Heckenbraunelle – Prunella modularis

Die Heckenbraunelle (lat. Prunella modularis) zählt zu den unauffälligeren Vögeln im heimischen Garten. Mit ihrem braunen Gefieder ist sie bestens an ihre Umgebung angepasst und deshalb schwer zu entdecken. Dafür ist sie gut zu hören und wer mag, kann ihrem Gesang lauschen.

Fast der gesamte Weltbestand an Paaren brütet in Europa, mehr als eine Million davon haben sich bei uns in Deutschland niedergelassen.

Aussehen und Merkmale der Heckenbraunelle

Heckenbraunelle - Prunella modularis

Bei den Heckenbraunellen lassen sich Weibchen und Männchen optisch nicht unterscheiden. Beide sind um die 15 Zentimeter lang und wiegen im Durchschnitt zarte 20 Gramm. Sie gehören der Ordnung der Sperlingsvögel an und haben eine 22 Zentimeter lange Flügelspannweite.

Charakteristisch ist der dünne und dunkel gefärbte Schnabel. Die Brust und der Kopf sind schiefer- bis bleigrau. Flügel und Rücken zeigen sich schwarz und dunkelbraun gestreift. Sie bewegt sich ruckartig am Boden vorwärts. Wer nicht richtig hinsieht, könnte sie mit einer Maus verwechseln.

Leicht zu verwechseln ist die Heckenbraunelle ebenfalls mit dem Sperling. Jedoch gibt es Unterscheidungsmerkmale. Im Gegensatz zum Haussperling ziert das Gefieder der Heckenbraunelle eine blei- bis schiefergraue Kehle und am Hals trägt sie einen blaugrauen Streifen. Außerdem unterscheiden sich die Schnäbel der beiden Vogelarten.

Die Heckenbraunelle macht mit ihrer relativ lauten Stimme auf sich aufmerksam. Ihr Gesang klingt hoch und dünn, ihre Strophen sind kurz und klirrend.

Lebensraum

Ihren Lebensraum hat die Heckenbraunelle in Gärten, Gebüschen, Parks und an Waldrändern. Zu finden ist sie in der gemäßigten Zone Europas. Teilweise sogar bis zur Baumgrenze in der borealen Zone. Schauen wir uns das Verbreitungsgebiet an, ist sie horizontal von Irland bis zum Ural zuhause. Vertikal gesehen von der Baumgrenze der borealen Zone bis hin zum Norden von Afrika.

Ebenfalls heimisch ist sie in den Alpen und den Karpaten. Vergeblich sucht man sie in kontinental beeinflussten Gegenden und in Trockenregionen. Ein weiteres Gebiet, welches die Heckenbraunelle bewohnt, ist Neuseeland. Europäische Einwanderer brachten sie im 19. Jahrhundert mit und seitdem hat sie sich im ganzen Land (bis auf ein paar Inseln) angesiedelt.

Am wohlsten fühlt sich die Heckenbraunelle in Gebieten mit vielen Jungfichten. Hier erreicht sie die größte Siedlungsdichte. Pro zehn Hektar ist es möglich, bis zu 15 Brutpaare vorzufinden. In Laub- und Mischwäldern hingegen ist die Siedlungsdichte mit zwei Paaren deutlich niedriger.

Als Teilzieher verlässt die Heckenbraunelle nicht alle Gebiete im Winter. Jedoch mag sie es nicht zu kalt und zieht sich in den Monaten mit niedrigen Temperaturen aus klimatisch ungünstigen und höher gelegenen Gegenden zurück. Sie wandert bis in den Süden Spaniens und nach Nordafrika. Wo es ihr nicht zu kalt ist, ist sie das ganze Jahr über anzutreffen.

Nahrung und Nahrungserwerb

Der Speiseplan der Heckenbraunelle besteht sowohl aus Insekten als auch aus Pflanzen. Im Sommer sucht sie nach Käfern, Spinnen, Larven und kleineren Raupen. Zudem ernährt sie sich beispielsweise von Gauchheil, Portulak, Mohn, Brennnesseln, Ampfer, Mohn, Miere, Gräsern und Seggen.

Während der kalten Jahreszeit sucht sie nach feinen Samen. Im Frühjahr isst sie unter anderem Erlensamen.

Heckenbraunelle auf Nahrungssuche
Bild von Oldiefan auf Pixabay

Brutverhalten bei der Heckenbraunelle

Bei den Heckenbraunellen werden Reviere von beiden Geschlechtern besetzt. Wenn sich das Revier eines Weibchens mit dem von zwei Männchen überschneidet, kann es sein, dass das Weibchen zwei Partner hat. Dies ist allerdings nicht die einzige Beziehungsform. Ebenso können Männchen mehr als ein Weibchen haben.

Eine andere Form der Paarbeziehung entsteht, wenn ein dominantes Paar ein Territorium besetzt und andere verpaarte und unterlegene Männchen bei der Pflege der Brut helfen.

Das Nest, mit den türkisblauen Eiern, befindet sich nicht auf einem Baum. Sie bauen ihren Nistplatz versteckt im Dickicht. Gepolstert ist die, aus Halmen und Moos bestehende, Brutstätte mit Federn und Haaren.

Zweimal im Jahr brüten die Vögel. Einmal im April und einmal im Juli. Bei der ersten Brut im April werden oft viele Eier geraubt. Aufgrund ihrer auffälligen Farbe sind sie, bei dem wenigen Pflanzenwuchs im Frühling, leichte Beute.

Die Mutter legt bis zu sechs Eier und bebrütet diese um die zwei Wochen, hauptsächlich alleine. Bei der Fütterung teilen die Eltern sich die Arbeit und füttern die Jungen weitere 11 bis 14 Tage.

Heckenbraunelle - Prunella modularis

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