Vögeln.

Bei den erwachsenen Vögeln sind die Körperunterseite und der Bürzel weiß gefärbt. Wobei es hierbei Varianten von einer reinweißen bis mehlweißen Färbung gibt. Die Oberseite der Flügel, der Rücken und auch Kopf und Schwanz sind in deutlichem Kontrast dazu blauschwarz.

Unterschiede im Aussehen zwischen Männchen und Weibchen gibt es bei den Mehlschwalben aber nicht.

Die Jungvögel unterscheiden sich zunächst von den erwachsenen Tieren. Sie haben eine bräunlich-schwarze Körperoberseite, bei der sich die bläulich-schwarze Färbung der Eltern erst so nach und nach durchsetzt. Größtes Unterscheidungsmerkmal ist aber der graue Bürzel. Auch hier dauert es, bis sich die Färbung in das Weiß der erwachsenen Mehlschwalben ändert.

Im Flug schlägt die Mehlschwalbe bis zu 5,3 mal pro Sekunde mit den Flügeln. Bevorzuge Jagdflughöhe sind etwa 21 m. Allerdings kann es auch vorkommen, dass die Mehlschwalbe in weniger Abstand zum Boden auf Jagd nach Insekten geht.

Auf der Flucht vor Greifvögeln können sie eine Geschwindigkeit von bis zu 74 km/h erreichen.

Lebensraum

Die beiden Unterarten der Mehlschwalbe haben ein sehr großes Verbreitungsgebiet, dass sich über ganz Europa und im Osten bis nach Sibirien und die Mongolei erstreckt. Auch im Mittelmeerraum und Südosteuropa sind Mehlschwalben zu finden.

Selbst in einem Gebiet im nordwestlichen Afrika, genauer gesagt zwischen von Marokko bis ins nördliche Algerien findet man brütende Mehlschwalben.

Wie bereits eingangs erwähnt ist die Mehlschwalbe ein ausgesprochener Zugvogel. Genauer gesagt gehören sie zu den Langstreckenziehern, da sie die kältere Jahreszeit im warmen Afrika verbringen. Zwischen Ende August und Anfang Oktober, je nachdem wo sich das Brutgebiet befindet, machen sich die Mehlschwalben auf den Weg in ihr Winterquartier südlich der Sahara.

Nahrung und Nahrungserwerb

Der Nahrungserwerb bei der Mehlschwalbe ähnelt dem der Mauersegler. In der Luft jagen sie Insekten. Wobei die Mehlschwalben hier nicht so wählerisch sind. Es wird gejagt, was vor den Schnabel kommt. Egal ob es sich dabei um Mücken, Fliegen oder Blattläuse handelt. Aber auch Schmetterlinge, Käfer und Webspinnen können auf dem Speiseplan stehen.

Dabei greifen die Mehlschwalben meist von unten die Insekten an. Mit schnellen Flügelschlägen stoßen sie nach oben und fangen so die fliegenden Insekten. Diese werden direkt im Flug auch gefressen. Es sei denn, es muss der Nachwuchs gefüttert werden.

Brutverhalten bei den Mehlschwalben
Bild von Kathy Büscher auf Pixabay

Brutverhalten bei den Mehlschwalben

Ursprünglich waren senkrechte Felswände die bevorzugten Brutorte für die Mehlschwalbe. Inzwischen findet man ihre Nester auch sehr häufig an Häuser und Scheunen. Sie sind sogenannte Koloniebrüter. Das heißt, dass sich eigentlich immer mehrere Nester (meist 4-5) in unmittelbarer Nähe gebaut werden, die sich sogar berühren.

Das Nest wird von beiden Elternteilen gemeinsam gebaut. Innerhalb von rund 14 Tagen wird das halbkugelförmige Nest aus Lehm- oder Erdklümpchen aufgebaut. Innen wird das Nest natürlich ausgepolstert. Dafür verwenden die Mehlschwalben Halme, Federn und anderes weiches Material.

Die fast fertigen Nester werden gern auch von anderen Vogelarten benutzt, wie z.B. von Blaumeise, Gartenrotschwanz, Hausrotschwanz, Kohlmeise, Feldsperling, Zaunkönig und Grauschnäpper.

Ist das Nest fertig, ist das Einflugloch so klein, dass nur noch die Mehlschwalben hineinpassen.

Im Abstand von einem Tag werden 3 bis 5 Eier gelegt. Das Brüten übernehmen beide Elternteile, allerdings nicht zu gleichen Teilen. Das Weibchen übernimmt hier den größeren Teil der Arbeit.

Nach 14 bis 16 Tagen schlüpfen die Jungvögel, die nach 22 bis 32 Tagen flügge sind. Und auch danach bleibt der Nachwuchs in der Nähe und wird noch bis zu einer Woche weiter gefüttert.

Mehlschwalben brüten aber nicht nur einmal pro Brutsaison. Meist folgt noch eine zweite Brut und in manchen Regionen sogar noch eine dritte (in südlichen Brutgebieten). Allerdings sind die Gelege dann meist auch kleiner und weniger Jungvögel überleben, da das Futterangebot abnimmt.

Nester von Mehlschwalben, und auch von Rauchschwalben, Mauerseglern und Haussperlingen, dürfen nach gesetzlicher Regelung nicht zerstört werden. Siehe auch: Gesetz über Naturschutz und Landschaftspflege [BNatSchG] § 44, Abs. 1, Nr. 3.

NABU Euskirchen TV Rauch und Mehlschwalben vor der Kamera

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