Girlitz – Serinus serinus

Die kleinste Finkenart, die in Europa zu finden ist, ist der Girlitz (lat. Serinus serinus). Sein hektischer und klirrender Ruf unterscheidet ihn etwas von den anderen Stieglitzartigen. Der Girlitz ist inzwischen in Nordafrika, weiten Teilen Europas und Kleinasien zu finden. Auf dem Speiseplan des kleinen Singvogels stehen in erster Linie Samen und Knospen. Er ist so häufig zu finden, dass seine Art als nicht gefährdet gilt.

Aussehen und Merkmale beim Girlitz

Girlitz - Serinus serinus
Luis García / CC BY-SA 3.0 ES

Der Girlitz hat das typische Aussehen eines Finken. Rundlicher Köper, kurzer Hals und der typische Kegelschnabel. Ihre Körperlänge beträgt meist etwa 11 cm und die Flügelspannweite liegt etwa bei 20 cm. Das Gewicht eines erwachsenen Vogels liegt zwischen 11 und 13 g.

Männchen und Weibchen unterscheiden sich im Aussehen doch recht deutlich. Das Girlitz-Männchen besitzt ein gelbes Federkleid, das unterschiedlich intensiv gestreift ist. Außer an der Stirn, der Kehle und der Brustmitte, denn da sind keine Streifen.

Das Weibchen hingegen ist blasser gelb gefärbt und, außer am intensiv hellgelben Bürzel, überall kräftig schwarzbraun gestreift.

Der Flug des Girlitz ist, wie bei allen Finkenarten, eher wellenförmig.

Lebensraum

Wie bereits eingangs erwähnt, ist der Girlitz vor allem in Nordafrika und Kontinentaleuropa und Kleinasien beheimatet. Ursprünglich stammt er aber aus dem Mittelmeerraum. Erst im 19. und 20. Jahrhundert hat sich der Girlitz auch in Richtung Mitteleuropa und Westeuropa ausgebreitet. Auch der Nahe Osten wurde dann von ihm besiedelt.

Im Osten reicht das Verbreitungsgebiet des Girlitz bis nach Weißrussland, der Ukraine und auch bis an die Küste des Schwarzen Meeres.

Je nach Verbreitungsgebiet gehört der Girlitz zu den Standvögeln (Südeuropa und Nordafrika), zu den Teilziehern (Mitteleuropa und Kleinasien) oder sogar zu den Zugvögeln (Dänemark und Südschweden).

Die Winterquartiere liegen hauptsächlich in West- und Südeuropa, in Nordafrika und im Nahen Osten. Hier verbringt der Vogel die Wintermonate von November bis Februar.

Nahrung und Nahrungserwerb

Girlitz Nahrung und Nahrungserwerb
Bild von Oldiefan auf Pixabay

Sein Futter sucht sich der Girlitz vor allem am Boden. Hin und wieder weicht er aber auch auf Stauden und Birken aus. Auf seinem Speiseplan stehen vor allem Knospen und Samen. In der Sommerzeit greift er aber auch mal zu kleineren Insekten.

Wiesen-Löwenzahn, Vogelmiere, Vogel-Knöterich aber auch Wildkräuter wie Beifuß, Echtes Mädesüß oder Wiesen-Sauerampfer werden gern gefressen.

Selbst Blüten, Blätter und Blattläuse gehören zur bevorzugten Nahrung.

Brutverhalten des Girlitz

In unseren Breiten dauert die Brutzeit von Mitte März bis Mitte Mai. In dieser Zeit führen Girlitz-Männchen und Weibchen eine monogame Brutehe. Mit seinem Balzritual will das Männchen das Weibchen zum Nestbau anregen. Das Girlitz-Weibchen sucht mögliche Plätze für das Nest aus. Es wird dabei aber vom Männchen begleitet.

Der passende Platz sollte möglichst versteckt liegen aber dennoch einen guten Ausblick liefern. Nadelbäume oder dichte Sträucher und Büsche werden bei der Wahl des Platzes für das Nest bevorzugt.

Mitte April beginnt meist der Nestbau. Das Weibchen benötigt in der Regel 3 bis 6 Tage für die Fertigstellung. Während der gesamten Brutzeit bewacht das Männchen das Weibchen und den Nestplatz vor anderen Artgenossen.

Die Eiablage beginnt nach der Fertigstellung. Jeden Tag wird ein Ei gelegt. Gebrütet wird aber erst, wenn das Gelege vollständig ist, also 3 bis 5 Eier gelegt wurden. Also genau wie beim Gimpel. So wird sichergestellt, dass die Jungen zeitnah nacheinander schlüpfen.

Das Bebrüten der Eier ist auch ausschließlich die Aufgabe des Weibchens. Während dieser Zeit, also für 12-14 Tage wird es durch das Männchen mit Futter versorgt. Gebrütet wird in unseren Regionen meist sogar zweimal pro Jahr.

Nach 16 bis 17 Tagen verlassen die Jungvögel dann das schützende Nest. Allerdings werden sie meist noch weitere 6 Tage von ihren Eltern gefüttert.

Girlitz (Serinus serinus) singt. Eifel bei Dohr

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