Bachstelze – Motacilla alba

Sie zählt zu den bekanntesten Singvogel-Arten. Die Bachstelze (lat. Motacilla alba) findet ihren familiären Ursprung bei Stelzen und Piepern. Das Gefieder kann mit starken Kontrasten beschrieben werden. Der Wippschwanz ist ein typisches Merkmal. Ihr Ruf wird als metallisch definiert.

Aussehen und Merkmale der Bachstelze

Bachstelze - Motacilla alba

Dieser einzigartige Vogel hat einen schlanken Körper und hohe Beine. Der lange Schwanz ist signifikant. Er bewegt sich wippend. Die gesamte Länge beträgt 16,5 bis 19 cm. Der Schwanz nimmt davon beträchtliche 9 cm für sich in Anspruch. Das Gewicht der Bachstelze kann mit ungefähr 25 Gramm beziffert werden. Schwarz sind sowohl der Schnabel als auch Füße und Beine.

Der Lebensraum

Die Besiedelung findet in offenen und halb geschlossenen Gebieten statt. Das Vorkommen kann fast überall beobachtet werden. Nur in dicht verbauten Stadtzonen und geschlossenen Waldarealen findet man sie nicht. Die Bachstelze bevorzugt eine Bodenstruktur, die unbewachsen oder mit kurzem Rasen versehen ist. Dies wird zur Suche nach Nahrung genutzt.

Nistmöglichkeiten finden sich in der Umgebung mit hohen Strukturen. Gebäude und auch Baumgruppen sind willkommene Plätze. Die Nähe zu Gewässern wird oft favorisiert. Uferbänke mit schlammiger oder sandiger Struktur sind ideal. Auch Kies und Steine werden gerne angenommen. Weitläufige Flusslandschaften sind perfekte Lebensräume. Weiden und Äcker sind riesige Gebiete, die die Bachstelze beheimaten.

In der Gegend rund um bäuerliche Dörfer trifft man diesen Singvogel oft an. Die Möglichkeiten zum Nisten sind dort zahlreich. Das Vorkommen reicht bis zu einer Höhe von 3000 Metern. Damit ist die Baumgrenze deutlich überschritten. Äcker, die schon umgepflügt wurden, werden gerne besiedelt, wenn keine Brutzeit herrscht. Ebenso Gewässer verschiedener Arten.

Schlafplätze für die Gemeinschaft findet man oft an Wassergebieten mit dichtem Gebüsch. Speziell geschützte Gegenden sind beliebt. In nördlichen Zonen überwintern die Vögel bevorzugt in gut beleuchteten Städten und Ortschaften. Sie suchen nach einem behaglichen Mikroklima. In Nordafrika findet sich die Motacilla alba in Lagern von Nomaden ebenso wie in Oasen und salzhaltigen Sümpfen.

Nahrung und der Nahrungserwerb

Der Singvogel hält hauptsächlich auf leicht bewachsenen Gebieten Ausschau nach Futter. Flächen im Ufergebiet, Wege und gemähte Wiesen sind beliebt. Ausschließlich Nahrung, die im Freien liegt, wird gefressen. Bachstelzen gehen im Rüttelflug auf Insektenjagd. Der Fangflug kommt ebenso zum Einsatz.

Die Umgebung von Weidetieren bietet ein vielfältiges Angebot an Nahrung. Haufen mit Dung sind ideale Plätze für die Futteraufnahme. Insekten stellen den Hauptpunkt der Nahrung dar. Fliegen sind einfach zu schlucken, genauso wie Mücken.

Ganz oben am Speiseplan der Bachstelze stehen Käfer und Köcherfliegen. Die Vielfalt ist enorm. Auch Schnecken und Arthropoden werden aufgenommen. Eher selten dienen kleine Jungfische als Beute.

Bestandteile von Pflanzen, wie zum Beispiel Beeren und Samen, sind im Nahrungsspektrum zweitrangig. Tierisches Futter wird auch in nördlichen Gegenden bevorzugt. Beim Überwintern sind Flohkrebse, die an Ufergebieten zu finden sind, eine passende Wahl.

Bachstelze mit Futter im Schnabel

Brutverhalten der Bachstelzen

Die Geschlechtsreife findet mit dem abgeschlossenen ersten Lebensjahr statt. Die Motacilla alba lebt für eine Saison in monogamer Ehe. Polygynie wird eher selten beobachtet. Im südlichen und mitteleuropäischen Raum kommt es immer wieder zu Zweitbruten. Sind diese mit Erfolg gekrönt, gibt es eventuell auch eine dritte Brut.

In Nordeuropa kommt es zu einer einzigen Jahresbrut. Juni ist dort ein später Beginn. Ausnahmen bilden die Mischbruten zwischen Gebirgs- und Bachstelzen.

Nestbau der Bachstelze

Ein passender Nistplatz wird von beiden Geschlechtern ausgewählt. Eine gewisse Dominanz kann bei den Weibchen beobachtet werden. Sie fällen die finale Entscheidung. Innerhalb weniger Tage startet der Bau. Manchmal werden einige Nester zur gleichen Zeit begonnen. Doch am Ende wird nur ein einziges fertiggestellt.

Bevorzugte Plätze sind Nischen und halbe Höhlen. Die Umgebung sollte frei beobachtet werden können. Gute Standorte im Kulturlandschaftsbereich sind Dächer aus Stroh und Holzhaufen. Die älteren Weibchen haben hier den Vortritt gegenüber der jüngeren Generation. Diese muss sich dann mit anderen Varianten zum Nisten zufriedengeben.

Hier kann es sich um Aushöhlungen von Bäumen und Nischen im Fels handeln. Eher selten findet man Nester, die freistehen. Auch ehemalige Schwalbennester werden gerne angenommen. Die Position in einigen Metern Höhe bildet die Regel bei künstlicher Umgebung. Im naturnahen Raum wird die Nähe zum Boden bevorzugt.

Festes Material dient für den Unterbau. Halme aus Gras und Schilf kommen oft zum Einsatz. Seine Größe fällt nicht immer gleich aus. Der Innenbau erfolgt mit einer Ausfütterung, die weich gestaltet ist. Moos und dünne Halme sind ideal. Die Nestgröße ist unterschiedlich. In der freien Natur kommt es zu äußeren Maßen von 115 bis 320 Millimeter Durchmesser.

Die Höhe beträgt ungefähr 45 bis 90 Millimeter. Die Dimensionen der Mulde können mit einer Breite von 50 bis 65 Millimeter aufwarten. Die Tiefe liegt bei 20 bis 45 Millimeter. Der gesamte Bau kann zwischen vier und sieben Tage in Anspruch nehmen. Manchmal brauchen die Tiere auch bis zu vierzehn Tagen, falls es zu widriger Witterung kommt.

Der Großteil der Arbeit wird vom Weibchen übernommen. Das Männchen baut zuweilen gleichzeitig ein weiteres Nest. Dieses wird jedoch nicht fertiggestellt. Für den filigranen Innenbau zeichnen nur die weiblichen Tiere verantwortlich.

Bachstelze Steckbrief | Aussehen, Nahrung, Fortpflanzung, Stimme ...

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