Aaskrähe – Corvus corone

Die Aaskrähe (lat. Corvus corone) kennt wahrscheinlich jeder. Sie gehört zur Familie der Rabenvögel und zählt dort zu den größeren Exemplaren. Was viele aber vielleicht nicht wissen, es gibt die Aaskrähe in zwei verschiedenen Varianten (Morphe): als Nebelkrähe mit grau-schwarzem Federkleid und die komplett schwarze Rabenkrähe.

Aussehen und Merkmale der Aaskrähe bzw. Rabenkrähe

Aaskrähe in der vollständig schwarzen Morphe als Rabenkrähe
Bilder von Capri23auto auf Pixabay

Mit 45 bis 47 cm Körperlänge zählen die Aaskrähen schon zu den größeren Vögeln, die in den heimischen Gärten auftauchen. Immerhin erreichen sie eine Flügelspannweite von 93 bis 104 cm. Typisch ist auch der leicht gebogene, kräftige Schnabel.

Zwischen Männchen und Weibchen gibt es beim Federkleid keine wirklichen Unterschiede. Aber in der Größe unterscheiden sich beide Geschlechter. Die Weibchen sind meist etwas kleiner und auch schlanker gebaut.

Das zeigt sich auch beim unterschiedlichen Gewicht. Während die Männchen zwischen 418 – 740 g wiegen, bringen die Weibchen meist nur zwischen 360 – 670 g auf die Waage.

Wie bereits erwähnt gibt es bei den Aaskrähen zwei Varianten, Morphe genannt. Das Gefieder der Rabenkrähe, die man hier auch auf den Bildern sehen kann, ist komplett schwarz gefärbt. Es hat einen metallischen Glanz, der grün bis blau schimmert.

Im Gegensatz dazu ist die Nebelkrähe nur am Kopf, der zentralen Brust, am Schwanz und an den Flügeln schwarz gefärbt. Nacken, Rücken, Schultern, seitliche Brust und Bauch sind als Kontrast aschgrau bis weiß.

Aaskrähe (Corvus corone) Nebelkrähen-Morphe
Bild von Petra Göschel auf Pixabay

Lebensraum

Die Aaskrähe kommt in ganz Europa bis in den fernen Osten Russlands vor. Auch in Asien und rund um das Mittelmeer sind sie zu finden. Allerdings mag es die Aaskrähe nicht zu war. Deshalb ist sie auch in den wärmeren Gebieten Ostasiens und im zentralasiatischen Steppengürtel so gut wie nicht zu finden.

Zwischen Rabenkrähe und Nebelkrähe gibt es ebenfalls eine räumliche Trennen was die Verbreitungsgebiete angeht. Die Grenze zwischen beiden Varianten läuft durch Deutschland, etwa entlang der Elbe. Im Westen ist die Rabenkrähe beheimatet und im Osten die Nebelkrähe.

Es gibt eine Übergangszone von 70 – 130 km Breite, in der beide Varianten vorkommen.

Als Lebensraum bevorzugt die Aaskrähe Gebiete in denen es Bäume, hohe Sträucher oder ähnliches gibt. Diese erhöhten Positionen werden als Schlafplatz und Nistplatz oder Sitzwarte genutzt. Für die Nahrungssuche werden hingegen gut überschaubare Flächen z.B. mit kurzem Rasen benötigt. Beide Anforderungen müssen erfüllt werden, damit sich Aaskrähen in diesem Gebiet ansiedeln.

Dank menschlicher Abfälle kommt die Aaskrähe auch immer häufiger in Städten vor. Inzwischen sind sie dort sogar häufiger verbreitet als auf dem Land.

Dank ihrer Größe haben diese Vögel auch nur sehr wenige Fressfeinde. Nur Vogeljäger wie der Habicht, der Wanderfalke oder Uhu ihre Reviere haben, wird es für die Aaskrähen schwer.

Nahrung und Nahrungserwerb

Die Aaskrähen sind, im wahrsten Sinne des Wortes, Allesfresser. Sie ernähren sich von Aas genau so wie von Getreidesamen, kleinen Wirbeltieren, Vogeleiern und Abfällen. Wobei der Nahrungserwerb sich stark am Nahrungsangebot orientiert. Die Aaskrähe ist da nicht wählerisch, sondern greift auf die Nahrung zurück, die verfügbar ist.

Bei der Nahrungssuche zeigt sich auch die Intelligenz dieser Vögel. Sie sind in der Lage Nüsse zu knacken, in dem sie die Nüsse im Flug auf eine harte Unterlage fallen lassen, bis sie aufbrechen. Außerdem sind sie sehr geschickt, wenn es darum geht an Futter zu kommen.

Und sie planen voraus. Aaskrähen zählen zu den Vögeln, die überschüssige Nahrung unter Blättern oder in Erdlöchern verstecken, um sie später erst zu fressen.

Rabenkrähe mit Nahrung im Schnabel

Brutverhalten bei den Aaskrähen

Je nach Region startet die Brutsaison bei den Aaskrähen zwischen Ende Februar bis Ende Mai. Das Nest wird hoch in Bäumen oder auch auf Masten gebaut. Wichtig ist, dass es nicht leicht zu entdecken ist. Gerade in bewohnten Regionen suchen die Aaskrähen auch die Nähe von Gebäuden für ihre Nester.

Das Nest hat meist einen Durchmesser zwischen 23 und 47 cm und besteht im Wesentlichen aus vier Schichten. Während außen außen der Aufbau mit dickeren Zweigen und Ästen beginnt, wird das Nest nach innen immer weicher gepolstert.

Das Weibchen legt zwischen 2 und 6 Eier aus denen nach rund 20 Tagen Brutzeit der Nachwuchs schlüpft. Weitere 28 bis 38 Tage brauchen die Jungvögel bis sie flügge werden.

Interessant ist auch, dass während der Brutzeit neben echten Mardern vor allem die eigenen Artgenossen die größte Gefahr darstellen.

Aaskrähe - auch Rabenkrähe genannt

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