Waldohreule – Aussehen, Lebensraum, Nahrung, Brutverhalten

Die Waldohreule (lat. Asio otus) zählt zu einer der häufigsten Eulenarten in Mitteleuropa. Sie gehört zur Familie der Eigentlichen Eulen und zur Gattung der Ohreulen. Charakteristisch sind die markanten Federohren. Sie bewohnt Waldränder in der Nähe von offenen Feldern und meidet das Waldinnere, da sie dort vom stärkeren Waldkauz verdrängt wird.

Aussehen und Merkmale der Waldohreule

Aussehen und Merkmale der Waldohreule

Die Waldohreule hat eine entfernte Ähnlichkeit mit dem Uhu, ist jedoch deutlich kleiner und schlanker. Sie erreicht eine Körperlänge von 36 cm und eine Flügelspannweite von 95 cm. Das Gewicht kann zwischen 220 und 370 Gramm liegen, wobei die Weibchen etwas schwerer sind als die Männchen.

Die Grundfarbe des Gefieders ist hellbraun bis ockergelb und marmoriert mit schwarzbraunen Strichen und Flecken. Die schmalen Flügel sind mit dunklen Querbändern versehen. Generell sind die Männchen etwas heller als die Weibchen. Die auffälligen großen Federohren sind kennzeichnend für diese Art und können angelegt werden.

Der Gesichtsschleier ist durch die weiße Umrandung sehr markant und wird durch die hervorstehende Stirnbefiederung zusätzlich hervorgehoben. Die orangegelben Augen stechen deutlich leuchtend hervor. Die Waldohreule hat oben und unten schließbare Augenlider und eine Nickhaut zum Schutz der Augen.

Lebensraum und Verbreitung

Die Waldohreule ist weit verbreitet und gilt in Deutschland als nicht gefährdet. Ihr Lebensraum umfasst fast die gesamte nördliche Hemisphäre, von der Taiga bis zu den Bergwäldern Äthiopiens.

Dabei bevorzugt sie offenes Gelände mit niedrigem Pflanzenwuchs in der Nähe von Dauergrünflächen oder Mooren. Auch das Hochgebirge gehört zu ihrem Lebensraum, sofern genügend Beute vorhanden ist. Die Waldohreule nutzt Wälder mit Freiflächen zur Jagd sowie den Waldrand als Ruheplatz und Brutrevier. Oft lebt sie in Randbereichen von Städten, vor allem wenn diese an landwirtschaftliche Bereiche grenzen. Sie zieht Nadelbäume vor, weicht aber im Notfall auch auf Hecken oder kleinere Gehölzgruppen aus.

Waldohreulen gehören zu den Standvögeln und Teilziehern. Zum Überwintern ziehen sie bis zu 2.000 Kilometer. Viele der Eulen kommen im Winter aus Skandinavien nach Deutschland, wo man sie das ganze Jahr über beobachten kann. Neben Europa und Asien nutzen sie auch das südliche Kanada, sowie den Norden und die Mitte der USA als Lebensraum. Außerdem sind sie auf den Azoren und den Kanaren anzutreffen.

Waldohreule Nahaufnahme Gesicht

Nahrung und Nahrungserwerb

Die Waldohreule jagt in der Dämmerung und der Nacht. Dabei verbringt sie etwa 5 bis 6 Stunden mit der aktiven Jagd. Diese beginnt in der Abenddämmerung. Nach zwei bis drei Stunden Jagd legt die Waldohreule eine längere Ruhepause bis nach Mitternacht ein und beginnt dann wieder mit der aktiven Jagd, die bis zur Morgendämmerung anhält. Zur Ergreifung der Beute fliegt sie geräuschlos sehr dicht über dem Boden und ortet potenzielle Beute akustisch und optisch.

Hat sie Beute wahrgenommen, verharrt sie zunächst im Rüttelflug, bevor sie die Beute ergreift. Auch die Ansitzjagd, bei welcher die Eule von einem festen Platz aus nach Beute Ausschau hält, gehört zum Jagdverhalten.

Hauptbestandteil der Beutetiere sind Mäuse. Auch kleinere Singvögel, Fledermäuse, Insekten und Käfer gehören zu ihrem Nahrungsspektrum.

Fortpflanzung bei Waldohreulen

Waldohreulen werden nach ungefähr einem Jahr Lebenszeit Jahr fortpflanzungsfähig. Sie leben in monogamen Saisonehen, die nur für einen bestimmten Zeitraum, nicht aber das ganze Leben anhalten.

Durch Paarungsrufe lockt das Männchen ein Weibchen in sein Revier. Bei Imponierflügen präsentiert es seine weißen Flügelunterseiten. Außerdem wird ein Flügelklatschen unter dem Körper gezeigt. Das Männchen weist das Weibchen mit leisen Rufen auf potenzielle Nistplätze hin.

Zur Brut nutzt die Waldohreule bevorzugt von anderen Vögeln wie Krähen und Elstern verlassene Nester. Die Brutzeit beginnt zwischen Ende März und Mitte April. Das Weibchen legt gewöhnlich vier bis sechs Eier, welche es 27 – 28 Tage lang ausbrütet. Nachdem die Jungvögel geschlüpft sind, füttert das Weibchen sie mit Beutetieren, die vom Männchen beschafft werden. Die Jungvögel verlassen bereits nach drei Wochen das Nest und klettern in schlecht einsehbares Geäst.

Flugtüchtig werden sie mit fünf Wochen. Im Alter von 10 Wochen beginnen sie neben der Fütterung durch die Elterntiere selbst mit der Jagd und werden somit nach und nach selbstständig und suchen sich eigene Reviere.

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