Schleiereule – Aussehen, Lebensraum, Nahrung, Brutverhalten

Im nächtlichen Scheinwerferlicht eines Fahrzeuges wirkt die Schleiereule geisterhaft weiß, wenn sie im beinahe lautlosen Flug vorbeigleitet. Erst wenn sich der Winter dem Ende zuneigt und das Futter knapp wird und sie auch tagsüber auf Beutejagd geht, erkennt man ihre wahre Schönheit- ihr goldbraunes Federkleid mit weisser Unterseite.

Aussehen und Merkmale der Schleiereule

Aussehen und Merkmale der Schleiereule

Die Schleiereule (lat. Tyto alba) ist eine Vogelart und gehört zur Familie der Tytonidae (Schleiereulen), eine Ordnung der Strigiformes (Eulen). Schleiereulen werden zwischen 33 und 35 Zentimeter lang und besitzen keine Ohrenfedern, wie andere Eulenarten. Jedoch besitzt sie einen markanten Gesichtsschleier, woher sie ihren Namen hat. Der Gesichtsschleier ist herzförmig und schneeweiß. Ihre tiefschwarzen Augen heben sich hervor. Das Gefieder des Körpers besitzt dunkle Punkte und erstreckt sich über dem Rücken in goldbrauner Farbe. Der Bauch ist weiß oder hellbraun.

Alle Schleiereulen haben lange Flügel und bedecken im Sitzen den Schwanz. Ihre Flügelspannweite erreicht 85 bis 95 Zentimeter. Der Schnabel ist bei der Geburt weißlich-rosa und verfärbt sich mit dem Wachstum zu blassgelb. Erwachsene Tiere haben ungefiederte, dunkelgrau-braune Zehen mit horn-farbigen Krallen, während die Zehen der Jungtiere rosa-gelb sind bevor sie sich zur dunkelgrauen Farbe verändern.

Die europäischen Schleiereulen erreichen bei Weibchen ein Gewicht von etwa 400 Gramm, während die Männchen mit rund 300 Gramm etwas kleiner und leichter sind. Weltweit gibt es schätzungsweise 35 Unterarten. Da sich ihre Verbreitungsgebiete, vor allem im mitteleuropäischen Gebiet, teilweise überschneiden, kommt es zu Kreuzungen mit verschiedenen Farbabstufungen.

Lebensraum und Verbreitung

Der Lebensraum der Schleiereulen erstreckt sich über den ganzen Erdball. Einzig geschlossene Regenwälder, Wüsten und montane Gebiete werden von ihr gemieden. Sie bevorzugt halboffene Landschaften, wie es Halbwüsten, Baumsteppen und Savannen bieten. Im europäischen Siedlungsgebiet ist sie auf offenen Agrarlandschaften in ländlichen Gegenden anzutreffen. Nicht selten halten sich Schleiereulen auch in Stadtnähe auf.

Sie sind standorttreu und halten sich als Einzelgänger ganzjährig ausschließlich in ihrem eigenen Stammrevier auf. Nur zur Paarungszeit machen sie eine Ausnahme und gesellen sich zum andersgeschlechtlichen Artgenossen.

Tagsüber sitzen die Tiere in dösender Haltung reglos an ihrem gut versteckten Ruheplatz. Dabei bevorzugen sie Orte, an denen es dunkel ist und sie gut vor Witterungseinflüssen geschützt sind. In freier Wildbahn sind Marder die natürlichen Feinde der Eule.

Nahrung und Nahrungserwerb

Die Schleiereule gehört zur Gattung der Carnivore (Fleischfresser). Sie ernährt sich vorwiegend von Nagetieren. Je nach Lebensraum versorgt sie sich zusätzlich mit Reptilien, Insekten und Fröschen. Ihre Beutezüge unternimmt die Schleiereule bei Einbruch der Dämmerung und in der Nacht. Nur während der Zeit ihrer Jungenaufzucht und bei ungünstiger Wetterlage geht sie auch tagsüber auf die Jagd. Dabei gleitet sie beinahe geräuschlos dicht über den Erdboden an Hecken und Zäunen vorbei. Dank ihres ausgeprägten Gehörs ortet sie ihre Beute nicht nur optisch, sondern auch akustisch.

Dabei kann sie die Schallsammlung verstärken und störende Geräusche abschirmen. Hat sie erstmal eine Beute im Visier, lässt sie sich blitzartig abfallen, greift nach dem Tier und krallt sich mit ihren Zehen in die Beute. Mit dem sogenannten ‚Wendezeh‘, ist ein Entkommen für die Beute aussichtslos. Nach dem Verzehr würgt die Schleiereule Knochen und Haare der Beute wieder aus, da diese Bestandteile unverdaulich sind.

Schleiereule im Flug

Brutverhalten bei Schleiereulen

Nach der Paarungszeit im Februar/März beginnt die Brutzeit. Ihre Nester bauen sie vorzugsweise in Baumhöhlen, Felsspalten, Ruinen und alten Gebäuden oder Kirchtürmen. Da sich Schleiereulen für Landwirte als wertvolle Jäger von Mäusen erweisen, bauen viele Landwirte in Scheunen und Ställen spezielle Brutplätze für sie auf. Damit kann zugleich die Population gesichert werden, die seit längerer Zeit rückläufig ist.

Nach der Eiablage, in der Regel zwischen 3 und 12 Eiern, brütet die Eule ihre Nachkommenschaft während vier Wochen aus. Das Männchen wiederum ist bereits wieder auf Brautschau und versucht, potenzielle Partnerinnen anzulocken. Nach zwei Monaten werden die Jungvögel flügge und beginnen umgehend, das selbständige Jagen zu trainieren. Die Lebenserwartung einer Schleiereule liegt in freier Wildbahn bei zehn bis fünfzehn Jahren.

Die Eule und der Aberglaube

Mit der Schleiereule wird seit tausenden von Jahren ein starker Aberglaube assoziiert. Demnach soll eine Eule, die an das Scheunentor genagelt wurde, das Unheil von Haus und Hof fernhalten und vor Feuer und Blitzeinschlag schützen. In einigen Regionen verkündet sie den Tod. Hört man Eulengeschrei, weisen diese auf eine nahende Geburt hin. In Indien und Afrika werden die Tiere heute noch in der schwarzen und weißen Magie eingesetzt.

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