Kohlmeise – Parus major

Genau wie die Blaumeise gehört auch die Kohlmeise (lat. Parus major) zur Familie der Meisen (Paridae). Gleichzeitig ist sie die größte und häufigste Meisenart in Europa. Eigentlich stammt sie aus Laub- und Mischwäldern, doch inzwischen nutzt sie auch andere Lebensräume. Hauptsache es sind Nistmöglichkeiten vorhanden.

Daher ist die Kohlmeise einer der häufigsten Vögel im Garten. Aufgrund ihrer typischen farbigen Zeichnung ist sie auch sehr leicht zu erkennen.

Aussehen und Merkmale der Kohlmeise

Kohlmeise - Parus major

Die Kohlmeise gehört zu den bekanntesten und auch beliebtesten Vogelarten in heimischen Gärten. Dieser Vogel ist intelligent und anpassungsfähig und hält sich auch gern in menschlicher Nähe auf. Zudem ist sie mit ihrer bekannten Stimme kaum zu überhören.

Die Kohlmeisen verfügen über ein vielfältiges Repertoire an unterschiedlichen Gesangsmotiven und können sogar andere Meisenstimmen nachmachen. Am Gesang selbst sind die Meisen deshalb nicht immer so einfach zu bestimmen.

Die Kohlmeise ist einfach an dem glänzenden schwarzen Kopf und den weißen Wangen sowie einem schwarzen Kinnlatz erkennbar. Die Bauchseite der Meise ist gelb gefärbt und hat einen schwarzen und kräftigen Bauchstreifen. Der Rücken des Vogels ist olivgrün, über einem blaugrauen Flügel läuft eine deutlich zu sehende weiße Binde.

Bei den Geschlechtern der Kohlmeise gibt es einen Unterschied: Die Weibchen sind etwas blasser und auch matter gefärbt als die Männchen und der Streifen am Bauch ist bei den Kohlmeisen-Weibchen schmaler ausgebildet und häufig unterbrochen.

Lebensraum

Die Kohlmeise lebt vorrangig in Laub- und Mischwäldern, wenn genügend alte Bäume vorhanden sind, um das genügende Angebot an Nisthöhlen zu garantieren. Anders als man vielleicht vermuten würde, greift die Kohlmeise nicht gern auf Spechthöhlen zurück.

Die bevorzugte Waldzusammensetzung ist allerdings regional verschiedenen. So werden im westlichen Mitteleuropa häufiger Eichenwälder bevorzugt, während es im Osten dann eher die Nadelmischwälder sind. In Sibirien wiederum sind es dann wieder eher Weiden-, Birken- und Mischwälder.

Wegen der hohen Anpassungsfähigkeit ist die Kohlmeise auch in vielen anderen Lebensräumen mit einem alten Baumbestand oder auch künstlichen geschaffenen Nisthöhlen vertreten. Sie besiedelt gern auch Parks, Friedhöfe oder Gärten.

Nahrung und Nahrungserwerb

Um die hungrigen Schnäbel zu stopfen, müssen die Vogeleltern rasant im Einsatz sein. In den Spitzenzeiten kommen sie sogar im Minutentakt mit dem Futter an ihre Bruthöhle. Sie sammeln enorme Mengen an Blattläusen, Raupen oder auch Spinnen von Zweigen und Blättern, und leisten so nebenher einen großen Beitrag bei der biologischen und natürlichen Schädlingsbekämpfung.

In der kalten Jahreszeit ist die Kohlmeise sehr einfach in das Vogelhäuschen zu locken. Die Meisen-Arten bevorzugen hier hängendes Futter. Für die Fütterung der Vögel eignen sich Erdnussbruch, Fettfutter, Sonnenblumenkerne oder auch Mehlwürmer.

Kohlmeise am Meisenknödel

Brutverhalten bei der Kohlmeise

Kohlmeisen sind mit circa einem Jahr geschlechtsreif. Jene Balz und die Paarung der Meise beginnt meist in den Monaten März oder April. Nachdem sich die Männchen und Weibchen gefunden haben, untersuchen sie zusammen verschiedene Plätze für den Nistplatz.

Die Kohlmeisen gehören zu den sogenannten Höhlenbrütern, daher sind zweckmäßige Orte für ein Nest beispielsweise in Baumhöhlen, Briefkästen, Rindenspalten oder Nistkästen zu finden.

Sobald ein Kohlmeisenpaar den genauen Platz für ein Nest gefunden hat, sammelt es die Nestbaumaterialien wie Grashalme, Wurzeln, Flechten und auch Kiefernnadeln und beginnt dann mit dem Bau des Nestes. Der Großteil dieser Arbeit wird hierbei vom Weibchen übernommen.

Am Ende ist das Nest mit den weichen Materialien wie Moos, Tierhaaren und Federn sehr gut ausgepolstert.

Das Weibchen legt im März, zu Beginn der Zeit der Brut, etwa 6 bis 12 rundlich ovale Eier mit rötlichen Punkten in das gebaute Nest. Hier bei uns in Mitteleuropa beträgt die Brutzeit meist zwischen 12 und 15 Tagen. Nach dem Schlüpfen bleiben die Jungvögel für 17 bis 20 Tagen im Nest, wo sie von beiden Elternvögeln gefüttert werden. Allerdings leistet das Weibchen hierbei den deutlich größeren Anteil der Arbeit.

Nachdem die Jungen das Nest schließlich verlassen haben, werden sie noch bis zu 10 Tage gefüttert, bis sie wirklich selbständig sind.

JUNGE KOHLMEISEN J.T.- FILM

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