Turmfalke – Aussehen, Lebensraum, Nahrung, Brutverhalten

Der Turmfalke gehört zu den häufigsten Greifvögeln Mitteleuropas. Die Bezeichnung „Falco tinnunculus“ bedeutet soviel wie der „klingende Falke“ und stammt vom Ruf des Turmfalken, der in etwa wie „wir-li“ klingt und in der Tonart variiert. Oft wird der Turmfalke auch aufgrund seiner speziellen Flugtechnik, als Rüttelfalke bezeichnet.

Turmfalken gelten als ausgesprochen nützliche Tiere, weil sie zum Ökosystem in der Natur beitragen und sich vor allem von kleinen Nagetieren ernähren.

Du kannst den Turmfalken nicht nur in freier Natur, sondern auch in vielen Siedlungen und Städten, manchmal sogar in heimischen Gärten beobachten.

Aussehen und Merkmale des Turmfalken

Turmfalke – Falco tinnunculus

Die Körpermaße des in Europa beheimateten Turmfalken:

  • Länge: 34 cm Männchen, 36 cm Weibchen
  • Flügelspannweite: 74–75 cm Männchen, 76 cm Weibchen
  • Gewicht: Männchen: um die 200 g, Weibchen etwas schwerer

Aussehen:

Das Männchen hat einen rotbraunen Rücken und einen hellgrauen Kopf, der Bauch ist hell mit Längsstrichelung, während Turmfalkenweibchen einheitlich rotbraun gefärbt sind. Das Schwanzende des Männchens ist grau mit einer schwarzen Querbinde und einem weißen Saum, der Schwanz des Weibchens ist braunschwarz gebändert. Die Flügelspannweite beträgt ca.75 cm. Turmfalken werden bis zu 15 Jahre alt.

Lebensraum

Die anpassungsfähigen Turmfalken findest Du auf halboffenen, landwirtschaftlich genutzten Flächen, wo sie in Felswänden oder Einzelgehöften brüten, ebenso wie im Gebirge. In Städten leben sie nicht nur an den Siedlungsrändern, sondern auch mitten in der Stadt, etwa in Kirchtürmen, Dachböden oder Mauervorsprüngen.

Solche „Stadtfalken“ müssen dann oft bis zu 5 km zu ihren Jagdgebieten in Kauf nehmen.
Feinde des Turmfalken sind vor allem Steinmarder, die sich an die Eier oder Jungfalken heranmachen. Ausgewachsene Turmfalken müssen sich vor dem Habicht in Acht nehmen.

Nahrung und Nahrungserwerb

Der Turmfalke ernährt sich hauptsächlich von kleinen Säugetieren, wie z. B. Mäusen. Auch Insekten, Eidechsen, Maulwürfe, Regenwürmer oder kleine Singvögel zählen zur beliebten Beute. Tauben sind den Turmfalken in der Regel zu groß. Der Turmfalke benötigt in seiner Nahrung für sein Immunsystem, ausreichend Carotinoide, die antioxidativ wirken.

Die tägliche Menge an Nahrung entspricht etwa einem Viertel des Körpergewichts der Tiere. Für die Jagd, die tagsüber stattfindet, brauchen die Falken freie Flächen mit niedriger Vegetation.

Der Turmfalke jagt prinzipiell in zwei Jagdformen. Als „Ansitzjäger“, sitzt er auf Masten, Pfählen oder Ästen und hält nach seiner Beute Ausschau, entdeckt er etwas, packt er die Beute mit seinen Fängen und tötet sie durch einen gezielten Biss in den Nacken. Die erfolgreichere Möglichkeit zu Nahrung zu kommen, ist der sogenannte „Rüttelflug“, der allerdings viel Energie erfordert.

Dabei handelt es sich um eine spezielle Flugtechnik von Falken und Greifvögel, die ihren Körper in der Luft für einige Zeit praktisch ruhend halten können. Der Körper des Turmfalken bleibt dabei aufrecht, die Flügel erzeugen durch einen speziellen Winkel einen hohen Auftrieb.

Durch sehr schnellen, kräftigen Flügelschlag und eine spezielle Schwanzhaltung können sich die Tiere in der Luft im Gleichgewicht halten. Beim Sturzflug auf die Beute erreichen die Tiere eine Höchstgeschwindigkeit von 50–60 km/h.

Turmfalke im Rüttelflug

Brutverhalten bei Turmfalken

Turmfalken sind brutplatztreu, haben sie einmal einen geeigneten Brutplatz gefunden, nutzen sie diesen oft mehrere Jahre lang. Sie bauen allerdings keine eigenen Nester, sondern nützen vorhandene Unterschlüpfe. Beliebt sind Höhlen, Felsspalten, Dachbodenluken, Kirchtürme oder Nischen an Gebäuden, die Schutz bieten. Die monogamen Brutpaare halten im allgemeinen Abstand zueinander – an einem Ort nistet daher meist nur ein Paar.

Jeden März kehren die Tiere zu ihren Brutplätzen zurück. Anfang April legen die Weibchen 3 bis 6 ocker-gelbe bis braune Eier. Das Weibchen brütet die Eier allein aus. Die Jungen schlüpfen nach etwa 27 bis 29 Tagen. Die flauschigen Jungvögel verbleiben dann noch mindestens 8 Wochen im Nest. In den ersten Tagen werden die Jungen „gehudert“.

Unter diesem Begriff aus der Vogelkunde versteht man das Beschützen und Wärmen der jungen Turmfalken vor Witterungseinflüssen.

Ein Falkenpaar muss sich ziemlich anstrengen, um seinen Nachwuchs satt zu kriegen. Jedes der kleinen Turmfalken braucht am Tag ein bis zwei Mäuse, oder ähnlich nahrhaftes Futter, wie kleine Säugetiere oder kleine Singvögel, die vom Falkenmännchen meist allein gejagt werden.

Das Weibchen verfüttert nur das Muskelfleisch. Geschlechtsreif sind die Jungfalken nach zwei Jahren.

Wie kannst Du Turmfalken beobachten und helfen?

Durch ihren ausgeprägten Rüttelflug fällt Dir ein Turmfalke vor allem im Frühjahr und Sommer am Himmel sofort auf. In der kalten Jahreszeit ziehen die Tiere oft nach Italien oder Spanien.

Da Turmfalken oft in menschlichen Siedlungen brüten, kann es vorkommen, dass diese auch verletzt oder hilfsbedürftig gefunden werden. Der Umgang mit jungen Turmfalken muss ruhig erfolgen, da die Vögel sehr verängstigt reagieren. Findest Du einen jungen Falken, der offensichtlich von seinen Eltern nicht mehr versorgt wird, sollte eine Greifvogelstation oder ein Tierarzt kontaktiert werden.

Die kleinen Falken sollten niemals allein aufgezogen werden, da es dabei zu irreversiblen Schäden und Fehlprägungen für das Tier kommen kann (Ungeeignetes Futter / Fliegen lernen).

Helfen kannst Du den Turmfalken, indem Du ihnen geeignete Nistplätze baust. Nistkästen müssen groß genug für eine Falkenfamilie sein und aus robusten Holz bestehen (am besten eignet sich Siebdruckplattenholz). Wichtig ist ein Sprung- bzw. Landebrett an der Einflugöffnung einzubauen.

Weitere Quellen:

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