Raufußkauz – Informationen, Bilder und Videos

Der Raufußkauz (lat. Aegolius funereus) ist eine eher kleine Eule, die ausschließlich nachtaktiv ist. Diese Eule ist im holarktischen borealen Nadelwaldgürtel und in den Mittelgebirgs- und Gebirgslagen in Europa zu Hause. Aber auch in Asien, Nordamerika und Mittelamerika ist sie zu finden. Die Eule bevorzugt alte Nadelwälder oder nadelholzdominierende Mischwälder.

Systematik

  • Klasse: Vögel (Aves)
  • Ordnung: Eulen (Strigiformes)
  • Familie: Eigentliche Eulen (Strigidae)
  • Gattung: Aegolius
  • Art: Raufußkauz

Wie sieht ein Raufußkauz aus?

Aussehen und Merkmale beim Raufußkauz

Der Raufußkauz erreicht eine Körperlänge von 24 bis 26 cm. Seine Spannweite beträgt 53–60 cm. Die Geschlechter sehen gleich aus, jedoch sind die Weibchen meist etwas größer. Dafür sind die Männer mit bis zu 200 Gramm allerdings schwerer als die Weibchen. Diese werden bis zu 115 Gramm schwer.

Ein besonderes Merkmal dieser Eulen ist der große Kopf. Er weist ein helles Gesichtsfeld auf und einen schwarzen Randschleier. Die Augen sind sehr interessant, denn die Iris leuchtet gelb. Neben dem Schnabel haben diese Eulen eine Federzeichnung. Sie ist dunkel und strichartig. Auch das obere Gefieder fällt auf. Denn es ist mit weißen perlartigen Punkten versehen. Die Unterseite des Gefieders hingegen ist hellgrau und hat eine graubraune Fleckung. Dazu sind noch verwaschene Längsstreifen darauf zu sehen. Der Raufußkauz hat recht kleine Füße. Seine Krallen sind befiedert und weiß.

Auch die Jungtiere haben besondere Merkmale. Sie sind dunkelbraun vom Gefieder, aber dort zeigen sich viele weiße Pünktchen. Ihre Bartstreifen und Augenbrauen sind weiß.

Wo leben Raufußkäuze?

Diese Eulen bevorzugen als Lebensraum vor allem alte Wälder. Wälder, die groß und zusammenhängend sind. Meist sind dort Tannen, Kiefern, Fichten und Buchen zu finden. In reinen Buchenwäldern hält sich der Raufußkauz nicht so gerne auf, aber vereinzelt ist er auch dort auszumachen. Wer viel Glück hat, kann die Eulen auch in Lärchenwäldern oder Birkengehölzen sichten.

Raufußkauz auf Ast sitzend

Die Eulen, die in Nordamerika zu Hause sind, mögen dort vor allem Schwarzfichten und Weißfichten Bestände. Dort befinden sich dann auch Balsam-Tannen, Birken und Pappeln. Auch in höheren Lagen sind die Tiere zu finden. Dort dann vor allem in Wäldern mit Engelmann Fichten oder Felsengebirgs-Tannen.

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Der Kauz mag ein Brutrevier ohne Fressfeinde. Wenn der Waldkauz, der Baummarder oder andere Fressfeinde zugegen sind, wird der Brutplatz aufgegeben. Außerdem muss das Brutrevier ein gutes Nahrungsangebot zu bieten haben.

In Mitteleuropa ist vor allem die boreale Art zu finden. Meist in einer Höhe von 800 bis 2000 Metern. So können die Eulen sich im Raum München wohlfühlen. Sie sind aber auch oft in der Lüneburger Heide zu sehen. Den Wienerwald mögen sie außerdem. Im Osten von Deutschland ist der Kauz ebenfalls zu finden z.B. im südlichen Brandenburg.

Was frisst ein Raufußkauz?

Der Raufußkauz ernährt sich sehr gerne von kleinen Säugetieren. Nagetiere werden bevorzugt. Aber auch kleinere Vögel werden als Nahrung genutzt. In Mitteleuropa ernähren sich diese Eulen vor allem von Wühlmäusen und Mäusen.

Auf die Jagd geht die Art erst in den Nachtstunden. In den nördlichen Gebieten gehen die Käuze allerdings auch bei trüben Tagen auf Beutezug. Die Beute wird akustisch geortet und mit einem Stoßflug zu Boden geschlagen. Anschließend wird die Beute zerteilt. Gehören Vögel dazu, werden diese zum Teil gerupft. Während der Brutzeit wird mehr gejagt, weil ein Nahrungsdepot angelegt wird. Dafür lässt sich die Eulen-Art gerne in Schwarzspecht-Höhlen nieder.

Brutverhalten und Fortpflanzung bei Raufußkäuzen

Der Raufußkauz macht es sich leicht, was die Nisthöhle anbelangt. Meistens werden alte Höhlen vom Schwarzspecht zum Brüten genutzt. Auch Nistkästen werden von diesen Eulen gerne genutzt. Die Größe des Geleges kann recht unterschiedlich ausfallen und hängt von der Nahrungsverfügbarkeit ab. Es gibt sehr oft Gelege mit 2–7 Eiern. Es wurden aber auch schon Bruthöhlen mit 9 und mehr Eiern gefunden. Die Jungtiere verlassen nach ca. 33 Tagen die Bruthöhle. Sie sind dann Ästlinge, das meist für drei Wochen oder auch etwas länger. Während der Herbstbalz löst sich die Familie auf.

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Die Käuze brüten meist nur ein Mal im Jahr. Es gibt aber auch Zweitbruten. Die Weibchen verlassen dann die Jungen, wenn diese selbstständiger sind, um mit dem Partner noch ein zweites Mal zu brüten. Auffallend dabei ist, dass der zweite Brutplatz oft weit vom ersten Platz entfernt ist. Bei Zweitbruten übernimmt auch oft der Partner die Aufzucht und Führung der Jungtiere. Die meisten Käuze gehen nur während der Brutsaison eine Partnerschaft ein. Ganz selten gibt es auch eine Wiederverpaarung!

Raufußkauz im Video

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