Wanderfalke – Informationen, Bilder und Videos

Der Wanderfalke (lat. Falco peregrinus) zählt zu den größten Vertretern der Familie der Falken (lat. Falconidae). Wanderfalken sind weit verbreitet und bevölkern, mit Ausnahme der Antarktis, alle Kontinente. Im Sturzflug werden Spitzengeschwindigkeiten von 320 Kilometer pro Stunde erreicht, damit gilt der Vogel als das schnellste Tier der Erde

Systematik

  • Klasse: Vögel (Aves)
  • Ordnung: Falkenartige (Falconiformes)
  • Familie: Falkenartige (Falconidae)
  • Unterfamilie: Eigentliche Falken (Falconinae)
  • Gattung: Falken (Falco)
  • Art: Wanderfalke

Wie sieht ein Wanderfalke aus?

Wanderfalke - Falco peregrinus

Erwachsene Tiere tragen an der gesamten Oberseite dunkelblaugraues Gefieder. Die helle Körperunterseite ist dunkel quergebändert. Hals und Brust des Vogels sind dunkel gefleckt oder gestrichelt. Ein Kennzeichen des Wanderfalken ist der schwarze Bartstreif, der sich scharf von der hellen Kehle abhebt.

Während die Iris der auffallende, runden Augen dunkelbraun gefärbt ist, sind Wachshaut, Lidring und Beine von gelber, die Krallen von schwarzer Farbe.

Die Geschlechter unterscheiden sich nicht in der Farbe, sehr wohl aber durch ihre Größe. So sind die weiblichen Wanderfalken mit einer Körpergröße von 51 cm und einer Flügelspannweite von 114 cm ihren männlichen Artgenossen, deren Größe sich, bei kleinen Exemplaren, auf 35 cm und eine Flügelspannweite von 79 cm beläuft, körperlich klar überlegen. Mit einem Gewicht von 550–750 g (Männchen) und 740–1300 g (Weibchen) zählen die Wanderfalken somit nach den Saker- und Gerfalken zu den größten ihrer Gattung.

Die Jungtiere unterscheiden sich im Aussehen sehr von den ausgefärbten Tieren, ihre Oberseite ist schwarzbraun, die Unterseite zeigt dunkelbraune Längsstreifen auf rotbraunem Grund, der Bartstreif ist nicht so ausgeprägt, Wachshaut und Augenring sind blaugrau.

Wo leben Wanderfalken?

Der Wanderfalke ist mit wenigen Ausnahmen (die karibischen Inseln, Neuseeland und Island) auf der ganzen Welt anzutreffen. Er passt sich perfekt an die unterschiedlichsten Lebensräume an und brütet überall dort wo er einen ungestörten Platz für sein Nest sowie genug Nahrung findet.

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Bevorzugt sucht sich der Wanderfalke eine Brutmöglichkeit in felsigen Regionen, aber auch in Wäldern, an Gewässern, auf hohen Gebäuden oder in Nisthilfen ist er anzutreffen.

Der Vogel baut sich kein Nest, sondern nutzt vorhandene Vertiefungen im Fels zur Eiablage, oder brütet in bereits vorhandenen Baumhöhlen.

Was frisst ein Wanderfalke?

Wanderfalken ernähren sich fast ausschließlich von kleineren Vögeln. Je nach Lebensraum variieren die bevorzugten Arten, das Beutegewicht bewegt sich aber meist um die 500g, was in etwa eine Taube oder Krähe auf die Waage bringt.

Dadurch, dass auch die verschiedensten Arten der Taube weltweit verbreitet sind, stellen diese oft die Nahrungsgrundlage dar. Ergänzt wird das Beuteschema durch diverse Zug- und Seevögel. Manchmal werden auch Fledermäuse erbeutet, die wie der Wanderfalke in der Dämmerung jagen.

Auch in der Großstadt passt sich der Raubvogel den Gegebenheiten problemlos an, beispielsweise nützt er das große Angebot an künstlichem Licht, um auch nachts auf die Jagd zu gehen. Das große Vorkommen von wilden Straßentauben und die hohen Gebäude mit vielen Nistmöglichkeiten machen die Städte zu einem gut geeigneten Lebensraum für den Wanderfalken.

Die Jagd findet im freien Luftraum statt. Eine unbemerkte Annäherung an die Beute ist in dieser Umgebung unmöglich, weshalb es einen Überraschungsmoment braucht. Aufgrund der hohen Geschwindigkeit, die der Angreifer erreicht, bleibt dem Beutetier nur sehr wenig Zeit zur Flucht. Der Wanderfalke beherrscht zwei verschieden Jagdtechniken.

Entweder zieht der Raubvogel Kreise in großer Höhe und wartet auf Beutetiere, die sich unter ihm befinden um diese dann im Sturzflug anzugreifen. Ist das Beutetier nicht schon durch den Schlag tot, folgt ein Biss ins Genick. Diese Art des Angriffs nennt sich Steilstoß.

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Die andere Technik ist der Flachstoß von einer Warte. Hier erfolgt der Angriff von hinten, oft werden auch beide Varianten miteinander kombiniert oder abgewandelt. Gerade außerhalb der Brutzeit gehen Falkenpaare gemeinsam auf die Jagd, die fehlende Wendigkeit wird dann durch den Angriff von zwei Seiten ausgeglichen, der Jagderfolg ist höher.

Brutverhalten bei Wanderfalken

Brutverhalten und Fortpflanzung bei Wanderfalken

Die Geschlechtsreife setzt beim Wanderfalken mit ungefähr 9 Monaten ein, die Balz beginnt meist im Januar. Das Brutpaar umkreist gemeinsam das Revier, später sucht das Männchen geeignete Nistplätze und lockt das Weibchen dorthin. Dieses lässt sich 6 Wochen vor der Eiablage mit Beute versorgen und ist selbst kaum mehr aktiv.

Der Nestbau entfällt, es werden geeignete Nischen, Gruben oder verlassene Nester größerer Vögel gesucht in die Mitte März bis Mitte April die 3–4 Eier gelegt werden.

Die runden, gefleckten Eier, die von weitem jedoch einfarbig braun wirken und ungefähr 39–48 g wiegen, werden nun 34 bis 38 Tage ausgebrütet.

Im Alter von 42 (Männchen) sowie 46 (Weibchen) Tagen werden die Küken flügge, sie bleiben noch 4 bis 6 Wochen im elterlichen Revier. Der Wanderfalke erreicht eine Lebenserwartung von 15 Jahren.

Wanderfalke im Video

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