Sperlingskauz – Aussehen, Lebensraum, Nahrung, Brutverhalten

Der Sperlingskauz (lat. Glaucidium passerinum) gehört zu der Familie der Eigentlichen Eulen (Strigidae). In Mitteleuropa ist er die kleinste Art unter ihnen, aber auch weltweit gibt es nur wenige noch kleinere Eulenarten. Durch diese Eigenschaft, aber auch auf Grund seines Verhaltens und anderer Charakteristika, ist der Sperlingskauz gut zu erkennen.

Aussehen und Merkmale beim Sperlingskauz

Aussehen und Merkmale beim Sperlingskauz

Der Größenunterschied zwischen männlichen und weiblichen Tieren ist nur gering, aber trotzdem bemerkbar. Während Männchen nur 16 bis 17 Zentimeter groß werden, hat ein ausgewachsenes Weibchen 18 bis 19 Zentimeter Körpergröße. Auch das Verhältnis der Flügelspannweite verhält sich ähnlich. Sie liegt bei zirka 35 Zentimetern beim männlichen und bei 38 Zentimetern beim weiblichen Sperlingskauz. Das Gewicht der Vögel variiert, zumindest beim Weibchen. Vor Beginn der Brutzeit wiegt der weibliche Vogel zirka 99 Gramm, am Ende rund 69 Gramm Das Männchen hat durchgehend ungefähr 59 Gramm.

Die Farben des Sperlingskauzes sind perfekt für die Tarnung: Er schmückt sich mit dunklem Gefieder in graubraunen Tönen. Der Brust- und Bauchbereich sind unterschiedlich hell schattiert, aber beinahe nie ganz weiß. Von den Tarnfarben abgesehen sollen auch die Flecken am Hinterkopf, die Augen simulieren sollen, vor Feinden schützen. Die gelben Augen im flachen, kleinen Kopf sind von weißen Stellen umrundet, die an Augenbrauen erinnern. Außerdem charakteristisch ist der lange Schwanz, mit dem der Kauz zu verschiedenen Anlässen stelzt, zum Beispiel immer nachdem er seinen Aufenthaltsort gewechselt hat.

Den Ruf des männlichen Tieres kann man über einen Kilometer hinweg noch gut hören. Die einzelnen flötenden Rufe sind grell und ähneln Pfiffen. Sie werden in einem Abstand von wenigen Sekunden ausgestoßen. Je nach dem was kommuniziert werden soll ändert sich die Melodie aber, zum Beispiel wenn Weibchen in der Nähe sind. Auf die Rufe des Sperlingskauzes reagieren Kleinvögel mit energischen Rufen, auch das kann ein Hinweis darauf sein, dass sich ein Sperlingskauz in der Nähe befindet.

Lebensraum

Der Sperlingskauz lebt in borealen Nadelwäldern aber auch in Mischwäldern. Wichtig ist ihm die Diversität: Alle verschiedenen Lebensformen soll es im Wald geben, damit sein Beuteschema möglichst groß sein kann. Aber auch Bäume sollen Abwechslung bieten, denn er lebt gerne in Deckung und benötigt auch Bruthöhlen. Somit sind nicht nur lebende Bäume wichtig, sondern auch Alt- und Totholz sowie eine große Dichte des Waldes. Außerdem von Vorteil sind Gewässer und Moore. Andere Eulen stören seinen Frieden nicht, Feinde wie Baummarder oder größere Raubvögel möchte er aber möglichst vermeiden. Das Revier eines Sperlingskauzes verläuft oft nicht kreisförmig, sondern eher in Form eines Löffels. Das liegt daran, dass sein Brutnest oft außerhalb seines Jagdgebietes liegt.

Nahrung und Nahrungserwerb

Das Beuteschema der Sperlingskäuze ist ebenso divers wie sein bevorzugter Lebensraum. Sein Leibgericht sind Kleinvögel, wobei er nicht pingelig ist, welche Art genau er sich krallt. Auch manche Spechtarten sind ihm nicht zu groß. Neben Vögeln, die den Großteil ihrer Nahrung ausmachen, jagen sie auch andere Säugetiere wie zum Beispiel Mäuse, Ratten und auch Reptilien.

Um an seine Beute zu kommen beobachtet der Sperlingskauz erst von den unteren Ästen einer Baumkrone aus, dann schlägt der Jäger blitzartig zu. Wenn er es auf einen Vogel abgesehen hat, muss er flink sein und sein Opfer überraschen, manchmal auch verfolgen. Gejagt wird in der Dämmerung, unter besonderen Umständen auch tagsüber.

Sperlingskauz im Porträt

Brutverhalten bei Sperlingskäuzen

Ab einem Alter von vier bis fünf Monaten ist ein Sperlingskauz geschlechtsreif. Der Kauz beginnt zu balzen und das zweimal im Jahr. Die Balz im Herbst dient allerdings der Reviergründung. Die Balz im Frühjahr ist für die Paarung zuständig. Durch Rufe werden die Weibchen von den Männchen angelockt. Singend sitzen sie im Eingangsloch zu ihren Bruthöhlen oder auf Ästen mit Beute, die sie übergeben möchten. Die Paarung selbst findet ebenfalls auf Ästen statt. Sobald das Weibchen, durch den Gesang des Männchens angezogen, bereit ist, senkt es den Kopf und hebt den Schwanz. Unter großem Geflatter seitens des Männchens wird die Paarung vollzogen. Von da an leben die beiden Vögel eine Saison lang, manchmal auch mehrere, monogam zusammen.

Als Bruthöhlen werden die Höhlen von diversen Spechtarten oder selten auch Nistkästen benutzt. Hauptsache das Einflugloch ist eng und die Höhle tief, sodass Schutz vor Fressfeinden gegeben ist. Das Nest wird geputzt und mit Daunen ausgepolstert.

Ab April werden vier bis sieben Eier gelegt, die danach vom Weibchen zirka 30 Tage ausgebrütet werden. In dieser Zeit ist das Männchen für die Nahrung zuständig, kommt aber nur selten in die Hähle, sondern übergibt die Beute beim Eingang. Auch nach dem Schlüpfen bleibt dieses Verhalten aufrecht: Das Männchen bringt das Futter zum Eingang der Höhle, das Weibchen ist für die Fütterung der Nestlinge zuständig und putzt das Nest regelmäßig, damit Eierschalen, Kot und sonstiges entfernt werden. Nach weiteren 30 Tagen wird das Nest wieder leer, denn die Nestlinge beginnen die Bruthöhle zu verlassen. Weiterhin werden sie etwa vier Wochen von ihren Eltern mit Nahrung versorgt, danach sind sie auf sich allein gestellt.

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