Dohle – Coloeus monedula

Die Dohle, lateinisch Coloeus monedula, gehört zu den Rabenvögeln und zählt dort zu den eher kleineren Vertretern. Auffällig sind ihre hellblauen Augen und ihr stämmiger Schnabel. Dohlen zählen nicht zu den gefährdeten Vögeln. Allerdings gehen den Vögeln in einigen Gebieten in Euro die Nistplätze aus. Dohlen sind selten allein unterwegs, sondern leben in häufig in größeren Gruppen.

Aussehen und Merkmale der Dohle

Dohle - Coloeus monedula

Mit 33 bis 39 cm Körperlänge zählt die Dohle zu den mittelgroßen Rabenvögeln. Männliche Dohlen werden durchschnittlich etwas größer als die weiblichen. Besonders im Vergleich zu den meisten Raben wirkt der Körperbau der Dohle gedrungen. Sie besitzt einen kräftigen Schnabel sowie kurze Beine.

Sowohl Beine als auch Schnabel sind schwarz gefärbt. Im Gattungsvergleich ist der Schwanz der Dohle mittellang und leicht abgerundet. Die Flügel sind schwach gefingert und rund. Bei erwachsenen Dohlen sind Nasalborsten, Stirn, Augenbereich, Vorderscheitel, Kinn und Wangen schwarz gefärbt.

Zwischen den Geschlechtern gibt es kaum Unterschiede in der Färbung, jedoch sind die männlichen Dohlen zu bestimmten Jahreszeiten etwas heller als die weiblichen Dohlen. Die Schwungfedern sind in einem schwach grünlichen oder bläulichen Ton eingefärbt.

Zudem zeigt die Dohle innerhalb der Unterarten immer das gleiche Grundmuster auf, jedoch gibt es Variationen im Gefieder. Besonders die grauen Regionen des Gefieders verblassen mit der Zeit. Des Weiteren werden die Nasalborsten im Laufe der Zeit rostbraun.

Besonders bei Altvögeln hebt sich die weißblaue Iris deutlich von der dunklen Gesichtsbefiederung ab.

Lebensraum

Die Verbreitungsgebiete der Dohle reichen von Zentralasien bis Nordafrika. Dabei reichen die Brutgebiete von östlich am Baikalsee bis weiter westlich nach Schweden, Finnland und Norwegen. Zudem besiedelt die Dohle beinahe das gesamte europäische Festland. Klimabedingt sind die Vorkommen in Nordafrika kleinräumiger angesiedelt als in Eurasien.

Nahezu flächendeckend wird Kleinasien von den Vögeln besiedelt. Zudem werden der Nordwesten und die äußeren Regionen Zentralasiens besiedelt. In einem Großteil des Verbreitungsgebietes kann man Dohlen über das ganze Jahr hinweg antreffen.

Jedoch zieht eine Vielzahl dieser Art im Winter aus den Brutstätten fort. Im Norden beginnt der Vogelzug bereits im September, im Süden beginnt er erst im November. In Nordafrika wiederum besteht die gesamte Population der Dohlen aus Standvögeln.

Dies bedeutet, dass die Dohle hier das ganze Jahr über im selben Gebiet bleibt. Dennoch kann es vorkommen, dass auch Standvögel höhere Lagen verlassen und ins Tiefland ziehen. Hierbei konzentrieren sich die Populationen dann besonders auf menschliche Siedlungen.

Die Auswahl des Habitats findet aufgrund der potenziellen Nistplätze und geeigneter Flächen zur Nahrungssuche statt. Vor allem im Tiefland kann man die Vögel antreffen. Dohlen sind hauptsächlich Höhlenbrüter. Daher sind die Vögel vor allem zur Brutzeit auf Altholzbestände mit Spechtlöchern, Felslöcher und ähnliche Orte angewiesen.

Zudem dienen diese Orte außerhalb der Brutzeit als Schlafplätze. In Wäldern ist die Dohle nur im Randbereich anzutreffen. Dohlen benötigen relativ ausgedehnte und offene Flächen, die besonders insektenreich sind, damit sie den Erdboden erfolgreich nach Nahrung absuchen können.

Dohlen sind ziemlich wetter- und temperaturtolerant. Dennoch meiden sie extreme Hitze oder Kälte.

Nahrung und Nahrungserwerb

Die Nahrung wird oft von der Oberfläche aufgesammelt. Es kann jedoch vorkommen, dass Dohlen verschiedene Objekte umdrehen, um an Insekten zu gelangen, die unter diesen Objekten leben. Dohlen sind Allesfresser, dennoch essen sie vor allem Insekten und Samen. Neben Insekten und Samen, essen die Vögel aber auch kleinere Wirbeltiere, Vogeleier, Aas und menschliche Abfälle.

Vor allem für flügge Dohlen spielt die pflanzliche Ernährung eine wichtige Rolle. Bei Nestlingen kommt eine pflanzliche Nahrung jedoch kaum vor. Diese werden beinahe nur mit tierischer Nahrung gefüttert. Dohlen sind geschickt darin fliegende Insekten zu jagen oder Obst von Bäumen zu ernten.

Das gesammelte Futter verstecken die Vögel.

Dohle Kopf als Porträt

Brutverhalten bei der Dohle

Mit zwei bis drei Jahren setzt bei Dohlen im Normalfall die Geschlechtsreife ein. Selten kann diese aber auch schon nach einem Jahr einsetzen. Normalerweise bilden sie monogame und lebenslange Brutgemeinschaften. Innerhalb der ersten sechs Monate der Partnerschaft kann es jedoch zu Neuverpaarungen kommen.

Nach diesen sechs Monaten ist die Beziehung gewöhnlich stabil. Die Dohlenpaare verteidigen ihre Nistplätze intensiv gegen ihre Artgenossen. Das Nest besteht meist aus einem Unterbau von Zweigen und einer mit weichen Materialien ausgekleideten Nestmulde. Das Nest wird von beiden Partnern gleichermaßen gebaut.

Von April bis Mai findet die Eiablage statt. Meist besteht das Gelege aus zwei bis acht bläulichen Eiern. Die Brutdauer liegt zwischen 16 und 20 Tagen. Nach 28 bis 41 Tagen werden die Nestlinge dann flügge. Bei früh brütenden Paaren ist der Bruterfolg größer als bei spät brütenden.

(Doku) Dohlensommer auf Schloss Leutstetten (HD)

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