Baumpieper – Aussehen, Lebensraum, Nahrung, Brutverhalten

Der Baumpieper (Anthus trivialis) ist, genau wie die Gebirgsstelze und die Bachstelze, eine Vogelart aus der Familie der Stelzen und Pieper (Motacillidae). Bei uns in Mitteleuropa ist der kleine Vogel nur in den Sommermonaten zu beobachten, da er den Winter in West- und Ostafrika verbringt.

Allerdings ist es nicht so leicht in in Bäumen und Sträuchern zu entdecken, da er recht unauffällig gefärbt ist. Natürlich gut als Tarnung für ihn, aber schlecht für uns als Beobachter.

Systematik

  • Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
  • Unterordnung: Singvögel (Passeri)
  • Überfamilie: Passeroidea
  • Familie: Stelzen und Pieper (Motacillidae)
  • Gattung: Pieper (Anthus)
  • Art: Baumpieper

Wie sieht der Baumpieper aus?

Aussehen und Merkmale bei der Baumpieper

Mit seiner Köperlänge von rund 15 cm ist der Baumpieper in etwa so groß wie ein ganz normaler Spatz. Seine Flügellänge liegt im Schnitt bei 90 mm bei den Männchen und 85 mm bei den Weibchen. Beim Gewicht liegen erwachsene Baumpieper zwischen 22 und 24 g.

Insgesamt wirkt der Vogel durch seine schlankere Gestalt etwas größer als der Haussperling, was er aber nicht wirklich ist.

Beide Geschlechter weisen im Aussehen des Gefieders kaum unterschiede auf, so dass die Unterscheidung nicht so leicht fällt. An der Oberseite ist das Gefieder gelb- bis olivbraun mit schwärzlichen Längsstreifen, die in Richtung Oberkopf deutlich werden.

Die Unterseite der Baumpieper ist creme bis gelblich gefärbt und an der Brust und den Kropfseiten kräftig gestreift. Deutlich sichtbar sind auch die beiden hellen Flügelbinden.

Baumpieper haben einen hellen Überaugenstreif, der aber nicht immer gut zu erkennen ist. Außerdem bilden zwei rahmfarbene Federreihen einen Augenring.

Wo leben Baumpieper?

Baumpieper sind in weiten Teilen Europas und Asiens als Brutvogel in den Monaten April bis August/September zu beobachten. Als Langstreckenzieher überwintern die Vögel aus unseren Regionen in den Savannen West- und Ostafrikas.

Der Lebensraum des Baumpiepers sollte einen guten Bestand an hohen Bäumen oder Sträuchern aber auch lichte Stellen mit einer dicken Krautschicht aufweisen. Bei den Bäumen spielt es aber keine Rolle, ob es sich hierbei um Nadelbäume oder Laubbäume handelt.

Wichtig ist nur, dass hohe Bäume vorhanden sind, damit die Baumpieper ihre Singflüge durchführen können.

Was fressen Baumpieper?

Beim Baumpieper steht in erster Linie tierische Nahrung auf dem Speiseplan. Bevorzugt werden kleine Raupen, Spinnen oder Insekten. Am liebsten werden die Raupen von Schmetterlingen oder Heuschrecken verspeist.

Wie jedes andere Lebewesen auch, muss auch der kleine Vogel seinen Wasserbedarf regelmäßig decken. Dazu werden, wenn möglich, die Wassertropfen auf Pflanzen genutzt.

Baumpieper sitzend auf Ast

Brutverhalten und Fortpflanzung beim Baumpieper

Aus den Wintergebieten zurückkehrende Männchen beginnen direkt damit Reviere zu besetzen. Sie haben auch die Angewohnheit immer wieder an ihre eigenen Brutorte zurückzukehren. Da das nicht nur für die Männchen, sondern auch für die Weibchen gilt, kann es passieren, dass sich immer wieder die gleichen Paare zusammenfinden.

Baumpieper-Paare bleiben für eine Brutsaison zusammen.

Als Bodenbrüter wird das Nest zwischen Grasbüscheln, Farnen und niedrigen Gebüschen versteckt. Dabei wird vor allem darauf geachtet, dass es für das Nest einen Sichtschutz von oben gibt.

Als Baumaterial wird vor allem Gras, dürres Lauf und Moos verwendet. Gepolstert wird die Nestmulde mit Fasern, dünnen Grashalmen und Wurzeln.

Gelegt werden meist fünf Eier, die auch nur vom Weibchen bebrütet werden. Dieses verlässt aber das Nest auch mehrmals pro Tag, um Nahrung zu suchen. Insgesamt beträgt die Brutdauer zwischen 12 und 14 Tagen. Nach dem Schlüpfen bleibt der Nachwuchs 10 bis 12 Tage im Nest.

Beide Altvögel beteiligen sich an der Fütterung der jungen Baumpieper, selbst wenn diese das Nest bereits verlassen haben, bis zum 25. Tag. Fliegen können die jungen Vögel ab dem 15. bis 20. Tag.

Die Fütterung wird natürlich mit der Zeit immer weniger, damit der Nachwuchs auch lernt auf eigenen Beinen zu stehen.

Meist wird sogar noch ein zweites mal gebrütet, insbesondere wenn es zu Problemen mit der ersten Brut kam.

Baumpieper im Video

Bildquellen:

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.