Mauersegler – Apus apus

Der Mauersegler (lat. Apus apus) gehört zur Familie der Segler. Häufig wird gedacht, dass er mit den Schwalben verwandt ist. Das ist aber nicht der Fall. Beide Arten haben sich nur sehr ähnlich entwickelt. Das nennt man konvergente Evolution. Als Langstreckenzieher verbringt der Mauersegler die kälteren Monate lieber im warmen Afrika, vor allem in Gebieten südlich des Äquators.

Aussehen und Merkmale beim Mauersegler

Mauersegler - Apus apus
Bild von Marc Pascual auf Pixabay

Der Mauersegler hat sich in den Dörfern und in den Städten als ein wahrer Kulturfolger angesiedelt, wo er vor allem unter Dächern von Altbauten und auch in Gebäudenischen wie in alten Gemäuern eine geeignete Wohnstube findet.

Mit seiner Flügelspannweite von mehr als 40 Zentimetern sind die Mauersegler beträchtlich größer als die ansässigen Schwalben. Diese haben lange und sichelförmige Flügel sowie einen gegabelten und kurzen Schwanz.

Bis auf eine grauweiße Kehle ist das Gefieder der Vögel bräunlich bis schwarz, wobei die Männchen und Weibchen gleich gefärbt sind. Die Jungvögel sind an der geschuppten und weißen Stirn sowie dem großen Kehlfleck zu erkennen. Die Füße und der Schnabel sind schwärzlich, die Iris hingegen ist tiefbraun.

Lebensraum

Der Mauersegler ist ursprünglich ein Baum- und Felsbrüter. Heute ist er überwiegend ein Bewohner in menschlichen Siedlungen, wo er in Dörfern, Einzelhöfen und auch in Städten mit Gebäuden, Wohnblocks, Türmen, Altbauten und auch Fabriken vorkommt.

In Mitteleuropa lebt und brütet ein Mauersegler zumeist an mehrgeschossigen Bauten aus Stein, darunter Kirchtürme, Wohnhäuser, Fabrikgebäude oder auch Bahnhöfe. An diesen Gebäuden werden viele Hohlräume unter den Dächern oder Traufen genutzt, zum Beispiel Rollladenkästen oder auch schief sitzende Dachziegel.

Neubauten mit eher glatter Fassade werden hingegen kaum genutzt. Bedingt durch eine Verfügbarkeit geeigneter Möglichkeiten zur Brut siedelt der Vogel oft nur an wenigen Stellen, in Ortszentren, Industrie- und Hafenanlagen, in kleineren Städten oft an Kirchen und anderen geschichtlichen Gebäuden.

Einem aufkommenden Regenwetter begegnen die Vögel durch zyklonale Wetterflüge. Bei der Annäherung eines Tiefdruckgebiets ziehen viele Mauersegler vor den Wetterfronten her. Sie starten in den meisten Fällen schon, wenn eine Kaltfront noch 500 bis 600 Kilometer entfernt ist.

Die Tiere bilden schnell Trupps, welche zunächst in den Warmsektor dieses Tiefs ziehen, wo sie bei Regen noch ausreichend Nahrung finden. Zu späterer Zeit fliegen die Vögel gegen den Windzug durch die Kaltfront dieses Tiefdruckgebiets hindurch und sind die kürzest mögliche Zeit den starken Regenfällen ausgesetzt.

Zumeist umwandern Mauersegler hierbei das Zentrum eines Tiefs im Uhrzeigersinn und kehren dann oft nach 1000 bis 2000 Kilometern zum Ausgangspunkt zurück. Stets vermischen sich durch die Wetterfluchten auch Individuen unterschiedlicher Regionen vorübergehend.

Nahrung und Nahrungserwerb

Mauersegler gehen in der Luft auf die Jagd nach Insekten oder auch Spinnen, die sie systematisch anfliegen und danach auch fangen. Hierbei wird der Schnabel zuerst beim Zugreifen geöffnet. Dir Vögel jagen nicht selten in größerer Höhe bis zu 3.000 Metern über dem Boden. Die Höhe des Flugs schwankt mit dem Angebot an Nahrung. Auch bei schlechtem Wetter fliegen Mauersegler flach über dem Erdboden.

In Europa sind als Nahrung unter anderem Käfer, Blattläuse, Fliegen oder Hautflügler wie Wespen, Bienen oder Ameisen bewiesen worden, in Afrika auch Termiten. Um trinken zu können, nehmen die Mauersegler in einem schnellen und auch geraden Gleitflug Wasser von der Gewässeroberfläche auf.

Die Flughöhe der Tiere schwankt auch mit dem Nahrungsangebot. Bei schlechterem Wetter fliegen die Mauersegler flach über dem Boden. In Europa sind die Nahrungstiere Käfer, Fliegen und Bienen, Ameisen oder Wespen.

Mauersegler im Flug
Bild von TheOtherKev auf Pixabay

Brutverhalten beim Mauersegler

Mauersegler sind eigentlich Langstreckenzieher, die im Süden der Sahara überwintern und dann Ende April nach Deutschland zurückkehren. Die Brutzeit erstreckt sich bis in den Juli. Es gibt bei diesem Vogel auch nur eine Jahresbrut, aber nach einem Gelegeverlust oftmals auch eine Ersatzbrut.

Die Dauer der Brut ist abhängig von den klimatischen Bedingungen und liegt hierbei zwischen 18 und 25 Tagen.

Mauersegler gehören zu den Höhlenbrütern an Felsen und Gebäuden, seltener auch in Bäumen oder in Nistkästen. Das recht flache Nest besteht zumeist aus Blättern, Halmen, Haaren, Federn und anderen leichten Materialien, die die Mauersegler im Flug direkt aus der Luft sammeln und mit dem Speichel zusammenkleben. Die Vögel legen meist zwei bis drei elliptische und weiße Eier.

Mauersegler sind am Ende ihres zweiten Lebensjahres geschlechtsreif. So verbringen die einjährigen Vögel nach der Rückkehr aus Afrika die Saison in dem jeweiligen Gebiet der Brut, noch ohne sich hier fortzupflanzen.

Teils werden schon potentielle Bruthöhlen untersucht oder auch besetzt. Erwachsene Mauersegler führen eine streng monogame Ehe für eine Saison, meist aber über mehrere Jahre. Die Treue basiert auf der ausgeprägten Nistplatzbindung. Die beiden Partner treffen sich hierbei nicht gemeinsam, sondern zumeist im Abstand von 10 Tagen in dem ausgesuchten Brutgebiet.

Der Mauersegler mit Vogelgesang

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