Kiebitz – Aussehen, Lebensraum, Nahrung, Brutverhalten

Der Kiebitz (Vanellus vanellus) gehört zur Familie der Regenpfeifer (Charadriidae). Als Bodenbrüter bevorzugt er offenes Weideland, Wiesen und ähnliche Landschaften. Der Kiebitz ist je nach Brutgebiet ein Zugvogel, ein Strichvogel oder sogar ein Standvogel.

In Deutschland zählt der Kiebitz leider, genau wie der Wendehals, auf der Roten Liste zur Kategorie 2: Stark gefährdet.

Systematik

  • Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
  • Ordnung: Regenpfeiferartige (Charadriiformes)
  • Familie: Regenpfeifer (Charadriidae)
  • Unterfamilie: Kiebitze (Vanellinae)
  • Gattung: Kiebitze (Vanellus)
  • Art: Kiebitz

Wie sieht ein Kiebitz aus?

Aussehen und Merkmale des Kiebitz

Mit einer Körperlänge zwischen 28 und 31 cm ist der Kiebitz in etwa so groß wie eine Türkentaube. Seine Flügelspannweite beträgt 70 bis 80 cm.

Durch sein äußeres Erscheinungsbild ist dieser Vogel sehr leicht zu erkennen. Die Oberseite seines Gefieders ist schwarz mit einem metallisch-grünen Glanz. Der Bauch ist weiß. Wie einen Schal haben Kiebitze ein schwarzes Brustband.

Am Hinterkopf kann man die abstehende Haube (auch Holle genannt) gut erkennen und das ist wohl auch das bekannteste Merkmal beim Kiebitz.

Zwischen Männchen und Weibchen gibt es beim Erscheinungsbild nicht so große Unterschiede. Die Holle ist beim Männchen länger, das Schwarz ist etwas intensiver und der Kehlfleck ist durchgehend.

Auch im Flug sind diese Vögel ganz gut zu erkennen. Sie besitzen relativ breite Flügel, die wie ein Paddel abgerundet sind. Geflogen wir meist mit eher gemächlichen Flügelschlägen.

Wo leben Kiebitze?

Kiebitze kommen in ganz Europa vor. Sie brüten im Westen von Großbritannien und Irland bis in den Osten nach Ostsibirien, in der Türkei und sogar bis in die Mongolei und den Norden von China. Je nach Region bleiben die Vögel das ganze Jahr in ihren Brutgebieten oder sie ziehen in wärmere Regionen, wenn die kalten Tage kommen.

Wie bereits eingangs erwähnt, bevorzugen sie offene, flache Landschaften die auch gern frei von Gras sein können. Aber auch Wiesen und Weiden, Moore und Heidelandschaften werden gern als Lebensraum und Brutgebiet genutzt.

Was frisst ein Kiebitz?

Als Nahrung dienen vor allem Insekten und deren Larven. Aber auch Würmer und andere wirbellose Tiere stehen auf dem Speiseplan ganz oben. Pflanzliche Nahrung wird eher vermieden. Hin und wieder sieht man Kiebitze aber auch Samen vom Boden aufpicken.

Interessant ist, dass die Vögel sowohl tagaktiv als auch nachtaktiv sind. Manche Vertreter dieser Gattung bevorzugen es sogar nachts auf Nahrungssuche zu gehen.

Nahrung und Nahrungserwerb beim Kiebitz

Brutverhalten und Fortpflanzung bei Kiebitzen

Kiebitze sind treu und zwar in jeder Hinsicht. Ist die Partnerwahl abgeschlossen, dann bleiben die Paare meist ein ganzes Leben zusammen. Und auch ihrem Geburtsort bleiben die Vögel treu. Zum Brüten kehren sie immer wieder hierhin zurück.

Bereits im März (wenn es nicht mehr friert) treffen die Kiebitze an ihren Brutorten ein. Die Männchen verteidigen ihr Revier mit spektakulären Balzflügen. Gebrütet wird meist in kleineren Gruppen. Es finden sich zwischen 2 und 20 Paare in der näheren Umgebung zum Brüten zusammen. Die Brutzeit liegt in der Regel zwischen April und Mai.

Die Grundlage für das Nest ist eine Nestmulde, die vom Männchen angelegt wird und mit Halmen und anderen Teilen von Pflanzen gepolstert. Das Männchen legt aber mehrere Mulden an und das Weibchen wählt die passende aus und legt darin vier Eier ab. Diese sind olivbraun mit dunklen Flecken. Perfekt an die Umgebung angepasst.

Beim Brüten sind beide Elternvögel beteiligt. Nach etwa 21 bis 28 Tagen schlüpfen dann die Jungen. In dieser Zeit wird das Nest von den Altvögeln aggressiv gegen mögliche Räuber verteidigt. Sogar andere Vögel aus naheliegenden Nestern helfen bei der Verteidigung. Kommt es doch zu Verlusten, werden legt das Weibchen bis zu zweimal erneut Eier.

Kiebitz-Küken sind Nestflüchter und verlassen dementsprechend das Nest bereits einige Stunden nach dem Schlüpfen. Für die Aufsucht des Nachwuchses sind beide Elternteile verantwortlich. Die Jungen werden rund 5 Wochen von ihren Eltern gefüttert und umsorgt.

Im Alter von rund 35 Tagen haben die jungen Kiebitze dann ihr vollständiges Federkleid und sind auch flugfähig.

Kiebitz im Video

Bildquellen:

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